Fachinformationen

Jugendliche lacht in Kamera

Was bieten wir an?

Das SOS-Kinderdorf Bremen hat vierzehn pädagogische Teams, die konzeptionell verschiedene Leistungsangebote betreiben und Leistungen teamübergreifend organisieren. Ergänzend und als Sitz der Einrichtung fungiert das SOS-Kinderdorf-Zentrum mit einem vielfältigen offenen Angebot. Die Teams werden begleitet durch einen Fachdienst, eine Stabstelle Qualitätsentwicklung, die Verwaltung und Leitung.

In den Hilfen zur Erziehung bieten wir insbesondere stationäre Gruppen für Kinder und Jugendliche an. Aber auch eine Heilpädagogische Tagesgruppe, die ambulante Betreuung für junge Erwachsene, die Sozialpädagogische Familienhilfe und das Clearing für Familien in erschwerten Lebenslagen, gehören zu diesem Schwerpunkt.

Einen zweiten Schwerpunkt bildet das SOS-Kinderdorf-Zentrum, welches als Familien- und Stadtteilzentrum vielfältige Angebote insbesondere für junge Familien und Familien mit Migrationshintergrund vorhält. Hier bietet der Offene Bereich mit dem angegliederten Café Begegnungsmöglichkeiten, Bildungsangebote für Kinder und Erwachsene (mit Kinderbetreuung), unterschiedlichste Beratung und Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements. Auch viele ältere Mitbürger/innen aus dem Stadtteil besuchen uns hier täglich.

Die Zielgruppen aller Angebote sind insbesondere benachteiligte junge Menschen und Familien, die erschwerte Lebenslagen vorweisen.

Außerdem engagieren wir uns in zwei Grundschulen der näheren Umgebung des SOS-Kinderdorf-Zentrums in der Nachmittags- und Ganztagsbetreuung, um mit einer sozialpädagogischen Perspektive Bildung mitzugestalten.

Wo bieten wir unsere Leistung an?

Kinder- und Jugendhilfe gehört mitten in die Gesellschaft. Und das meinen wir nicht nur ideell, sondern auch ganz praktisch. Wir sind genau da, wo die Kinder, Jugendlichen und ihre Familien sind. In ihrem Stadtteil, in ihrer Nachbarschaft, in ihrer Schule ... So haben wir die Nähe zu den Menschen, die Unterstützung und Hilfe benötigen. Eine Nähe, die für den Erfolg unserer Arbeit essenziell ist.

Die Einrichtung ist an zehn verschiedenen Adressen in Bremen und in dem niedersächsischen Umland tätig; fast alle Angebote liegen südlich der Weser. An einigen Standorten arbeiten wir schon über 25 Jahre, andere sind erst in den letzten Jahren hinzugekommen. In einer einfachen Auflistung als Chronik haben wir die Entwicklung der Einrichtung dargestellt.

Der Sitz der Einrichtung ist das SOS-Kinderdorf-Zentrum in der Bremer Neustadt; hier sind neben den eigentlichen Angeboten des Offenen Bereichs der Fachdienst, die Stabstelle „Qualitätsentwicklung und Qualifizierung“, die Verwaltung und die Leitung angesiedelt. Von hier aus werden verschiedenste Unterstützungsleistungen für unsere Teams und für den Stadtteil organisiert.

Das SOS-Kinderdorf-Zentrum bietet räumlich die Möglichkeit der Besprechungen und Schulungen; auch Externe können auf Anfrage unsere Räume nutzen. Die stationären Angebote der Hilfen zur Erziehung sind dagegen gezielt in Wohnsiedlungen verschiedener Stadtteile untergebracht, um den jungen Menschen, die dort leben, die Möglichkeit der Teilhabe an der Nachbarschaft zu geben.

Was zeichnet uns aus?

Alle Leistungsangebote der Hilfen zur Erziehung verfügen über eigene Häuser oder Wohnungen, die in Wohnsiedlungen integriert sind, so dass die jungen Menschen, die dort wohnen, in die Nachbarschaft integriert sind. Die Gruppenangebote richten sich an sechs bis maximal zehn junge Menschen, so dass kleine Einheiten bestehen.

Verschränkte Arme Bild vergrößern

Wer Beziehungen eingeht, kann Halt geben!

Fast alle Teams der Hilfen zur Erziehung sind paritätisch durch Frauen und Männer besetzt und wir achten sehr auf eine gute fachliche Ergänzung innerhalb der Teams. Alle Angebote werden mindestens von zwei Personen umgesetzt.

Wichtig sind uns eine dichte Kommunikation unter allen ca. 100 Mitarbeiter/innen und die Einbeziehung der ca. 50 ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten des Austausches, der Begegnung, der fachlichen Zusammenarbeit in Gremien; vieles wird gezielt teamübergreifend organisiert.

Die Teams sind in der pädagogischen Arbeit im Alltag in hohem Maße selbstverantwortlich und setzen die Konzeptionen im Rahmen von Handlungsleitlinien und fachlichen Rahmenvorgaben eigenständig um. Die Leitung wendet mit z.B. Zielvereinbarungen, Etatplanungen, periodischen Mitarbeitergesprächen und ein Qualitätsentwicklungsverfahren moderne Führungsinstrumente an. Wirtschaftlich verwalten sich die Teams im Rahmen der Etatvorgaben eigenständig.

Die Identität der Einrichtung, unsere Haltungen und Werte haben wir in einem Leitbild zusammengefasst.

Wie sind wir strukturiert?

Die Einrichtung ist in Abteilungen strukturiert. Die Leitungskräfte, die Verwaltung, unser Fachdienst und eine Stabstelle „Qualitätsentwicklung und Qualifizierung“ sind im SOS-Kinderdorf-Zentrum angesiedelt.

Es gibt eine klar ausgewiesene Aufbau- und Ablauforganisation, die sich danach ausrichtet, dass die Leitungskräfte die Rahmenbedingungen für die pädagogisch tätigen Mitarbeiter/innen herstellen und die Kompetenzen der Mitarbeiter/innen wesentlicher Ausgangspunkt für die Konzept- und Qualitätsentwicklung in der Einrichtung sind.

Die Gesprächsstruktur ist so eingerichtet, dass es eine dichte interne Kommunikation über wesentliche Themen und die Einrichtungsentwicklung gibt, sich das Qualitätsentwicklungsverfahren gut integriert und die Mitarbeiter die Möglichkeit haben, ihre bedeutsamen Themen anzubringen.

Als Orientierung für die pädagogische Arbeit im Alltag werden im Rahmen des Qualitätsentwicklungsverfahrens von den einzelnen Teams Handlungsleitlinien für z.B. das Aufnahmeverfahren, die Eltern- und Familienarbeit u.v.m. entwickelt, Praxisüberprüfungen vorgenommen und kollegiale Beratung gestaltet. Die Leitungskräfte geben für Schlüsselprozesse, wie z.B. den Kinderschutz, den Umgang mit besonderen Vorkommnissen oder die Partizipation fachliche Rahmen vor.

Was können wir fachlich bieten?

Im Rahmen von Mitarbeiterversammlungen, Arbeitsgruppen, Fachforen und insbesondere durch die Entwicklung von Konzepten und Leistungsbeschreibungen hat sich prozessorientiert ein fachliches Profil herauskristallisiert, welches eine Mischung aus traditionellen Werten und aktuellen fachlichen Anforderungen darstellt. Heute zeichnet sich die Einrichtung durch die Eltern- und Familienarbeit, den Umgang mit Multiproblemfamilien, die verlässliche Begleitung bei Übergängen und viel Kenntnis an der Schnittstelle zur Kinder- und Jugendpsychiatrie aus. Biografiearbeit, Erlebnispädagogik, systemisches Arbeiten sind weitere Stichworte. Wichtige Themen in der Einrichtung sind darüber hinaus die Bindungsforschung, der Umgang mit Traumatisierungen, der Kinderschutz, die Bildung von individuellen Netzwerken und die Partizipation.

Übergänge gestalten ist unsere besondere Herausforderung: Übergänge wie vom Kindergarten in die Schule, vom Elternpaar zur alleinerziehenden Mutter, vom Schüler zum AzuBi und viele mehr stellen die Beteiligten oft vor Herausforderungen, in denen sie Unterstützung benötigen. Durch die Vielfalt unserer Angebote vom sozialen Mittagstisch über Bildungsangebote und individueller Beratung bis hin zu Kindergruppen oder intensiver Betreuung in Wohngruppen können wir unsere Hilfsangebote verknüpfen und unsere betreuten Kinder, junge Menschen und Familien optimal unterstützen.

Wie qualifizieren wir uns weiter?

Die Mitarbeiter/innen sind zum Großteil an Fachhochschulen sozialpädagogisch ausgebildet. Andere Mitarbeiter/innen sind Erzieher, Kunsttherapeuten, Dipl. Pädagogen, Behindertenpädagogen, Heilpädagogen, Lehrer oder Psychologen. Ein großer Teil hat Zusatzqualifikationen im therapeutischen Bereich, in Beratungsmethoden, in speziellen pädagogischen Methoden oder auch in Supervision oder Sozialmanagement.

Außerdem haben wir zahlreiche Ehrenamtliche, die fest in unsere Angebote einbezogen sind. Das alles trägt dazu bei, dass wir die Qualität unserer Arbeit gemeinsam ständig weiterentwickeln.

Neben den Leitungskräften begleitet der interne Fachdienst die Teams in regelmäßig wiederkehrenden Fallbesprechungen, in besonders komplexen Fällen, bei der Aufnahme und bei Krisen. Jede/r Mitarbeiter/in hat die Möglichkeit, sich beim Fachdienst auch individuelle Rückmeldungen oder Reflexionszeiten einzuholen. Insbesondere Berufseinsteiger/innen sind aufgefordert, ihren jeweils „ersten Fall“ intern durch den Fachdienst begleiten zu lassen.

Den Mitarbeiter/innen stehen Supervision, zahlreiche Inhouse-Seminare zu unterschiedlichsten aktuellen Themen, eine Möglichkeit der individuellen Fort- und Weiterbildung zur Verfügung. Auch das Gesundheitsmanagement ist uns ein Anliegen.

Welche Partner haben wir?

Wir blicken stets über den Tellerrand und suchen Partner, die unser Leistungsspektrum und unsere Kompetenzen sinnvoll ergänzen. So stehen wir an allen Standorten in engem Kontakt zu anderen Trägern. Gemeinsam arbeiten wir in Arbeitsgruppen und -gemeinschaften, führen Fachtage oder andere Veranstaltungen durch. In den jugendhilfepolitischen Gremien setzen wir uns offensiv für die Interessen unserer Zielgruppen ein.

Im Interesse unserer Zielgruppen ist ein gutes lokales Netzwerk für unsere Arbeit besonders wichtig. Wir stehen in Kontakt mit den örtlichen Kindergärten, Krippen und Schulen, sind gut vernetzt mit Behörden und Ämtern, arbeiten mit Psychologen und Ärzten zusammen und kooperieren mit anderen Vereinen oder Freizeiteinrichtungen.

Die Einrichtung ist in Bremen Mitglied des „Paritätischen Erziehungshilfenetzes“. Darüber hinaus besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem SOS-Kinderdorf in Worpswede.