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Drei Kinder schauen Bücher an.

Marion Glass ist die dienstälteste Ehrenamtliche im SOS-Kinderdorf-Zentrum in Bremen 

Marion Glass organisiert den Bücherflohmarkt Bild vergrößern

Marion Glass organisiert den Bücherflohmarkt

„Hier pulsiert das Leben“, schwärmt Marion Glass – und treffender könnte man ihren Wirkungsort wohl kaum beschreiben, denn im SOS-Kinderdorf-Zentrum in der Bremer Neustadt ist immer etwas los. Das offene Café mit der großen Spielecke für Kinder ist das Herzstück des Zentrums und ein Treffpunkt für Familien, Berufstätige aus der Nachbarschaft und Senioren. Hier finden bunte Flohmärkte, Spielaktionen für Kinder oder auch kleine Konzerte und Lesungen statt. Mittendrin ist Marion Glass und engagiert sich so viel sie nur kann. Zweimal pro Woche fungiert die 65-jährige Rentnerin hier als Gastgeberin, begrüßt neue Gäste, kümmert sich darum, dass die Tische sauber sind und die Dekoration stimmt und ist erste Anlaufstelle bei Fragen und Problemen. Darüber hinaus organisiert die Bremerin verschiedenste Veranstaltungen im SOS-Kinderdorf-Zentrum – vom Bilderbuchkino bis hin zum Handarbeitsstammtisch.

Seit 32 Jahren ehrenamtlich tätig

Begonnen hat Marion Glass‘ ehrenamtliche Karriere im Jahr 1982, damals selbst Mutter zweier Kinder im Grundschulalter. Im Mütterzentrum in Bremen-Huchting besuchte sie den Kurs „Kosmetik selber machen“, kurz darauf einen Aquarellmalkurs und ehe sie sich versah, übernahm die kaufmännische Angestellte ehrenamtlich den Job als Kassenwartin. „Damals wurde mir einfach eine Zigarrenschachtel mit etwas Geld in die Hand gedrückt“, lacht die Bremerin, „ich habe mir dann erst einmal selbst ein Bank- und Kassenbuch angelegt und angefangen, die gesamte Buchführung über meinen PC zu verwalten.“ Innerhalb der folgenden Jahre wuchs das Vereinsvermögen um ein Vielfaches an. Neben ihrer Tätigkeit als Kassenwartin brachte sich die Bremerin aber auch damals schon inhaltlich ein. Sie veranstaltete anlässlich des Internationalen Frauentages ein offenes Gespräch mit einem Rentenberater, organisierte Treffen zwischen jungen Müttern und Senioren, kümmerte sich auch um die Einrichtung neu bezogener Räumlichkeiten. „Ich habe damals vieles einfach gemacht und ausprobiert und dabei jede Menge gelernt“, blickt die heute 65-jährige auf diese aufregende Zeit zurück.

Bilderbuchkino: Marion Glass liest gerne vor Bild vergrößern

Bilderbuchkino: Marion Glass liest gerne vor

Nach einiger Zeit fand Marion Glass im Aufbau des Mütterzentrums in der Bremer Neustadt eine neue Aufgabe. Gemeinsam mit zwei weiteren Frauen kämpfte die Bremerin an vorderster Front für den Erhalt des gerade neu entstandenen Zentrums. Die Aufgaben wurden vielfältiger und anspruchsvoller: „Ich war jetzt nicht nur die Kassenwartin, die nur Zahlen im Kopf hat, ich bin hier sehr kreativ aktiv geworden, habe die Jahresberichte geführt, Pressearbeit übernommen, Werbeflyer entwickelt und Veranstaltungen mitgestaltet“, erzählt sie. Nach finanziell schwierigen Jahren gelang es den Frauen 2007 „Ihr“ Mütterzentrum in die guten Hände des SOS-Kinderdorfvereins zu geben.

"Kinder müssen Bücher haben"

Das Mütterzentrum war Grundlage für das heutige SOS-Kinderdorf-Zentrum. Ziel des Stadtteil- und Familienzentrums ist es, Kinder, Jugendliche und Familien zu beraten, zu fördern und zu unterstützen. Die Angebote sind unterschiedlich und lassen viel Raum für die Ideen von engagierten Menschen wie Marion Glass. Die Bremerin hat hier im sozialen und kreativen Bereich ein neues Wirkungsfeld gefunden. Fester Bestandteil des Veranstaltungsprogramms des SOS-Kinderdorf-Zentrums sind ihre beliebten Bastel- und Malaktionen für Kinder. Auch das monatlich stattfindende Bilderbuchkino, bei dem Geschichten vorgelesen und die Bilder aus dem Buch parallel Seite für Seite an die Wand projiziert werden, findet immer ein begeistertes Publikum. Besonders am Herzen liegen Marion Glass auch die Kinderbuchflohmärkte, die mehrmals im Jahr stattfinden: „Kinder müssen Bücher haben“, betont die Rentnerin, die inzwischen dreifache Großmutter ist, „sie regen die Fantasie an, man kann mit ihnen Abenteuer erleben und sich entspannen.“ Die Leseförderung im Zentrum ist für sie deshalb von besonderer Bedeutung.

Für die Zukunft wünscht sich Marion Glass, noch mehr ihrer Ideen in die Tat umsetzen zu können. „Ich habe noch so viele Pläne und bin voller Tatendrang, hier noch einiges auf die Beine zu stellen.“ Gerade erst angelaufen ist zum Beispiel das von ihr initiierte offene Zwillingstreffen. Hier können Eltern von Zwillingen ihre Erfahrungen über Elternfreuden und Erziehungsstress im Doppelpack austauschen. „Der Andrang ist enorm“, erzählt die Bremerin, „wenn Ideen von mir auf so viel Anklang stoßen, motiviert mich das zu immer neuen Taten.“ Und manchmal profitiert die Rentnerin sogar selbst von ihren eigenen Angeboten, zum Beispiel beim Handarbeitsstammtisch, bei dem es eigentlich darum geht, dass Ältere jungen Menschen beim Handarbeiten helfen – „hier habe ich selbst erst Strümpfe stricken gelernt“, lächelt sie.