18. 09. 2017

Erlebnisreiche Tage für Mädchen im SOS Kinderdorf Saar

Im Team geht's hoch hinaus

Im Team geht's hoch hinaus

Gemeinsam geht's besser!

Sommerferien, Sonne, freie Zeit und neun spannende Tage mit der Erlebniswerkstatt Saar standen für zehn Mädchen aus dem SOS Kinderdorf Saar auf deren Ferienprogramm.

Eine erste Aufgabe war es, aus all den interessanten Angeboten der Erlebniswerkstatt Saar die Angebote auszuwählen, die sich für die Mädchen auch stimmig anfühlten - ein spannender Prozess zu Beginn! Aufgelockert durch Kooperationsspiele draußen und eine wache, engagierte Erlebnispädagogin der Erlebniswerkstatt entstand im Ergebnis eine bunte Mischung an Aktivitäten, zu denen sich die Mädchen entscheiden konnten und es gab zugleich einen ersten Geschmack, dass es in unserer Zeit viel darum gehen würde, gemeinsam und kreativ Aufgaben zu lösen.

Mutproben im Hochseilgarten

Kooperationsspiele helfen, damit aus Fremden ein Team wird Bild vergrößern

Kooperationsspiele helfen, damit aus Fremden ein Team wird

So ging es in der gleichen Woche an einem Nachmittag zum Hochseilgarten der Erlebniswerkstatt Saar und der eigene Mut war herausgefordert. „Schaff ich das? Oh Gott- acht Meter hoch!“ waren laute Gedanken sowie auch viel Zuspruch wie „natürlich geht das, kuck mal, Schritt vor Schritt und ich halte Dich fest“ waren laute Gedanken der Mädchen beim innerlichen Abwägen und Ausprobieren in der Wirklichkeit. Toll war, dass eine Kletternde immer von drei Sicherungen am Boden begleitet wurde: die direkt Sichernde, das zweite Gewicht und eine dritte, die das Seil immer einsatzbereit hielt- Teamarbeit war gefragt. Und nebenbei konnte das Mädchen oben im Seilgarten von der Basis motiviert werden. Der Mut wuchs und immer wieder neue Herausforderungen lockten- sogar die, dass man von einem Standpunkt in luftiger Höhe mit einem Sprung an ein Trapez springen musste: oben stehen, abwägen, mit seinem Mut sprechen, ihn zurück holen, wenn er sich entfernte, mit der Basis sprechen, ob das Sicherungsseil unter Kontrolle ist und dann….springen, laut schreien, befreit sein von der angestauten Mischung aus Bange, Zweifel und „ich kann das gar nicht“. Zurück ging es mit viel Mut, neuem Selbstvertrauen, Kraft und Müdigkeit im Gepäck.

Gemeinsam durch die Strömung

Die Sonne begleitete den nächsten Tagesausflug zur Saar hoch nach Saarburg, wo wir unsere Erlebnispädagogin vor Ort trafen, um mit ihr unsere überlegte Tour über die Saar zum Saaraltarm und zurück zur Kanustation zu fahren. Während wir mit der Strömung auf der Seite der Saar bis zum Umstieg recht leicht paddeln konnten, mussten wir uns an den Schiffsverkehr auf der Saar gewöhnen und blieben am vorgeschriebenen Rand. Wir trugen unsere drei Boote um an der Schleuse, so dass wir- warmgepaddelt- das Naturschutzgebiet des Saaraltarms mit seinen kleinen Stromschnellen, Graureihern und Seerosen in einer gemütlichen Paddeltour bei schönstem Wetter entdecken konnten. Auch hier war in den einzelnen Kanus die Zusammenarbeit gefragt: klappt es besser, wenn jede ihre Aufgabe auf ihrer Position einnimmt oder macht jede alles? Auf dem Saaraltarm hatten sich die einzelnen Aufgaben pro Boot gut eingespielt bevor sie auf dem Weg zurück- nun stromaufwärts und mit Müdigkeit vom Tag hart auf die Probe gestellt wurden. Doch der Zusammenhalt der gesamten Gruppe zeigte sich und das erste Kanu kehrte zum hintersten zurück, half mit dem dritten Boot zusammen aus, so dass auch das hinterste Boot wieder ungefähr in Fahrtrichtung seinen Weg aufnehmen konnte. Wie erfrischend war nach beendeter Kanutour dann ein Bad in der Saar! Jubelnd und kreischend wurde kurzzeitig an der Kanustation ein Schwimmbad durch die Mädchen eröffnet und Geist und Körper so erfrischt, dass neue Energie da war, um noch letzte Absprachen für die nächste Tour zu treffen.

Die ging dann an „einen ungewöhnlichen Ort, mit Höhlen, Hängebrücke, Wasserfall und Klettermöglichkeit“. All diese Möglichkeiten fand unsere Erlebnispädagogin tatsächlich in einem Wanderweg, den wir an diesem Tag jedoch nicht umfassend erleben konnten, da dann wirklich der Weg das Ziel war. Die Aushandlungsprozesse der Gruppe nahmen viel Zeit in Anspruch und so wurde es eine kürzere Wanderung an einem warmen Sommertag, bevor die Mädchen in ihre drei Tage Zelten aufbrachen und alle langwierigen Aushandlungen hinter sich hatten - denn die waren ja auf der Wanderung erledigt.

Die innere Struktur finden

Drei Tage zelten: das bedeutet für 11 Personen einkaufen, gemeinsam Zelte aufbauen… die Gruppe begann, ihre innere Struktur zu finden und zusammen zu wachsen. Obwohl das Wetter anfangs kühler war und die Sonne durch eine Wolkendecke nur kurz durchkam, tat es der Stimmung im ´Camp´ keinen Abbruch. Barfuß im Matsch, auch mal nass werden und wieder trocknen, immer mehr sich draußen zu Hause fühlen. Ein Lagerfeuer am Abend brachte Ruhe in den Tagesabschluss, Stockbrot mit Nutella einen süßen Nachtisch um gut in der Nacht schlafen. Eine Bilderrallye am nächsten Tag durch den Ort führte bergauf und – ab, durch den Wald, am Bach vorbei bis an die Saar, wo die Mädchen in zwei Gruppen einem weiteren Wunsch nachkamen: ein Floß zu bauen.

Dass es unglaublich viele Wege gibt, ein Floß zu bauen, zeigten die Mädchen an diesem Nachmittag. Und wenn das Floß dann doch nicht so arg lang schwamm?- „Aber es schwamm“ war der Tenor… und es machte genauso viel Spaß, mit dem Boot ins kühle Nass abzutauchen als auch, das andere Floß mit viel Gekreische zu entern. Der Tenor war bei Abfahrt vom Camp einstimmig: „ich wär´ gerne noch geblieben“. Zum Glück gab uns ein Abschlussgrillen im Kinderdorf mit Pizza Calzone, weiteren Kooperationsspielen, Bilder von den Erlebnistagen anschauen, in die Nacht hinein am Lagerfeuer sitzen und quatschen die Möglichkeit, diese erlebnis- reichen Tage gemütlich ausklingen zu lassen.