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Mit 2,15 Metern zum neuen "Werner"-Film
Sozialpädagoge Jochen Kühl ist groß - außergewöhnlich groß. Dieser Umstand bescherte dem 35-Jährigen aus Brammer (Rendsburg-Eckernförde) eine Rolle im neuen "Werner"-Film "Werner - Eiskalt".
Jochen Kühl ist es gewohnt, dass man zu ihm aufschaut. Denn Jochen Kühl ist groß - sehr groß. 2,15 Meter misst der gebürtige Rendsburger, der seit seiner Kindheit in Brammer wohnt. Eine Größe, die vieles im Leben schwerer macht. So gibt es keinen "normalen" Türrahmen, bei dessen Durchschreiten Jochen Kühl nicht den Kopf einziehen muss. Auch die Küchenschränke mussten etwas höher angebracht werden als in einem Durchschnittshaushalt. Und Schäferhund-Dame "Rübe" muss sich mächtig strecken, um ein Leckerli von ihrem Herrchen zu ergattern.
Doch solch eine Größe hat auch Vorteile. "Beim Casting für den neuen ,Werner’-Film ,Werner - Eiskalt’ wurde ich direkt aus der Schlange der Wartenden gezogen", sagt der 35-Jährige - von Regisseur Gernot Roll persönlich. Ein Fragebogen wurde ausgefüllt, Fotos gemacht und miteinander geschnackt. "Als ich nach Hause fuhr, hatte ich ein gutes Gefühl." Der Anruf der Produktionsfirma kam schnell - Jochen Kühl hatte die Rolle.
"Der Polizist Helmut ist ja eher ein bisschen trantütig"
Ab dem 23. Juni ist er nun als Polizist Helmut in dem neuen Streifen von Rötger "Brösel" Feldmann, Schaffer der Comicfigur "Werner", zu sehen. "Brösel ist ein netter Kerl: natürlich, freundlich und mit viel Humor", hat Kühl bei den Dreharbeiten festgestellt. Diese führten ihn an drei Tagen im August 2009 hauptsächlich an die Holtenauer Hochbrücke in Kiel. "Nervös war ich kaum, dafür war alles viel zu spannend", erinnert sich der Brammeraner. "Wenn man einen fertigen Film sieht, dann ahnt man nicht einmal, wie viele Menschen dafür tatsächlich hinter der Kamera arbeiten." Der neue Streifen sei wie der erste "Werner"-Film wieder eine Mischung aus Comic- und realen Szenen, auch Feldmann spiele in "Werner - Eiskalt" wieder mit. Die tiefe, sonore Stimme von Jochen Kühl werden die Kinozuschauer aber vermutlich nicht hören. "Es ist nicht die längste Szene - und der Polizist Helmut ist ja eher ein bisschen trantütig."
Die Filmrolle sei ein spannender Ausflug aus dem Alltag gewesen, sagt Jochen Kühl. Im richtigen Leben ist der Sozialpädagoge Familienhelfer in Dienst der "SOS Kinderdörfer". "Die Super Nanny in echt", wie Kühl lachend seinen Beruf beschreibt. Dabei sei ein seriöses Auftreten Pflicht. "Das war im Film natürlich anders - und auch das hat richtig viel Spaß gemacht." Wie er auf die Idee gekommen ist, sich beim Film vorzustellen? "Ich bin ja ein wenig größer", schmunzelt Jochen Kühl, "und daraus wollte ich schon immer etwas mehr machen". Beim Basketball habe es nicht für den ganz großen Wurf gereicht, also kam ihm die Idee, sich für eine Kinorolle zu bewerben. Vom "Werner"-Casting hatte er in der Landeszeitung gelesen. "Und nach der Arbeit bin ich da ganz spontan hin."
Einladung zur "Welturaufführung" in Hamburg
Ein Ausflug, der sich gelohnt hat. Das finden auch Jochen Kühls Freunde, Bekannte und Verwandten. "Da war nicht einer, der sich negativ geäußert hat. ,Werner’ ist aber auch einfach eine Kultfigur." Er selbst habe alle vier bisher erschienen "Werner"-Filme angeschaut. "Ich mag den norddeutschen Humor. Den ersten Teil habe ich bestimmt 20 Mal gesehen, da kann ja fast jeder jeden Dialog mitsprechen." Den Film, in dem er selber mitspielt, allerdings noch nicht. "Ich bin zur ,Welturaufführung’ in Hamburg eingeladen, dann bin ich auch bei der Schleswig-Holstein-Premiere in Kiel dabei, und am 22. Juni auch bei der Preview im Rendsburger Kinocenter. Ich bin gespannt, wie der fertige Film aussieht."
Tauscht Jochen Kühl jetzt den Sozialpädagogen-Job mit dem eines Schauspielers? "Nein", sagt er bestimmt. "Aber wenn sich mal wieder eine Rolle anbietet, werde ich bestimmt nicht absagen." Inzwischen ist er bei drei Hamburger Agenturen, die Rollen an Schauspieler vermitteln, ein bekanntes Gesicht. "Und große Menschen werden immer gesucht." Erst Recht, wenn sie 2,15 Meter messen.