03. 07. 2017

Familie erleben – nicht nur am Tag der Familie

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SOS-Kinderdorf unterstützt Familien und bietet Alternativen

Familie bedeutet Schutz, Geborgenheit, Gemeinschaft, aneinander wachsen. Damit dies alle Kinder erfahren dürfen, bietet der SOS-Kinderdorf-Verein Familien in schwierigen Lebenslagen vielfältige Unterstützung, zum Beispiel im SOS-Kinderdorf Saarbrücken im Bereich Familie und Bildung. Und das nicht nur am 15. Mai, dem Internationalen Tag der Familie. Denn das Kernanliegen von SOS-Kinderdorf ist es, dass Kinder auch mit schwierigen Startbedingungen sich zu selbstbestimmten und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten entwickeln können.

Gerade Kinder von Alleinerziehenden sind oft von Armut bedroht bzw. betroffen. Um die Elternteile, die Arbeitslosengeld II beziehen, zu unterstützen, gibt es die Maßnahme „Individuelles Coaching für Alleinerziehende (InCA)“ beim SOS-Kinderdorf Saarbrücken. Sie erhalten hier passgenaue Unterstützung, damit Sie ins Arbeitsleben einsteigen und die Familie und den Beruf vereinbaren können. Die Maßnahme individuelles Coaching für Alleinerziehende ist ebenso wie die Maßnahme der Beruflichen Aktivierung Seitens des Jobcenter und Europäischer Sozialfonds finanziell gefördert.

„Anfangs dachte ich nur, was soll ich in so einer Maßnahme und war sehr skeptisch. Mittlerweile habe ich erkannt, dass ich hier genau die Unterstützung bekomme, die ich benötigt habe. Ich lebe seit 11 Jahren  von Arbeitslosengeld II, habe auch keinen Beruf gelernt und dachte ich kann eh nichts. In INCA bekomme ich Motivation und erlebe, welche Fähigkeiten  ich habe. Ich habe bereits ein Praktikum im Kinderbetreuungsbereich absolviert und werde nach InCA eine Qualifizierung als „Fachkraft für Bildung und Betreuung an der Freiwilligen Ganztagsschule“ absolvieren“, sagt Tatjana F. und sie fügt weiter hinzu: „Die Freiwillige Ganztagschule“, an der ich mein Praktikum absolviert habe, wird mich dann auch einstellen. Ich hätte nie gedacht,  dass ich mal aus dem Bezug von Sozialhilfe rauskomme. Nun habe ich das Gefühl dazuzugehören und ein ganz neues Selbstbewusstsein bekommen.“  Die so erstarkte InCA-Teilnehmerin findet es auch toll, dass sich das Team von InCA für den Tag der Familie am 15.Mai ein passendes Unterrichtsthema ausgedacht hat.

Wichtiges Thema: Vereinbarkeit von Familie und Beruf

„Wir haben in einem entspannten Rahmen mit den Teilnehmer/innen besprochen, wie sie dauerhaft den Ansprüchen und Widersprüchen einer Vereinbarkeit von Familie und Beruf gerecht werden können“, berichtet Lucille Rehling eine der Beraterinnen im Team von InCA. Oft unterschätzen nämlich die vom Jobcenter des RV Saarbrücken zugewiesenen Frauen, wie wichtig es ist, ihren Kindern und sich selbst gezielt positive Anreize zu geben um den oftmals zermürbenden Spagat hinzubekommen. Tatjana F. geht es genauso: “Ich habe heute gezielte Umsetzungsanregungen erhalten, die wenig kosten, aber positive Energie bringen. Heute Abend werde ich, nach einem gemeinsamen Spieleabend ein entspanntes Bad nehmen und die Gesichtsmaske, die ich heute im Unterricht angefertigt habe, auflegen. Für meine Kids habe ich heute kleine Präsente des SOS-Kinderdorfs erhalten, mit denen sie sich dann beschäftigen können. Lina, meine Älteste hat ein neues Pferdebuch, Paul ein Steckspiel und Ina ein Malbuch bekommen. So haben wir heute alle etwas ganz besonderes vor.“ Es entsteht im Kleinen die Energie für die großen Veränderungen im Leben der langzeitarbeitslosen und alleinerziehenden, jungen Mutter.

Nicole Müller, eine der Sozialpädagogischen Mitarbeiterinnen in der Maßnahme, die den Unterricht „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ gestaltet, stellt häufig fest, wenn die Frauen den Einstieg in den Beruf finden, laufen sie leicht Gefahr, neben den Zeiten für Anspannung, diese für Entspannung zu vernachlässigen. „Daher ist es wichtig, im Rahmen des Unterrichts hier vorzubeugen, bevor auf Dauer eine Überlastungssituation entsteht, die dann zu Krankheit führen kann. Schöne Momente mit den Kindern sind hier ebenfalls wichtig einzuplanen.“ Welcher Tag wäre da besser geeignet als Tag der Familie?

Unterstützung für Frauen mit Fluchthintergrund

Ähnliches berichtet Sama Z. aus der Maßnahme Berufliche Aktivierung für Frauen mit Fluchthintergrund im Sozialbereich (BAFFiS)“ Sie ist vor einem Jahr, mit ihren beiden Kindern nach Deutschland geflüchtet und hat in Ihrem Heimatland als Lehrerin gearbeitet. Hier hat sie die Anerkennung als Pädagogische Fachkraft erhalten und erlernt, im Rahmen dieser Maßnahme, wichtige Inhalte für diese Tätigkeit in Deutschland. „Wir haben am Montag Trommeln aus Blumentöpfen und Butterbrotpapier gebastelt und bemalt. Die Trommeln sind richtig toll geworden und als wir danach gemeinsam getrommelt haben, war das richtig entspannend und wir haben viel gelacht. Nun habe ich nicht nur eine Idee; was ich mit meinem Arbeitsfeld mit den Kindern sinnvoll gestalten kann, sondern werde auch heute Abend mit meinen Kindern einen schönen Abend haben und Trommeln bauen.“ Die Materialien hat sie auch als kleines Geschenk zum Tag der Familie vom SOS-Kinderdorf Saarbrücken bekommen. Tag der Familie sollte öfter - oder besser noch -immer sein.