Beratungszentrum Kinderschutz

Mädchen mit Pusteblume

Das Beratungsangebot für Kinder, Jugendliche und Eltern mit Gewaltbelastungen ergänzt das Leistungsspektrum des SOS-Kinderdorfes Saarbrücken im Bereich der ambulanten und stationären Jugendhilfemaßnahmen. Mehr darüber erfahren Sie hier.

SOS-Kinderschutz und Beratung Saar ist eine Anlauf- und Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und deren Eltern, bei körperlichen und seelischen Gewaltbelastungen. Zielgruppe sind misshandelte, vernachlässigte und sexuell missbrauchte Mädchen und Jungen, deren Familien/Bezugspersonen und die im Hilfeprozess beteiligten Fachkräfte.

Kinder und Jugendliche können sich an uns wenden, wenn sie

  • Kummer und Sorgen in ihrer Familie haben.
  • das Gefühl haben, dass niemand sie ernst nimmt und versteht.
  • oft traurig und bedrückt sind oder ständig Ärger und Schwierigkeiten bekommen.
  • körperliche und/oder seelische Gewalt erlitten haben und sich niemand so richtig um sie kümmert.
  • von Fremden, Bekannten oder in ihrer Familie sexuell belästigt, bedrängt oder ausgenutzt werden
  • sich alleine gelassen fühlen und einfach nicht wissen, wie es weitergehen soll.
  • wenn sie ernst genommen werden wollen und jemanden suchen, um zusammen Lösungen findet.

Wir nehmen euch ernst und suchen mit euch zusammen Lösungen.

Eltern können bei uns Beratung und Unterstützung finden, wenn sie

  • sich Sorgen um die Entwicklung ihrer Kinder machen.
  • merken, dass ihnen alles "über den Kopf wächst" und Sie häufig die Geduld und Zuversicht verlieren.
  • darunter leiden, dass in ihrer Familie das Leben von Gewalt (Schläge, Demütigungen) bestimmt wird.
  • feststellen, dass sich ihr Kind sexuell auffällig verhält oder durch sexualisierte Handlungen die Grenzen anderer Kinder verletzt.
  • wissen oder befürchten, dass ihr Kind sexuell missbraucht oder gequält wird.
  • ein Kind haben, das bei Polizei und Gericht als "Opfer-Zeuge" aussagen soll.

Viele Eltern glauben, sie müssten es alleine schaffen. Aber: Mit Hilfe von außen geht es vielleicht besser.

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie sich an uns wenden sollen oder nicht, sollten Sie folgendes wissen:

  • Wir beraten Sie telefonisch (auch anonym) oder laden Sie zu einem Gesprächstermin ein.
  • Die Inhalte der Beratungsgespräche werden vertraulich behandelt.
  • Wir überlegen mit Ihnen gemeinsam, welcher Weg der beste ist.
  • Wir begleiten und unterstützen Sie in der Kontaktaufnahme zum Jugendamt und anderen Hilfeeinrichtungen.
  • Sie entscheiden, ob Sie unsere Hilfen annehmen wollen oder nicht.
  • Die Beratung ist für Sie kostenfrei.
  • Alle Mitarbeiter haben ein abgeschlossenes sozialwissenschaftliches Studium und therapeutische Zusatzausbildungen.

Weitere Angebote von SOS-Kinderschutz und Beratung Saar sind:

  • Fachberatung für Mitarbeiterinnen von Einrichtungen (Kindergärten, Schulen, Kliniken, Jugendhilfeeinrichtungen)
  • Beratung bei Kindeswohlgefährdung (Schutzauftrag nach § 8a KJHG)
  • Präventive Arbeit (mit Eltern, Kindern, Jugendlichen und Fachkolleginnen)
  • Präventionsprojekte in pädagogischen Einrichtungen
  • Sozialpädagogische Prozessbegleitung (für minderjährige Opferzeuginnen, Eltern und Fachkräfte vor, während und nach Strafverfahren)
  • Öffentlichkeitsarbeit (um ein neues Verständnis von der Entstehung familiärer Gewalt zu vermitteln und die Übernahme sozialer Verantwortung zu fördern)

Modellprojekt zur bundesweiten Fortbildungsoffensive für Mitarbeiter/ innen der Kinder-/und Jugendhilfe

Das im Mai 2011 mit Mittel des Bundesfamilienministeriums in Betrieb genommene Modellprojekt, mit 3 Jahren Laufzeit, richtet sich sowohl an pädagogischen Fachkräfte  und ehrenamtliche Mitar­beiter­­/innen, die in (teil-)stationären Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe tätig sind als auch an die Leitungskräfte dieser Institutionen. Es zielt darauf ab  Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene nachhaltig vor sexualisierter Gewalt zu schützen.

Die Mitarbeiter/innen der beratenen Einrichtungen werden umfassend zum Themenschwerpunkt sexua­li­sier­te Gewalt fortgebildet und dabei unterstützt, institutionelle Strukturen aufzu­bauen, die sexualisierte Gewalt verhindern sollen. So werden einrichtungsspezifische Risikopotentiale abgebaut und verbindliche Verfahren für den Umgang mit vermuteten und erwiesenen Fällen von sexualisierter Gewalt eingerichtet. Das Modellprojekt des SOS-Kinderdorf Saarbrücken ist dabei schwerpunktmäßig für Einrichtungen aus dem gesamten Saarland und Teilen von Rheinlandpfalz zuständig. Fast alle Fortbildungen werden als Inhouse-Veranstaltungen bei den Trägern angeboten.

In einem Erstgespräch mit den Leitungen vor Ort erfolgt zu Anfang eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Standards, Handlungsleitlinien und Erfahrungen im Umgang mit dem Problembereich sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Es werden Erwartungen geklärt und eine dem individuellen Bedarf der jeweiligen Einrichtung entsprechende Schulungsreihe geplant, die in der Regel 10 Fortbildungstermine umfasst. Zu den weiteren Rahmenbedingungen gehört die Einrichtung einer einrichtungsinternen Steuerungsgruppe, in der Vertreter/ innen der Leitungsebene oder/ und Einrichtungsleiter/ innen sowie Mitarbeiter/innen- Vertretungen und/ oder einrichtungsinterne „insoweit erfahrene Fachkräfte“ zusammen mit der Fortbildungsfachkraft den gesamten Fortbildungsprozess begleiten. Außerdem ist auch die Unterstützung bei der Einführung von Beschwerdemanagementverfahren, wie es das neue Kinderschutzgesetz vorsieht, eine zentraler Aufgabenschwerpunkt.