Bleistift

Ursula von der Leyen: Alleinerziehende waren zu lange am Rande des Arbeitsmarktes

Bei ihrem Besuch im SOS-Berufsausbildungszentrum Berlin bekräftigte die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Dr. Ursula von der Leyen, ihr Engagement für die Unterstützung und berufliche Qualifizierung von Alleinerziehenden.

Miriam begrüsst Ministerin Ursula von der Leyen Vor Ort konnte sie sich einen guten und lebhaften Eindruck von den Ausbildungsbedingungen in Teilzeit für junge Mütter und Väter machen. Auf Grund des aktuellen Fachkräftemangels haben Alleinerziehende derzeit bessere Chancen. „Durchstarten mit Kind“ unter familienfreundlichen Arbeitsbedingungen lautet die Devise für die Einrichtung, die Politik und auch für die kooperierenden Unternehmen nach der Veranstaltung.

Neben Ursula von der Leyen nahmen der Bundestagsabgeordnete Kai Wegner (CDU), Frank Henkel, Landesvorsitzender der CDU Berlin, Dr. Jens-Peter Heuer, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen, sowie Petra Schrader, Bezirksstadträtin für Jugend, Schule und Sport, an dem Termin teil. Hinzu kamen über 60 weitere Gäste, z. B. Vertreter der Jugendämter und JobCenter, aus Betrieben und der Politik sowie Freunde des SOS-Kinderdorf e.V.

Ursula von der Leyen mit SOS-Auszubildenden Im Vordergrund standen die erfolgreich umgesetzten Programme zur Förderung von Alleinerziehenden auf dem Weg in die Arbeitswelt. In den Modellprojekten „Gute Arbeit für Alleinerziehende“ (GAfA) und „Partnerschaft – Entwicklung – Beschäftigung: Perspektiven für Drei in Mitte“ (PEB), aber auch in Ausbildungsprogrammen des Jobcenters Berlin Mitte werden im SOS-Berufsausbildungszentrum Berlin jährlich mehr als 100 Alleinerziehende und junge Eltern gefördert und qualifiziert. Ursula von der Leyen betonte, dass es für sie wichtig ist, Programme nicht nur politisch auf den Weg zu bringen, sondern auch deren praktische Umsetzung durch soziale Träger wie den SOS-Kinderdorf e.V. kennen zu lernen. Es war für sie besonders interessant, dass fünf Teilnehmerinnen und Auszubildende anschaulich von ihren eigenen Erfahrungen berichteten.

Kinderbetreuung im BAZini

Konsens: Ursula von der Leyen und Einrichtungsleiter Burkhard Schäfer Sie erfuhr zum Beispiel, dass die 22-jährige Maria P. ihre betriebliche Ausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt abbrechen musste, da bereits die erste Krankmeldung für ihren kleinen Sohn von ihrem damaligen Chef nicht akzeptiert wurde. Die Teilzeitausbildung zur Bürokauffrau im SOS-Berufsausbildungszentrum ermöglicht es Maria nun, alles unter einen Hut zu bekommen und mit ihrem Kind durchstarten zu können. Für den Notfall gibt es hier eine eigene Kinderbetreuung, das BAZini. Und auch für Magdalena H., die eine schwerbehinderte sechsjährige Tochter hat, ist die Einrichtung ein Glücksfall. In einem Monat beendet sie ihre zweijährige Ausbildung als Fachkraft im Gastgewerbe und würde am liebsten noch ein Jahr aufsatteln. Kerstin B., Mutter von vier Kindern, berichtete abschließend von ihrer erfolgreich vermittelten Umschulung. Auch als 45-Jährige muss es Möglichkeiten zur beruflichen Eingliederung geben, so Kerstin B. Schließlich möchte sie noch 22 Jahre arbeiten.

Einrichtungsleiter Burkhard Schäfer stellte am Ende der Veranstaltung fest: „Die hohe Motivation der jungen Frauen beeindruckt mich immer wieder. Obwohl sie viel mehr Stress haben, schaffen sie ihre Ausbildung oft in kürzerer Zeit.“ Und auch viele Unternehmen denken um und wissen den Wert von Alleinerziehenden zu schätzen – Grund genug für die Einrichtung und für die Bundesministerin, weiter zu machen und eine Regelförderung anzustreben.