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Mexiko
Mexiko ist mit 1,96 Mio. km² Fläche das drittgrößte Land Lateinamerikas. Es hat eine Vielfalt an alten präkolumbianischen und kolonialspanischen Zeugnissen, allein 31 Stätten wurden von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt. Von der etwa 112 Millionen zählenden Bevölkerung lebt über ein Fünftel in der Hauptstadt Mexiko City, die auch eines der bedeutendsten Kulturzentren Lateinamerikas ist. Offizielle Landessprache ist Spanisch, daneben gibt es jedoch über 60 Indiosprachen. An die 95 Prozent der Mexikaner hängen dem christlichen Glauben an.
SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Mexiko:
- 8 SOS-Kinderdörfer
- 4 SOS-Jugendeinrichtungen
- 1 SOS-Hermann-Gmeiner-Schule
- 1 SOS-Berufsausbildungszentrum
- 5 SOS-Sozialzentren
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Hintergrund
Mexiko nimmt geostrategisch eine Schlüsselposition zwischen den USA im Norden und Lateinamerika im Süden ein. Das Schwellenland ist weltweit die zwölftgrößte Handelsnation und siebtgrößter Erdölproduzent. Mexiko hat jedoch mit großen sozialen Problemen zu kämpfen, arm und reich driften immer weiter auseinander. 10 Prozent der Bevölkerung sind Analphabeten, bei der Indiobevölkerung sind es sogar 40 Prozent. Knapp die Hälfte der Einwohner lebt unterhalb der Armutsgrenze. Gleichzeitig nimmt die Landflucht immer weiter zu, für viele endet sie in den Slums am Stadtrand unter schlechten sozialen Bedingungen. Auch die drastisch gestiegenen Verbraucherpreise machen der Bevölkerung zu schaffen. Ein weiteres Problem stellen die hohe Kriminalitätsrate sowie Mängel im Justizwesen und Korruption dar.
In Mexiko wurde bereits im Jahre 1968 mit der SOS-Kinderdorfarbeit begonnen. Heute gibt es hier acht SOS-Kinderdörfer sowie diverse Zusatzeinrichtungen.
SOS-Kinderdorf Comitán
Der Staat Chiapas ist einer der ärmsten Staaten Mexikos im Südosten des Landes, an der Grenze zu Guatemala gelegen. Hier wurde 1999 das SOS-Kinderdorf Comitán gebaut. Das SOS-Kinderdorf besteht aus 16 Familienhäusern, einem Dorfleiterhaus, einem Tantenhaus, einem Mehrzwecksaal sowie Verwaltungs- und Servicebereich. Es bietet Platz für 144 Kinder.
SOS-Sozialzentrum Comitán
Um den Bedürfnissen der Menschen in dieser Provinz gerecht zu werden, wurde zusätzlich ein SOS-Sozialzentrum errichtet. Kinder und ihre Eltern erhalten hier sowohl medizinische als auch psychologische Betreuung. Die Stadt Comitán hat für dieses Projekt ein Grundstück zur Verfügung gestellt. Das Sozialzentrum, welches im März 1999 fertig gestellt wurde, besteht außerdem aus einer Kindertagesstätte für 150 Kinder und einem Ausbildungsbereich mit Werkstätten (Näherei, Schneiderei, Weberei, Stickerei), zusätzlich werden Schreib- und Leselehrgänge angeboten.
SOS-Kinderdorf Tuxtla Gutiérrez
Da es in Mexiko wenig Einrichtungen gab, in denen behinderte Kinder angemessen gefördert und versorgt werden können, beschloss SOS-Kinderdorf 2002 ein SOS-Behindertendorf zu bauen.
Im November 2003 wurde das SOS-Kinderdorf Tuxtla-Gutiérrez ursprünglich nur für behinderte Kinder und Jugendliche in Betrieb genommen. Es besteht aus neun Familienhäusern, einem Dorfleiterhaus und dem üblichen Verwaltungs- und Servicebereich. Vor dem Hintergrund einer besseren Integration der behinderten Kinder, wurde diese Einrichtung 2006 in ein SOS-Kinderdorf für behinderte und nichtbehinderte Kinder umgewandelt.
Angeschlossen an das SOS-Kinderdorf sind sowohl eine Schule für die behinderten Kinder als auch ein Sozialzentrum, welche beide von der Regierung geführt werden. Das Sozialzentrum umfasst neben den Therapieräumen eine Ambulanzstation für die medizinische Versorgung, Mehrzweckstätten sowie vier Doppelhäuser für ambulante Behandlung bzw. Kurzzeitbetreuung.