28. 06. 2017

Landschaftsgärtnerin für einen Tag im SOS-Kinderdorf Berlin

Die Schülerinnen lernen immer viel beim Girls‘ Day in Gatow

Wie kann ein Garten richtig angelegt werden? Die Schülerinnen lernen immer viel beim Girls‘ Day in Gatow

Girls’ Day 2017

Mit einem gemeinsamen Ziel trafen am 27. April morgens zehn Mädchen aus verschiedenen Berliner Schulen auf dem Gelände der SOS-Zweigstelle Gatow, spezialisiert auf Garten- und Landschaftsbau, aufeinander: den Beruf der Landschaftsgärtnerin einen Tag lang praktisch und frei von Geschlechterklischees kennenzulernen. Die Schülerinnen der 8. und 9. Klassen hatten im Rahmen des Girls‘ Days, einer bundesweiten, berufsorientierenden Veranstaltung für Mädchen, den Weg nach Gatow gefunden – einige selbstständig nach Anmeldung über das Internet, andere in Kooperation mit der Hedwig-Dohm-Oberschule, in der SOS-MitarbeiterInnen die vertiefte Berufsorientierung gestalten. 

Ein eigener Gartren entsteht

Bei bestem Gärtnerinnenwetter ging es nach einer kurzen Einführung in das Berufsfeld direkt in die Vollen. Unter Anleitung des langjährigen Ausbilders Ernst Pietsch und mit tatkräftiger Hilfe der drei Garten- und Landschaftsbau-Azubis Dominik, Pascal und Tobias hieß es für die Mädchen in rasch eingeteilten Teams auf je sechs Quadratmetern eine kleine Gartenanlage zu schaffen. Dazu wurde zunächst der Boden geebnet – die Fachfrau spricht hier vom Planieren, lernten die Mädchen. Damit nun eine kleine Terrasse und ein Weg angelegt werden konnten, mussten die Pflastersteine und Bodenplatten herangeschafft werden. „Ganz schön anstrengend“, stellten da einige der Schülerinnen bereits fest. Dass es auf dem Bau aber nicht nur auf Körperkraft, sondern auch auf Präzision und ein gutes Augenmaß ankommt, wurde allen beim Verlegen der Steine klar. Mit Wasserwaage und Richtschnur ging es da zu Werke – Abweichungen nicht erlaubt! In der anschließenden, wohlverdienten Pause stärkten sich die Teilnehmerinnen mit Brötchen, Müsliriegeln und Obst für ihre weiteren Aufgaben, denn noch war der „Kleingarten“ nicht fertig. Ein Garten ohne Blumen und Rasen? „Geht gar nicht“, sagte eine Teilnehmerin und gemeinsam ging man die Sache an. Ein paar Stiefmütterchen hier und etwas Rollrasen dort, dann konnten die Mädchen stolz verkünden: „Wow, das haben wir gemeinsam geschafft!“

Auch Mädchen können Bagger fahren!

Der nächste Programmpunkt lautete dann Maschinenkunde. Vom Heckenschneider über Rasenmäher bis zum Radlader zeigte Ernst Pietsch seinen aufmerksamen Zuhörerinnen die vielseitigen technischen Hilfsmittel, die einer Landschaftsgärtnerin zur Verfügung stehen. Dies gipfelte in einem absoluten Höhepunkt des Tages, als alle Mädchen einmal selbst den Kompaktbagger bedienen durften. Schwenkarm steuern, Schaufel öffnen und schließen, Fahren, hoch, runter, links, rechts, vor und zurück – koordinativ eine ganz schöne Herausforderung, der sich fast alle stellten. Als die Mädchen sich nach diesem abschließenden Highlight am frühen Nachmittag verabschiedeten, hatten sie neben einer Menge neuer Erfahrungen und einem zufriedenen Gefühl außerdem ein Teilnahmezertifikat sowie einige schnell ausgedruckte Erinnerungsfotos in der Tasche.