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Schauspielerin Ursula Buschhorn weiht "Haus Mosaik" ein

Geschafft: Willkommen im "Haus Mosaik"!

Lisa war die ganze Woche aufgeregt. Heute konnte sie endlich der Schauspielerin Ursula Buschhorn ihr Kunstwerk zeigen. Wie viele andere der 52 Buben und Mädchen des SOS-Kinderdorfs hat auch die fünfjährige Münchnerin ein Mosaik zum Thema "Alles, was wir lieben" gebastelt. Jetzt verschönert es den neuen Dorfmittelpunkt, das „Haus Mosaik“.

Mosaik-Einweihung: Schlüsselübergabe Die offizielle Einweihung des neuen Gemeinschaftshauses war Anlass für die SOS-Kinderdorf Botschafterin Ursula Buschhorn, erneut nach Dießen an den Ammersee zu reisen: "Bei meinem letzten Besuch habe ich Lisa und viele andere Kinder schon kennengelernt. So habe ich jetzt, als ich von diesem neuen tollen Projekt gehört habe, selbstverständlich sofort zugesagt. Ich freue mich für das SOS-Kinderdorf, dass es nun größere Räume für Begegnungen, Spiel, Spaß und verschiedene Therapien gibt." Erich Schöpflin, Einrichtungsleiter des SOS-Kinderdorf Ammersee, erläuterte in seiner Begrüßungsrede die Hintergründe. Die Räumlichkeiten, die bisher für Bewegungs- und Heilpädagogik, Kurse und Gemeinschaftsfeiern genutzt wurden, waren in dem über 50 Jahre alten Dorf zu klein geworden. So entschloss man sich im vergangenen Jahr, einen 260 Quadratmeter großen Neubau zu errichten.

Vielen Dank für die Spenden!

Der Traumzauberbaum "Ohne die vielen großzügigen Spenden aus der Nachbarschaft und dem Münchner Raum wäre dies natürlich nicht realisierbar gewesen“, betont Erich Schöpflin. „Wertvolle Unterstützung erfahren wir zudem seit Jahren seitens unserer prominenten Multiplikatoren." Aus Tradition gehört zu diesem Kreis die Gattin des bayerischen Ministerpräsidenten. Karin Seehofer war so auch an diesem Tag ein allseits freudig begrüßter Ehrengast. Für das umfangreiche Engagement bedank"te sich auch Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch herzlich, der von seiner Seite ebenso alles unternimmt, um das SOS-Kinderdorf zu unterstützen. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist er neben Schauspielerin Uschi Glas Schirmherr des neuen Gemeinschaftshauses. Heilpädagogik hat Platz im Untergeschoss – u.a. für Lisas Schwester Sarah.

Viel Platz für (heil)pädagogische Angebote

Celina (links) und Vanessa haben zusammen mit praktisch allen Buben und Mädchen aus dem SOS-Kinderdorf das Mosaik für das „Haus Mosaik“ erstellt. Lisa lebt in einer der zehn SOS-Kinderdorf-Familien in Dießen am Ammersee. Das Schicksal hatte es in der Vergangenheit nicht gut mit ihr gemeint. Doch hier bekommt sie eine Perspektive, erfährt Zusammenhalt und Wärme. Genauso wie ihre Schwester: Sarah ist drei Jahre alt und kam erst vor einem halben Jahr ins SOS-Kinderdorf. Ein gesundes Aufwachsen war bei ihren leiblichen Eltern für sie - wie für alle anderen Kinder, die hier leben - nicht möglich.
Gruppenbild In ihrem jungen Leben musste das Mädchen bereits Erfahrungen machen, die sie in ihrer seelischen und kognitiven Entwicklung beeinträchtigten. Deshalb arbeitet die Heilpädagogin Nicole Mathauser mit Sarah. "Viele Kinder, die ich betreue, haben sprachliche und motorische Schwierigkeiten. Sie haben Probleme mit der Wahrnehmung, mit Denkprozessen aber auch dem Sozialverhalten", erklärt die 30-Jährige. „Die heilpädagogische Förderung bietet dem Kind die Möglichkeit, sich in einem geschützten Rahmen zu entfalten und dies später im Alltag umzusetzen. Mit Kletterwand, Schaukel, verschiedenen Spielmaterialien und dem großzügigem Raumangebot kann dies gut gelingen." Dass das Untergeschoss des „Haus Mosaik“ ideal dafür ist, davon konnten sich die Einweihungsgäste bei einem Rundgang überzeugen.

Umweltfreundlich gebaut

August 2011: Das Labyrinth auf dem Dorfplatz ist fertig! Architekt Wolf-Eckart Lüps aus Schondorf am Ammersee erklärte dabei die Grundidee des Hauses, das umweltfreundlich mit Solarenergie und Wärmepumpe ausgestattet ist und das die Kinder mitgestalten durften. Denn: „Haus Mosaik“ – der Name kommt nicht von ungefähr. Die Kinder des SOS-Kinderdorf Ammersee haben bunte Mosaike gestaltet. Zu einem Gesamtbild zusammengesetzt, schmücken diese nun im Hausinneren eine Wand. Eines der Mosaike wurde sogar für die über 20 Meter lange nördliche Außenfassade zu einem fast die gesamte Fläche füllenden Bild aufbereitet. Das „Haus Mosaik“ ist damit schon von Weitem erkennbar.

In der Region stark verwurzelt – bis nach München hinein

Vom „Haus Mosaik“ profitieren natürlich nicht nur die Kleinen. Die Großen fieberten der Fertigstellung genauso entgegen. Der Außenbereich des neuen Gemeinschaftshauses ist groß genug, um zu spielen, sich zu treffen, sich wohlzufühlen. Auch die eine oder andere Veranstaltung für Gäste aus der Nachbarschaft wird in den Räumen stattfinden. Und dieser ist das SOS-Kinderdorf Ammersee wohlbekannt. Schließlich startete im ersten SOS-Kinderdorf Deutschlands bereits 1956 der Bau von Familienhäusern. Hermann Gmeiner, der Gründer von SOS-Kinderdorf, legte selbst den Grundstein dafür. In Dießen leben heute über 50 Kinder und Jugendliche, die aus verschiedenen Gründen nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können. Rund die Hälfte davon stammt ursprünglich aus München. Parallel dazu hat die Einrichtung ein Netzwerk an Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien aus der Nachbarschaft entwickelt. 100 Kinder aus Dießen und Umgebung werden vom ersten bis zum zwölften Lebensjahr in der Krippe, im Kindergarten und im Hort der Hermann-Gmeiner-Kindertagesstätte betreut."