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Lieblingsbücher
Lesen macht Spaß - besonders dann, wenn die Geschichten richtig spannend sind. Nur manchmal findet man einfach kein Buch, das einen fesseln kann. In unserer Lieblingsbücher-Galerie geben Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Freundinnen von SOS tolle Lesetipps: Sie stellen ihre eigenen Lieblingsbücher vor.
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Meenakshi Kumar, SOS-Mütter- und Kindertageszentrum München
"Immer wenn ich mich traurig fühle und ein wenig Heimweh habe, lese ich sehr gerne, indische Bücher natürlich. Ich bin zwar jetzt seit über 16 Jahren hier in Deutschland und das Heimweh wird weniger, aber diese Momente kommen immer wieder. Meine Lieblingsgeschichte ist "Devdas" von Saratchandra Chattopadhyay. Es ist die Geschichte von Devdas und Paro, die sich seit ihrer Kindheit kennen und später verlieben, doch aus verschiedenen Kasten kommen und daher nicht zusammen sein können. Das Mädchen heiratet jemanden aus ihrer Schicht, der Junge wird Alkoholiker und stirbt am Ende vor ihrer Türe. Eine sehr, sehr traurige Geschichte, die auch verfilmt wurde. Den Film habe ich bestimmt schon zehn Mal gesehen. Darin haben alle schöne bunte Kleider an und tanzen. Auch, wenn die Geschichte traurig ausgeht, ich bekomme dann immer wieder gute Laune."
© SOS-Kinderdorf -
Karlheinz Weigand, SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth
"Ich lese gerne und viel. Ein Lieblingsbuch zu benennen ist gar nicht so einfach. Aber wenn ich ein Buch benennen sollte, dass ich immer wieder zur Hand nehme, dann ist das "Die Pest" von Albert Camus. Das hat mich während meiner Jugendzeit schon sehr beeindruckt und jetzt, mit 57, immer noch. Die beeindruckendste Szene darin ist wohl die, in der der Arzt in Algier während der Pest, gefragt wird, was das Wichtigste im Leben sei. Er antwortet: "Mitgefühl!", was die Menschen um ihn herum nicht verstehen können. Sie sagen, dass es doch aussichtslos sei, während der Pest den Menschen mit Freundlichkeit zu begegnen. Der Arzt aber entgegnet, dass es darauf ankomme, dass man sich selbst im Spiegel anschauen können muss. Und wenn während einer Krisenzeit besondere Handlungen notwendig seien, müssten die angepackt werden, aber immer mit Respekt gegenüber den Mitmenschen. Ansonsten lese ich viele italienische Bücher, weil ich gerne nach Italien reise. Wenn ich in Sizilien bin, lese ich Camilleri, in Venetien einen venezianischen Schriftsteller. Zurzeit liegt "Die Mandelpflückerin" auf meinem Nachttisch. Was ich an Büchern mag ist, dass sie die Phantasie fördern. Filme geben doch alle Bilder schon vor."
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Renate Meschnark, SOS-Mütter- und Kindertageszentrum München
"Ein Psychiater, der sich auf die Reise macht, um das Glück zu finden. Das ist die Rahmenhandlung von François Lelords Roman "Hectors Reise oder: Die Suche nach dem Glück", für mich der ultimative Ratgeber in jeder Lebenslage. Es gibt so viele Aha-Momente in den vielen kurzen Passagen, viele kleine Glückmomente des Alltags, die man nur sehen muss. Aber es wird auch deutlich, dass Glück relativ ist. So freut sich der Psychiater unheimlich über sein Glück, in der Business-Class zu fliegen - doch neben ihm sitzt ein Geschäftsmann, der lieber First-Class fliegen würde. Das ganze hat etwas märchenhaftes und man kann das Buch immer wieder zur Hand nehmen und drin schmökern. Ich habe es oft bei mir und verschenke es auch gerne."
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Susanne Trauer, SOS-Mütterzentrum Zwickau
"Das Buch, das mich zuletzt sehr beeindruckt hat, war die Biographie von Barack Obama, die er bereits vor zehn Jahren geschrieben hat. Eigentlich ungewöhnlich für so einen jungen Menschen, aber er war damals der erste schwarze Chefredakteur auf dem College in Harvard - und daher wurde er anlässlich eines Jubiläums gefragt, ob er nicht seine Biographie schreiben wolle. Es ist ein Glücksfall, dass so ein Dokument vorliegt, finde ich. Meistens sind Biograpghien doch von irgendwelchen Ghost-Writern geschrieben - die von Obama nicht. Und, sie ist sehr spannend. Er hat eine Zeit lang als Sozialarbeiter in Chicago gearbeitet - und da bestimmte Entwicklungen in den USA den hiesigen voraus gegangen sind, konnte ich viel lernen. Auch im Hinblick auf Rassendiskriminierung. Es ist erschreckend, wie diffizil Rassismus funktioniert. Ansonsten kann ich als Mitarbeiterin im SOS-Mütterzentrum Zwickau nur ein Buch empfehlen: "Mütter im Zentrum - Mütterzentrum - Bilanz einer Selbsthilfebewegung", von Hildegard Schooß mit herausgegeben. Ein inspirierendes Buch."
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Andreas Tonke, SOS-Jugendhilfen Nürnberg
"Ich bemerke immer mehr, dass ich mich nicht für endlose Reisebeschreibungen begeistern kann. Was mich fesselt, sind die Menschen. Oder besser gesagt: Familiengeschichten - wenn sie gut rübergebracht werden. So zum Beispiel in "Tannöd". Die Leute verstricken sich mehr und mehr, verharren aber in ihren erlernten Mustern. Eine tolle Geschichte ist auch "Das Buch Dina" von H. Wassmo. Sie handelt von einer starken Frau, deren Leben durch ein einschneidendes Kindheitserlebnis geprägt wird. Weitere Buchtipps sind "Die rote Couch", "Zirkuskind", "Sakrileg" und vor allem auch Rafik Schamis "Die Sehnsucht fährt schwarz". Ein tolles Buch, um Migranten in Deutschland besser zu verstehen!"
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Kerstin Ubl, SOS-Jugendhilfen Nürnberg
"Entweder lese ich einen tollen, kitschigen Schmöker oder etwas über Jugend-Szenen. Das war auch Thema meiner Diplom-Arbeit, und ich finde es immer wieder spannend. Ein Tipp wäre "Geil auf Gewalt: Unter Hooligans", von Bill Buford und Wolfgang Krege, das die Entwicklung der Hooligan-Szene in England nachzeichnet, aber auch "Skinhead, A Way of Life. Eine Jugendbewegung stellt sich selbst dar". Wenn ich Nachtdienst in der Jugendwohngemeinschaft habe, nehme ich lieber was Leichtes, um mit einem Ohr hören zu können, was eine Etage weiter oben bei den Jugendlichen los ist. Das sind zum Beispiel die Romane von Ildiko von Kürthy "Mondscheintarif" oder "Herzsprung" und aktuell "Für jede Lösung ein Problem" von Kerstin Gier."
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Stefanie Junggunst, SOS-Mütter- und Kindertageszentrum München
"Ich mag es, fremde Welten und fremde Kulturen zu entdecken. Während ich meine Diplom-Arbeit geschrieben habe, das war in Ghana, hat mir ein Freund den Roman "Rub al Khali. Leeres Viertel. Invention über das Spiel" von Michael Roes geschenkt. Da saß ich dann in Ghana und habe einen Roman über die Wüste im Jemen gelesen, nur leider nicht ganz bis zu Ende. Das Buch ging mir trotzdem nicht aus dem Kopf, nur hatte ich - inzwischen wieder zurück in Deutschland - den Titel vergessen. Erst Jahre später habe ich das Buch wieder entdeckt und sofort mitgenommen. Es geht um vier Weimarer, die eine Expedition in die größte Wüste der Welt machen, um das Geheimnis der mosaischen Gesetzestafeln zu ergründen. Am Ende ist der Chronist der einzige Überlebende. Ein echt spannendes Buch."
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Carola Janowicz, SOS-Mütter- und Kindertageszentrum München
"Für mich ist es das Größte, wenn ich ein Buch habe, das mich nicht mehr loslässt. Wenn es so spannend ist, dass man immer weiter lesen muss. Dann habe ich so einen dicken Schwarten schon mal in drei Tagen durch. Die Hausarbeit erledige nebenbei: Die Kartoffeln werden aufgesetzt und kochen, während ich mich in mein Buch versenke. Zuletzt waren das die Romane von Elisabeth George, oder "Der Schatten des Windes" von Carlos Ruiz Zafon. Ein richtiges Lieblingsbuch habe ich allerdings nicht. Ich kaufe die Bücher auf dem Flohmarkt und verschenke sie dann weiter. Das ist doch toll."
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Korinna Buczek, SOS-Mütter- und Kindertageszentrum München
"Ich ziehe ein gutes Buch einem guten Film vor. Zuletzt haben mich Afrika- und Australien-Romane begeistert - da kann ich gar nicht genug von bekommen. Oder auch Familiensagas. Erst kürzlich habe ich eine aus Asien gelesen. Einfach toll."
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Gitta Gritzmann, Herausgeberin von Kinderbüchern
"Mein absolutes Lieblingsbuch ist die Bibel. Die Geschichten sind so spannend und in einer tollen Sprache verfasst. Die Evangelien zu lesen ist eine Freude. Aber neben der Bibel gibt es ganz viele Bücher, die ich wirklich gerne lese. Das geht über Nietzsche bis hin zu Jugendbüchern - querbeet. Gerade lese ich "Gespenstergeschichten für Kinder". Empfehlen kann ich aber besonders "Die Weltreise einer Fleece-Weste" von Wolfgang Korn, eine kleine Geschichte der Globalisierung. Der Weg einer Fleece-Weste von der Erstellung bis zum Altkeider-Container und wie es dann weiter geht. Nicht vergessen darf ich aber auch "Die Schule der Armen" von Tahar BenJelloun. In einem westafrikanischen Dorf steht der Lehrer vor leeren Bänken, weil die Familien nicht auf den Dollar verzichten können, den ihre Kinder verdienen, wenn sie Schuhe und Fußbälle fertigen. Ein tolles Buch."
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