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Marokko
Das Königreich Marokko liegt in Nordwestafrika an der Mittelmeerküste. Es hat eine Gesamtfläche von 459.000 m² und ist ein beliebtes Reiseziel für Touristen. Vermehrte terroristische Anschläge in den letzten Jahren führten jedoch zu einem Rückgang der Besucherzahlen.
SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Marokko:
- 5 SOS-Kinderdörfer
- 3 SOS-Kindergärten
- 2 SOS-Jugendeinrichtungen
- 2 SOS-Grundschulen
- 1 SOS-Berufsausbildungszentren für Mitarbeiter
- 1 SOS-Dorfgemeinschaft für Menschen mit Behinderungen
- 3 SOS-Familienstärkungsprogramme
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Hintergrund
Die Hauptstadt des 32 Millionen Einwohner zählenden Landes ist Rabat. Offizielle Landessprache ist Arabisch, Französisch ist jedoch weit verbreitet. Vorherrschende Religion ist der Islam. Staatsoberhaupt ist König Mohammed VI., der 1999 seinem Vater auf den Thron folgte.
Trotz wirtschaftlichem Wachstumskurs und zahlreichen ambitionierten Investitionsprogrammen in verschiedenen Wirtschaftsbereichen sieht sich Marokko mit großen Problemen bei der Armutsbekämpfung und im Bereich Bildung und Beschäftigung konfrontiert. Obwohl für alle Kinder Schulpflicht besteht, sind knapp 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Analphabeten. Das Ziel einer 100-prozentigen Einschulungsquote bei den Schulanfängern konnte zwar weitestgehend erreicht werden, jedoch besuchen lediglich noch 50 Prozent der über 15-jährigen eine weiterführende Schule. Schulen und Universitäten sind häufig überfüllt und schlecht ausgestattet. Da die Arbeitslosigkeit hoch ist, ist es besonders für die Jugendlichen schwer, nach ihrer Schul- und Universitätsausbildung einen Arbeitsplatz zu finden und im Berufsleben Fuß zu fassen.
Die SOS-Kinderdorf-Arbeit in Marokko begann bereits in den 80er Jahren. Mittlerweile gibt es fünf SOS-Kinderdörfer sowie ein SOS-Dorf für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene.
SOS-Kinderdorf Ait Ourir
Das erste 1985 erbaute SOS-Kinderdorf Ait Ourir liegt am Fuße des Atlasgebirges ca. 40 km von der Stadt Marrakech entfernt. Es besteht aus 14 Familienhäusern, einem Dorfleiterhaus, einer SOS-Jugendeinrichtung und einem SOS-Kindergarten, der auch den Kindern der Nachbarschaft offen steht. Des Weiteren sind ein kleiner Farmbetrieb sowie verschiedene Ausbildungswerkstätten dem Kinderdorf angeschlossen.
SOS-Kinderdorf Imzouren
Das SOS-Kinderdorf Imzouren befindet sich nahe der Stadt Al Hoceima und wurde 3 Jahre später erbaut. Es umfasst 13 Familienhäuser, ein Mehrzweckhaus, Werkstätten, ein Dorfleiterhaus, einen 4-gruppigen Kindergarten, eine SOS-Jugendeinrichtung, eine kleine Farm sowie ein Personal- und Gästehaus. In 2003 wurde in den SOS-Kinderdörfern Ait Ourir und Imzouren mit dem Bau einer Grundschule begonnen, die im September 2003 fertig gestellt werden konnten. In Ait Ourir und Imzouren gab es davor schon ein Modellprojekt, bei dem Kinder mit Lernschwierigkeiten unterrichtet wurden. Diese Schulen bestehen nun aus insgesamt je 6 Klassen für ca. 150 Schüler, davon 3 Klassen für Kinder mit Lernschwierigkeiten.
SOS-Kinderdorf Dar Bouazza
Der große Bedarf bewog SOS-Kinderdorf International, in der Ortschaft Dar Bouazza, 15 Kilometer von Casablanca entfernt, ein drittes SOS-Kinderdorf zu bauen. Dieses Vorhaben wurde zu einem großen Teil durch Spenden einheimischer Unternehmen und Privatpersonen finanziert. Am 23. Juni 2000, dem internationalen SOS-Kinderdorf-Tag, fand offiziell die Schlüsselübergabe an die Dorfbewohner im Rahmen einer kleinen Einweihungszeremonie statt. Nachbarn und Freunde waren gekommen, um mit den SOS-Kinderdorf-Familien zu feiern.
Das SOS-Kinderdorf Dar Bouazza besteht aus 11 Familienhäuser, einem Dorfleiterhaus, einem Verwaltungsgebäude, einem Gästehaus, einem 4-gruppigen SOS-Kindergarten, einer SOS-Jugendeinrichtung, Personalunterkünften und einem kleinen Ausbildungsbereich für Mütter und Personal.
SOS-Dorf für behinderte Jugendliche
Für behinderte Jugendliche entstand in unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen SOS-Kinderdorf Dar Bouazza ein SOS-Dorf für behinderte Jugendliche. Es besteht aus einem Wohnhaus mit 12 Zimmern, räumlich getrennt für junge Männer und für Frauen, einem Verwaltungsgebäude, und einem Mehrzweckgebäude (Versammlungsraum, Werkstätten, Küche, etc.). In der nahe gelegenen Hauptstadt gibt es Fachärzte, die für die Versorgung dieser Betreuten mit Behinderungen medizinische Unterstützung anbieten, die sonst im Lande nicht zu finden ist.
SOS-Familienstärkungsprogramm Imouzzer Kandar
Im Herbst 2010 wurde außerdem ein SOS-Familienstärkungsprogramm ins Leben gerufen, welches zum Ziel hat, die Ressourcen gefährdeter Familien zu stärken, um so ein Auseinanderbrechen der Familie zu verhindern. Zu diesem Zweck wurde auch eine Ganztageskinderkrippe eröffnet, in der Kinder alleinerziehender Mütter betreut werden, während diese arbeiten.
Die SOS-Kinderdorfarbeit wurde in Marokko von Anfang an sehr gut aufgenommen. So engagierte sich unter anderem die Prinzessin Lalla Hasna, die Tochter des marokkanischen Königs Hassan II., für die SOS-Kinderdörfer und weihte verschiedene SOS-Einrichtungen ein.