22. 03. 2018

Normal, dass ich so unsicher bin?

Vorstellung der Koki-Aktion

Peter Rasch, Sachgebietsleiter des Amtes für Jugend und Familie, stellt mit Angelika Kische-Genitheim, vom Netzwerk Frühe Hilfen (links im Bild) sowie Margit Erades-Peterhoff, Bereichsleitung der SOS-Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern (rechts im Bild) die neue Plakataktion für ratsuchende Eltern vor.

Start einer neuen Aktion zur Unterstützung ratsuchender Eltern in Stadt und Landkreis Landsberg

Die KoKi-Stelle (Koordinierungsstelle Frühe Kindheit) Landsberg am Lech startet in Kooperation mit der SOS-Beratungsstelle sowie mit Unterstützung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) eine neue Aktion um ratsuchende Eltern zu unterstützen. Die Geburt eines Kindes ist ein schönes Ereignis. Doch einige Eltern geraten in belastende Situationen, mit denen sie alleine nicht fertig werden. Rat und Hilfe bieten in solchen schwierigen Lebenslagen die Angebote des Netzwerks Frühe Hilfen.

Seit März sind in Landsberg an verschiedenen öffentlichen Stellen Plakate, Poster, Postkarten und Materialien zum Mitnehmen zu finden. Unter dem Motto „Normal, dass ich so unsicher bin?“ und weiteren Slogans motivieren sie junge und werdende Eltern, das anonyme und kostenlose Elterntelefon „Nummer gegen Kummer“ (NgK) und die Onlineberatung für Eltern der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V./bke zu nutzen. Die beiden in der Elternarbeit bundesweit etablierten Anbieter beraten offen zu allen Themen und Unsicherheiten in Erziehungsfragen von Klein bis Groß und  schließen passgenau an die Angebote der Frühen Hilfen vor Ort an. Hier helfen zum Beispiel Familienhebammen, Eltern-Kind-Gruppen oder Frühförderstellen. Gemeinsam mit den Eltern können sie unterstützen und Lösungen finden.

Für junge Eltern in schwierigen Lebenssituationen

„Ich freue mich sehr über dieses neue Angebot“, sagt Peter Rasch, Leiter des Amtes für Jugend und Familie.  „Der Landkreis Landsberg am Lech unterstreicht damit erneut seine Familienfreundlichkeit und präsentiert sich als Vermittler wirkungsvoller Hilfen für ratsuchende Eltern..“ Frühe Hilfen richten sich an Familien und Kinder ab der Schwangerschaft bis zum dritten Lebensjahr und tragen dazu bei, dass Eltern gut für ihre Kinder sorgen können, vor allem dann, wenn es schwierig wird und sich Probleme zeigen.
„Das Elterntelefon ist ein bundesweites telefonisches Gesprächs-, Beratungs- und Informationsangebot, das alle Eltern in heiklen, aber auch alltäglichen Fragen schnell, kompetent und anonym unterstützt“, erklärt Rainer Schütz, Geschäftsführer von Nummer gegen Kummer e.V. „Mit dem Service wollen wir hierbei insbesondere junge Eltern in schwierigen Lebenssituationen erreichen. Die Beraterinnen und Berater am Elterntelefon wissen, welche Angebote der Frühen Hilfen für die Anrufenden hilfreich sein können, und motivieren diese, die Angebote zu nutzen.“ Das Elterntelefon ist von Montag bis Freitag von 9 bis 11 Uhr und am Dienstag sowie Donnerstag von 17 bis 19 Uhr anonym und kostenlos unter der Nummer 0800 - 111 0 550 erreichbar. Bei Bedarf wird dann auch auf regionale Angebote, wie die der KoKi-Stelle oder der SOS Beratungsstelle, verwiesen.

24 Stunden erreichbar: Die Online-Beratung

Die Onlineberatung für Eltern der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. (bke) ist an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr erreichbar. Sie bietet Unterstützung in allen Fragen der Erziehung durch professionelle Beraterinnen und Berater. „Gerade junge Eltern finden häufig den ersten Zugang zur kostenlosen Erziehungsberatung über das Netz“, so Silke Naudiet, Geschäftsführerin der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. „Sie profitieren zusätzlich von dem Austausch mit anderen Eltern in den moderierten Gruppen-Chats und Foren. Die Anonymität hilft außerdem, auch schambesetzte Themen leichter anzusprechen.“ Alle Angebote der bke-Onlineberatung sowie die Zeiten der Offenen Sprechstunde finden sich unter www.bke-elternberatung.de.

Die Materialien zur Elternansprache und die Vernetzung mit den Beratungsangeboten wird vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) aus Mitteln der Bundesinitiative Frühe Hilfen des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Das NZFH wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut e.V. (DJI) getragen. Es unterstützt seit 2007 die Fachpraxis dabei, familiäre Belastungen früher zu erkennen, bedarfsgerechte Angebote bereitzustellen und die Vernetzung der unterschiedlichen Berufsgruppen zu fördern. Außerdem koordiniert es die Bundesinitiative Frühe Hilfen auf Bundesebene. Weitere Informationen unter www.fruehehilfen.de.