50 Jahre SOS-Kinderdorf Oberpfalz

Mädchen und Junge spielen mit Luftballons

Mit einem bunten Fest feierte das SOS-Kinderdorf Oberpfalz seinen 50. Geburtstag

Im Jahr 1967 zogen die ersten SOS-Kinderdorfmütter und Kinder in das SOS-Kinderdorf Oberpfalz ein. Ab den 1990er Jahren entwickelte sich das Kinderdorf zu einem modernen Jugendhilfeverbund: neben dem Kern-Angebot der Kinderdorffamilien und der stationären Hilfe zur Erziehung wurden zahlreiche pädagogische Angebote etabliert, die Unterstützung für Kinder, Jugendliche und Familien in Krisensituationen oder bei Schulproblemen boten und auch jenseits der Grenzen des SOS-Kinderdorfs viel Zuspruch fanden.

50 Jahre ist für Kinder ein hohes Alter, für ein Dorf nicht, sagte Dekan Dr. Wenrich Slenczka beim ökumenischen Festgottesdienst. Er sah in den fünf Jahrzehnten einen Grund der Dankbarkeit für die Kinder die hier gelebt und für die Menschen, die sich um sie gesorgt haben. Domkapitular Thomas Pinzer teilte als symbolisches Geburtstagsgeschenk Kletterhaken mit dem Aufdruck „Ich bin gehalten“ aus.

Ein herzliches Willkommen richtete Holger Hassel an die SOS-Kinderdorfmütter der ersten Stunde, die heute 90jährige Hedwig Pollak und Elisabeth Skolaude, an seine Vorgänger Hans-Manfred Milde und Alfred Schuster sowie ehemalige Kinder der ersten Stunde. Auch zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft konnte Holger Hassel gemeinsam mit der neunjährigen Fiona und dem 13jährigen Marcel begrüßen.

Viel Wertschätzung

Mehr denn je brauchen Kinder ein Zuhause, eine Mutter, Geschwister und den Schutz der Gemeinschaft, so Dr. Kay Vorwerk, Vorstandsvorsitzender des SOS-Kinderdorf e. V. Ehrenpräsident Helmut Kutin und Regierungspräsident Axel Bartelt dokumentierten ebenso ihre Wertschätzung wie Landrat Wolfgang Lippert.  Bayerns Sozialministerin Emilia Müller betonte  in ihrer Rede die Arbeit des Vereins: „Sie leisten hier Großartiges! Sie ermöglichen Kindern und Jugendlichen, die weniger Glück im Leben hatten als manch andere, ein funktionierendes familiäres Umfeld. Sie erleben Wertschätzung und das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Auf dieser Basis können Wunden heilen und das Selbstwertgefühl wachsen“. Umrahmt wurde der Festakt von musikalischen Einlagen der Kinderdorfmütter und Kinder, der Musikgruppe des Kinderdorfes sowie dem Kinderchor „Bunte Töne“ aus Immenreuth.

Ein abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt

Am Nachmittag schloss sich ein Familienfest mit einem abwechslungsreichen Programm an: Am Dorfplatz gab es nicht nur Kaffee und Kuchen, auch für musikalische Unterhaltung und tänzerische Einlagen war dort gesorgt. Sowohl die Kindergruppe des Trachtenvereins Haidnaabtaler aus Trabitz erntete für ihren Auftritt ebenso den Beifall der vielen Besucher wie auch die Beatboxer sowie die Jazz-Combo „Swazz“. Im gesamten Kinderdorf gab es sportliche Angebote zu Hauf: Die Kinder konnten sich auf Slacklines versuchen, sich beim Stelzenlaufen oder Sackhüpfen messen, mit Mountainbikes einen waghalsigen Parcours abfahren oder unter Anleitung Bogenschießen üben. Bunte und phantasievolle Kindergesichter wurden bemalt, Haare geflochten und Glitzer-Tattoos aufgetragen. Das historische Kettenkarussell war ebenso umlagert wie die Kübelspritze der Feuerwehr.  Die kreativen Bastelangebote der Kinderdorfmitarbeiter wurden nicht nur von den kleinen Besuchern begeistert angenommen.

Rundgang durch das SOS-Kinderdorf ermöglichte Einblicke in den Alltag

Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort über Leben und Alltag der Kinder und Jugendlichen zu informieren. Von vielen unserer  Besucher haben wir nach dem Fest sehr schöne, lobende und zum Teil berührende Rückmeldungen bekommen. Das zeigt uns, welche große Anerkennung und Rückhalt die Arbeit des SOS-Kinderdorfvereins in der Gesellschaft nach wie vor hat. Den Abschluss gestaltete Geraldino mit seiner Musik für Kids und die ganze Familie.  Am Schluss waren sich alle einig: Es war – mit Ausnahme des wechselhaften Wetters – ein gelungener Festtag!

Die schönsten Bilder vom Jubiläumsfest - von Bernhard Kreuzer und Alexander Lang