Interdisziplinäre Frühförderung

Die Frühförderung ist eine Anlaufstelle für Eltern, deren Kinder Entwicklungsauffälligkeiten zeigen. Die Angebote richten sich an Kinder im Alter von der Geburt bis zum Schuleintritt.

Vorgestellt werden:

  • Säuglinge und Frühgeborene mit Entwicklungsrisiken
  • Kinder mit Behinderung oder Mehrfachbehinderung
  • Kinder mit Verhaltensbesonderheiten
  • Kinder mit Lern- und Leistungsstörungen
  • Kinder, deren Entwicklung gefährdet ist

Angeboten werden:

  • Diagnostik, Förderung und Therapie für Kinder
  • begleitende Beratung der Eltern

Zur Erfüllung dieser Aufgaben arbeiten unterschiedliche Fachkräfte in einem interdisziplinären Team zusammen:

  • PsychologInnen
  • Kinderarzt
  • Heil- und SozialpädagogInnen
  • PhysiotherapeutInnen
  • ErgotherapeutInnen
  • LogopädInnen

Unser Angebot im Überblick

Beratungsangebot



Das SOS-Kinderzentrum bietet für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern bis zum 3. Lebensjahr ein spezielles Beratungsangebot an, wenn die Kinder sogenannte frühkindliche Regulationsprobleme, wie z.B. Schlafprobleme, exzessives Schreien, Fütter-, Ess-, Gedeihstörungen oder andere Verhaltensweisen zeigen, die den familiären Alltag stark belasten (z.B. übermäßiges Trotzen, Klammern, vermehrte Unruhe).

Mögliche Bestandteile des Beratungsangebots sind ein Erstgespräch, eine Spiel-/Verhaltensbeobachtung, eine entwicklungsneurologische Untersuchung, eine pädagogisch-psychologischen Diagnostik, eine Interaktionsbeobachtung und -beratung, eine entwicklungspsychologische Beratung und/oder entwicklungsunterstützende Spielangebote. Die Auswahl und Kombination der entsprechenden Angebote richtet sich nach der individuellen Situation. Ziel der Beratung sind eine Entlastung der Eltern, eine Stabilisierung des Kindes und die Entwicklung eines positiven Miteinanders zwischen Kind und Eltern.

Die Beratung ist im Umfang bis zu 10 Terminen für die Eltern kostenfrei. Sollte darüber hinaus ein Beratungs-/Behandlungsbedarf bestehen, wird gemeinsam mit den Eltern nach geeigneten Maßnahmen gesucht.

Ergotherapie

In der Ergotherapie stehen Handlung und Handlungsfähigkeit im Vordergrund.

Die Aufgabe der ErgotherapeutIn in der Frühförderung ist es, die Entwicklung grundlegender Fertigkeiten und Fähigkeiten als Voraussetzung zur Handlungsfähigkeit zu begleiten, zu unterstützen und zu fördern. Das Kind soll alle Fähigkeiten und Fertigkeiten erlangen, die nötig sind um den schulischen und gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden.

Die Ergotherapie beachtet daher die unterschiedlichsten Bereiche, wie Motorik, Sensorik, Kognition, soziale und emotionale Funktionen. Dies bedeutet, viele Überschneidungen mit anderen Disziplinen der Frühförderung, die durch individuelle Absprachen und im Austausch mit allen beteiligten TherapeutInnen getroffen werden müssen, deshalb jedoch auch eine optimale Versorgung angestrebt werden kann.

Hauptinhalte der ergotherapeutischen Behandlung in der Frühförderung sind:

  • Förderung der Konzentration und Ausdauer
  • Entwicklung problemlösender Strategien
  • Förderung fein-und graphomotorischer Kompetenzen
  • Sensibilisierung in der Wahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung
  • Verbesserung der Selbständigkeit u.a. durch den Einsatz von Hilfsmitteln
  • Förderung der Grobmotorik (Koordination und Gleichgewicht, etc.)
  • therapiebegleitende Elternberatung

Die Therapien finden ambulant im SOS- Kinderzentrum oder mobil im gewohnten Umfeld des Kindes statt.

Heilpädagogik

In der (heil-) pädagogischen Behandlung wird die Entwicklung des Kindes und seiner Persönlichkeit über Spiel und Interaktion angeregt.

Ressourcen und Stärken des Kindes und seiner Familie werden in ihrer Entfaltung unterstützt, um so Beeinträchtigungen auszugleichen, wenn möglich aufzuheben und weiteren Entwicklungsgefährdungen entgegenzuwirken.

Schwerpunkte der (heil-) pädagogischen Förderung sind die Stärkung des Selbstbewusstseins und des Selbstvertrauens sowie der Fähigkeiten des Kindes durch Förderung der

  • Lust am Entdecken und Freude im Aktivsein
  • Fähigkeit, sich selber zu regulieren und neue Erfahrungen zu integrieren
  • sozial-emotionale Kompetenzen
  • Wahrnehmung
  • Grob- und Feinmotorik
  • Konzentration und Ausdauer
  • Sprache und Kommunikationsfähigkeit / Handlungsplanung

In begleitenden Gesprächen mit den Eltern werden Fragen des Alltags erörtert, weitere Ziele abgesprochen, ggfs. die Integration des Kindes in den Kindergarten begleitet und der Eintritt in die Schule mit vorbereitet.

Die (heil-) pädagogische Behandlung erfolgt in der Regel einmal wöchentlich in der Einrichtung oder zu Hause bzw. im Kindergarten. Überwiegend wird das therapeutische Setting im Einzelkontakt mit dem Kind gestaltet, je nach Bedarf werden Eltern-Kind(er)-Stunden, Familiensitzungen oder eine heilpädagogische Kleingruppe angeboten.

Logopädie

Im Rahmen der Therapie werden die Basisvoraussetzungen für die Sprachentwicklung (Wortschatz, Artikulation etc.) geschaffen sowie darauf aufgebaut. Zu den Patienten, die in der Frühförderung logopädisch betreut werden, zählen unter anderem

  • Säuglinge und Kleinkinder mit Fütter-, Ess-, Trink- & Schluckproblemen
  • Kinder mit rezeptiven und expressiven Sprachentwicklungsverzögerungen und –Störungen im Rahmen von angeborenen und/oder erworbenen Schädigungen des zentralen Nervensystems
  • Kinder mit allgemeinen Entwicklungsverzögerungen sowie Kinder mit verschiedenen Syndromen etc.

Im Rahmen der Therapie werden die Grundbausteine der Sprachentwicklung (Artikulation, Wortschatz, Wortfindung, Grammatik, Sprachverständnis, Interaktion etc.) angebahnt, sowie erweitert. Dabei werden die motorische Entwicklung (Fein- und Grobmotorik) und die sozial-emotionale Entwicklung berücksichtigt.
Ziel ist es, für jedes Kind individuell die möglichst optimalste Kommunikationsform (verbal oder non- verbal) zu finden und es zu unterstützen.

Hierfür stehen verschiedene Therapieansätze zur Verfügung:

  • Cervico-Cranio-Oro-Faciale Therapie nach Brondo
  • Frühe Sprachanbahnung nach Zollinger
  • Fütterstörung im Baby- und Kleinkindalter nach Susanne Renk
  • Patholinguistische Therapie nach Kauschke & Siegmüller
  • Late-Talker nach Schlesinger
  • Therapie mehrsprachiger Kinder in der Frühförderung
  • Verbale Entwicklungsdyspraxie (VEDIT) nach Schulte-Mäter
  • Stottertherapie (Lidcombe Programm, Mini-Kids) usw.
Physiotherapie

Ziel der Physiotherapie ist die sensomotorische Förderung des Kindes unter Einbeziehung und Anleitung der Eltern. Schwerpunkt neben der individuellen Entwicklungsförderung sind Hilfen zur Alltagsbewältigung und Umfeldgestaltung.

Aufgaben der PhysiotherapeutInnen in der Frühförderung sind die Behandlung und Begleitung von ehemaligen Früh- und Risikogeborenen, Säuglingen mit Haltungsasymmetrien, Kindern mit sensomotorischen Entwicklungsauffälligkeiten, sowie die Betreuung von Kindern mit angeborenen und/ oder erworbenen Störungen des Zentralnervensystems.

Auch Kinder mit kognitiven Beeinträchtigungen,  mit Syndromen, Muskelerkrankungen oder anderen neurologischen Störungen werden behandelt. Ziel der Physiotherapie ist die sensomotorische Förderung des Kindes unter Einbeziehung und Anleitung der Eltern. Schwerpunkt neben der individuellen Entwicklungsförderung sind Hilfen zur Alltagsbewältigung und Umfeldgestaltung.

Dafür stehen den TherapeutInnen  verschiedenen Behandlungskonzepte zur Verfügung.

Die Therapien können ambulant im SOS- Kinderzentrum oder mobil im gewohnten Umfeld des Kindes stattfinden.

Im SOS- Kinderzentrum bieten wir Physiotherapie nach:

  • Bobath
  • Castillo-Morales®
  • Vojta
  • Osteopathische Behandlung für Säuglinge und Kleinkinder
  • Psychomotorik

Hintergrundinformationen zu den Therapien finden Sie auf folgenden Internetseiten:

www.bobath-vereinigung.de

www.castillomoralesvereinigung.de

www.vojta.com

www.osteokompass.de

www.psychomotorik.com

Psychologie

Die psychologische Arbeit im interdisziplinären Frühförderteam umfasst die Aufgabenbereiche Diagnostik, Therapieplanung, Beratung der Eltern und Behandlung von Kindern.

Die psychologische Diagnostik beinhaltet die Eingangs-, Verlaufs- und Abschlussdiagnostik der Kinder. In der psychologischen Diagnostik wird u.a. der Entwicklungsstand der Kinder untersucht. Dabei werden unterschiedliche standartisierte Testverfahren angewandt. Ziel dabei ist es, Auffälligkeiten in der Entwicklung des Kindes zu erkennen und mögliche Ursachen ausfindig zu machen. Anhand der Untersuchungsergebnisse wird in Absprache mit den Eltern das weitere Vorgehen abgestimmt und gegebenenfalls ein auf das Kind und sein Umfeld abgestimmter Förder- und Behandlungsplan entwickelt. Eltern und andere Bezugspersonen werden nach Bedarf in Alltags- und Erziehungsfragen beraten.