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Eine richtig große Familie

Alle Generationen auf einem Bild vereint

Das SOS-Mehrgenerationenhaus Merzig

Beim Frühstück im Treffpunkt des Mehrgenerationenhauses in Merzig kam der jungen Mutter die Idee: „Wie wäre es, wenn wir hier eine Krabbelgruppe organisieren?“ Nach kurzer Rücksprache mit der Teamleiterin der Kinderbetreuung und der Leiterin Ursula Zeimet, war schnell ein passender Termin gefunden. Seitdem ist der Raum der Kinderbetreuung jeden Montagnachmittag für Eltern mit ihren Kleinkindern reserviert.

Ursula Zeimet „Dieses Beispiel zeigt ganz deutlich wie wir uns verstehen: Als Begegnungsstätte, bei der immer wieder neue Projekte verwirklicht werden können“, so Ursula Zeimet, die Leiterin des Mehrgenerationenhauses. Seit über 20 Jahren arbeitet sie für das SOS-Kinderdorf Saar, auf dessen Gelände vor 25 Jahren der Einrichtungsteil „Jung hilft Alt“ entstand. Zunächst richtete sich das Angebot vor allem an Senioren, für die das SOS-Kinderdorf hauswirtschaftliche Hilfe organisierte und gleichzeitig junge Menschen in der Hauswirtschaft und Pflege anleitete.

Ein Umzug gab neue Impulse

Die Zeiten und Aufgaben wandelten sich und vor einigen Jahren zeigte sich, dass die idyllische Lage des Kinderdorfs im Widerspruch zur schlechten Erreichbarkeit stand. „Oft mussten wir die jungen MaßnahmeteilnehmerInnen in der Stadt abholen, da es keine geeignete Busverbindung gab“, erinnert sich Ursula Zeimet. Lange wurde gesucht, und vor sechs Jahren war es endlich soweit: Das neue Haus, ein mehrstöckiger, lichtdurchfluteter Bau in der Merziger Innenstadt konnte bezogen werden. Endlich war genügend Raum für die vielfältigen Angebote der generationenübergreifenden Einrichtung vorhanden!

Vor vier Jahren wurde die Merziger Einrichtung in das vom Familienministerium initiierte Aktionsprogramm „Mehrgenerationenhaus“ aufgenommen. Der neue Name trifft den Alltag in dem trubeligen Haus bestens: Morgens bringen Familien ihre Senioren ins Haus, die in der Tagespflege eine liebevolle und kompetente Betreuung erfahren. Mütter kommen vorbei, die das Angebot der Kinderbetreuung nutzen, um Termine wahrnehmen zu können, Jugendliche der Qualifizierungsmaßnahme zur Schwesternhelferin treten ihren Dienst an.

Im offenen Bereich, dem Treffpunkt, kommen dann im Lauf des Tages alle zusammen. „Es geht bei uns sehr familiär zu und über die Kinder entstehen schnell Gespräche“, so Ursula Zeimet. „Teilweise wird der Kontakt zwischen den Generationen auch gesteuert, etwa dann, wenn die Mitarbeiter der Kinderbetreuung einen Stock höher die Senioren der Tagespflege besuchen. Das ist dann sowohl für die Kleinen als auch für die alten Menschen ein Highlight.“

Familienfreundliche Angebote und Zukunftssicherung

Eine Besucherin schwärmt: „Ich treffe mich mindestens zweimal in der Woche mit meinen Freundinnen und ihren Kindern hier im Treffpunkt zum Mittagstisch. Die Qualität stimmt und die Preise auch.“ Etwa 50 bis 80 Essen gehen pro Tag raus, zubereitet von einer Köchin, einer Hauswirtschaftsmeisterin und den jungen Auszubildenden.

Logo Mehrgenerationenhaus „Das Mehrgenerationenhaus-Programm ließ sich wunderbar auf unser Haus übertragen“, berichtet Ursula Zeimet. „Mich begeistert sehr, wie gut durchdacht und schlüssig es aufgebaut ist. Vor allem bei der Verwirklichung der Idee, vermehrt Ehrenamtliche beim Betrieb des Hauses einzubinden, konnten wir uns viel Unterstützung von der Servicestelle der Mehrgenerationenhäuser holen.“ Für die Zukunftssicherung hat sich das Merziger Mehrgenerationenhaus eine enge Vernetzung mit anderen Häusern aus der Region aufgebaut. „Austausch und Kommunikation sind sowohl innerhalb als auch außerhalb der Häuser sehr wichtig, damit sich neue gesellschaftliche Strukturen ideenreich umsetzen lassen“, so die Leiterin des Mehrgenerationenhauses.

So muss sie auch nicht lange überlegen, um auf die Frage zu antworten, was sie an ihrem Job am meisten mag: „Für mich ist es sehr erfüllend, in einer Begegnungsstätte mitzuwirken, in der die Zukunft gelebt wird.“