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SOS-Beratungsstelle Lilienthal ist ins Alte Amtsgericht gezogen
Quelle: Wümme Zeitung, Peter Hanuschke
Gut vernetzt mit den Nachbarn
Seit 1978 war die SOS-Beratungsstelle in der Falkenberger Landstraße 56 B untergebracht – jetzt kam der Umzug. Wehmut ist beim Sozialpädagogen Erwin Niemann-Gerdau deshalb aber nicht aufgekommen. Das neue Domizil in der Klosterstraße im Alten Amtsgericht gegenüber der Kirche in den ehemaligen Räumen des Baustellenmanagements der Gemeinde findet der Sozialpädagoge nahezu perfekt.
„Das ist hier ein herrliches Ambiente.“ Vor allem findet er seine Nachbarn ausgesprochen nett und hilfsbereit. „Mit der Kommunalen Jugendarbeit als direkten Nachbarn, der Bürgerstiftung ein Haus weiter, der Volkshochschule und der Bibliothek in Murkens Hof haben wir hier eine sehr kompetente Straße.“ Durch diese örtliche Nähe ergebe sich ein sehr großes Potenzial an Vernetzung.
„Ich kann beispielsweise die Räumlichkeiten der Kommunalen Jugendarbeit für Gruppenveranstaltungen nutzen – etwa für die Väter, die sich an jedem zweiten Monat um 20 Uhr treffen, um sich auszutauschen und um Lösungswege zu finden, wie sie sich besser mit ihren Kindern treffen können, die getrennt von ihnen leben.“
Auf der anderen Seite bekomme er ab und zu Besuch von Kindern und Jugendlichen, die im Alten Amtsgericht einen Teil ihrer Freizeit verbringen, derzeit Probleme mit ihren Eltern haben, und „wir gemeinsam versuchen, eine Lösung zu finden. Ich nutze die Nähe zum Alten Amtsgericht aber auch für Eltern, die mich besuchen, weil sie nicht mehr wissen, wie sie mit ihren Kindern umgehen sollen – oft wissen sie gar nicht, was ihre Kinder so tun. Da ist es manchmal hilfreich, die Kinder oder Jugendlichen nebenan zu besuchen – natürlich mit vorheriger Absprache mit den Kindern.“ Dadurch löse sich bereits häufig die eine oder andere Unklarheit auf – ohne dafür gleich einen formellen Akt in Gang setzen zu müssen.
Gut funktionierende Vernetzung
Ein anderes Beispiel für die gut funktionierende Vernetzung seien die Buchempfehlungen, „die ich von Martina Sackmann von der Bibliothek bekomme, um lesefaule Kinder, meistens sind es Jungs, zum Lesen zu bewegen – in der Regel mit Erfolg“. Durch solche Zusammenarbeiten werde das Gesamtkonzept für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Lilienthal, kurz GeKo, mit Leben gefüllt, freut sich Erwin Niemann-Gerdau, der auch seit Jahren Vorsitzender des Lilienthaler Arbeitskreises Gemeinde Kinder- und Jugendplanung (AGKJ) ist.
Am umfassenden Angebot der SOS-Beratungsstelle – sie ist seit 1999 dem SOS-Kinderdorf in Worpswede angegliedert – hat sich durch den Umzug nichts geändert. Sozialpädagoge Erwin Niemann-Gerdau arbeitet im Team. „Bei Bedarf ist ein Psychologe oder eine Psychologin bei den Gesprächen dabei.“ Das Angebot richtet sich an Kinder, Jugendliche, Eltern und Familien, die Fragen oder Probleme in der Erziehung oder im Zusammenleben haben. „Diejenigen, die zu uns kommen, nehmen wir nicht nur mit ihren Problemen, sondern auch mit ihren Stärken wahr.“ Das Beratungsangebot sei auf die Personen abgestimmt, und „wir bieten verschiedene Hilfen an“. Individuelle Beratung bedeute auch in der Regel eine individuelle Herangehensweise. „Wenn es beispielsweise um Kinder geht, die Probleme in der Schule oder im Kindergarten haben, besuche ich sie zunächst dort, damit ich weiß, worüber man redet.“ Selbstverständlich in Absprache mit den Eltern und so, dass die Kinder nicht von ihm wissen beziehungsweise mit ihm in Verbindung gebracht werden. „Ich besuche dann die ganze Gruppe.“
Das Angebot der SOS-Beratungsstelle reicht unter anderem von Erziehungs- und Familienberatung über Diagnostik, Therapie mit Kindern, spezielle schulische Förderungen, Beratung bei Drogenproblemen, Hilfen bei sexuellem Missbrauch bis hin zu therapeutischen Hilfen für Mädchen, Jungen sowie für junge Frauen und Männer.
Die SOS-Beratungsstelle ist montags und dienstags von 8.30 bis 18 Uhr, mittwochs von 13 bis 18 Uhr sowie freitags von 8.30 bis 14 Uhr besetzt. „Wir vereinbaren aber auch Termine nach Absprache“, so Erwin Niemann-Gerdau. Telefonisch ist die Beratungsstelle unter 04298/46877 erreichbar.