Bleistift

Mehr Großfamilie: Anja und Gerit Kling besuchen Berliner SOS-Kinderdorf

Anja und Gerit Kling mit Kindern

„Ich kenne euch doch aus dem Fernsehen, oder? Seid ihr Zwillinge? Oder Schwestern?“, fragt ein Mädchen aus dem SOS-Kinderdorf in Berlin-Moabit die beiden Besucherinnen aufgeregt. Und dann erinnert sie sich an die Serien im Fernsehen. Gerit Kling (46) lächelt, ihre Schwester Anja zückt einen Kugelschreiber und unterschreibt bereitwillig auf dem Unterarm der Jugendlichen. Was sie nun mache, wenn sie sich waschen müsse, wird die 14-Jährige gefragt. „Ich wasche mich nie wieder!“, erwidert sie stolz und verschwindet in dem Bau in der Waldstraße.

Die beiden Schauspielerinnen und neuen Botschafterinnen für die SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Deutschland besuchten vor Kurzem die seit 2005 bestehende Einrichtung, in der Kinder untergebracht sind, deren Familien durch Armut, Drogen oder schlichtweg Überforderung bei der Erziehung in Not geraten sind. Anja Kling mit Mädchen am Maltisch Sie malten dabei mit Kindern der angeschlossenen Kita und lernten auch die verschiedenen Programme kennen, die rund um die Einrichtung für den Stadtteil angeboten werden – vom Computerunterricht über Sprachkurse bis zum Yoga-Training. Beide sind seit Jahren in den unterschiedlichsten Rollen im Fernsehen präsent, aktuell stand Anja Kling (41) für Sat.1 als Kommissarin „Hannah Mangold“ vor der Kamera. Der Pilotfilm zur Krimi-Serie soll im Herbst dieses Jahres ausgestrahlt werden. Im Januar waren die im brandenburgischen Wilmershorst bei Potsdam aufgewachsenen Geschwister gemeinsam in der Traumschiff-Folge Bora Bora im ZDF zu sehen.

Größer könnte der Kontrast zu den SOS-Kinderdörfern nicht sein. Und doch gibt es eine Parallele: Die Kinder, die hier betreut werden, leben quasi in einer großen Familie, es gibt Betreuer, Psychologen, Sozialpädagogen und eine Kinderdorfmutter, die rund um die Uhr für die Kinder und Jugendlichen da ist. Anja und Gerit Kling wiederum wohnen mit ihren Kindern seit einigen Jahren wieder in Wilmershorst. Während der Dreharbeiten kümmern sich oft die Mutter oder die Partner um den Nachwuchs. Gerit Kling hilft Mädchen beim Klettern Die Familie wird auch bei den Klings im wahrsten Sinne groß geschrieben. „Die Kinder wachsen behütet auf, man nimmt Rücksicht aufeinander, man ist selten allein und nicht einsam. Das ist etwas was wir gerne leben und was uns gefällt“, sagte Anja Kling. Und es sei doch auch für die Kinder im SOS-Kinderdorf „tausendmal besser“, wenn man ihnen helfe, als sie alleine zu lassen, sagte Anja Kling. Ihre fünf Jahre ältere Schwester Gerit ergänzt. „Dadurch würden auch Langzeitschäden vermieden“. Außerdem würden die Kinder nicht für immer von ihrer Familie getrennt sein. Ziel sei es, sie nach einer gewissen Zeit wieder zusammenzuführen. Auch Anja Kling kann sich vorstellen, mal eine Familienberatung in Anspruch nehmen zu müssen. „Wir haben ganz normale Kinder, die sich in der Trotzphase befinden und sich auch mal daneben benehmen. Ich habe bei beiden die Pubertät noch vor mir, Gerits Sohn ist jetzt mittendrin“, sagt sie und fügt hinzu: „Da gibt es immer Schwierigkeiten“.

In den kommenden Monaten wollen die Kling-Geschwister SOS-Kinderdorf unterstützen und für den Verein werben. „Wir stehen erst am Anfang und haben heute Ideen gesammelt“, räumt Gerit ein. Sie könne sich gut vorstellen, den Kinders aus ihrem Buch „Unser großes Haus“ vorzulesen oder sie mal zum Set mitzunehmen.

Hinweis: Fotomaterial ist über die dpa erhältlich

Das SOS-Kinderdorf in Moabit wurde 2005 eröffnet und beherbergt derzeit rund 24 Kinder in Kinderdorffamilien. Es richtet sich vor allem an Familien aus dem Stadtteil, der von sozialen Konflikten, Armut und Isolation gekennzeichnet ist. Das Berliner Kinderdorf war das erste seiner Art in einer deutschen Großstadt.

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