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Familienanschluss für alle - dank der Ehrenamtlichen!
Fehdija Moffa-Sedic weiß, wie das ist. Wenn man in ein fremdes Land kommt, die Sprache nicht spricht, keine Ahnung hat, auf welchem Amt welche Anträge auszufüllen sind, die Formulare nicht versteht, ganz auf sich gestellt ist mit einem kleinen Kind. Sie weiß, wie hilflos man sich fühlt, wie allein. Und weil sie nicht will, dass es anderen Frauen und Familien bei der Eingewöhnung in Deutschland genauso geht wie ihr selbst damals, hilft sie schon seit Jahren ehrenamtlich mit: Im Treffpunkt MiniMax der SOS-Entwicklungsdiagnostischen Beratungsstelle in Landsberg am Lech.
Kinderbetreuung und Sprachkurse
Hier werden kleine Kinder betreut, kostenlose Deutschkurse angeboten und allen das gegeben, wofür SOS-Kinderdorf steht: Eine Art Familie. Fehdija Moffa-Sedic’ hat der Treffpunkt MiniMax „von der ersten Sekunde an“ gefallen. „Die Begrüßung war so nett und alle haben mich gleich gefragt, woher ich komme“, erinnert sich die gebürtige Bosnierin. Endlich hatte sie Anschluss gefunden, ein Gefühl der Zugehörigkeit. Und für ihren kleinen Sohn einen Platz in der Spielgruppe. Auch Birgit Müller kam vor fast vier Jahren über ihr damals zweites Kind in den MiniMax: Die Kleine besuchte die Freitagsbetreuung am Vormittag. Für die gelernte Krankenschwester war der Treffpunkt die ideale Hinführung zum Kindergarten für die im Januar geborene Tochter. Wie Fehdija hatten auch sie die Mitarbeiterinnen des Treffpunkts gefragt, ob sie nicht mithelfen wollte – und Birgit Müller sagte spontan zu. „Das war kurz vor den Osterferien“, lacht sie, „und nach den Ferien hab ich schon die erste Spielgruppe geleitet“.
Sinnvolles tun - mit Spaßfaktor
Seitdem betreut sie rund zehn Kinder am Vormittag, spielt, bastelt und singt mit den Kleinen. Für Birgit Müller ist das eine „perfekte Lösung“, weil sie mit ihrer Zeit etwas Sinnvolles anfängt und ihre eigenen, mittlerweile drei Kinder mitnehmen kann. Und“ Es macht total Spaß“, sagt sie ebenso wie Sabine Simeone, die ebenfalls ehrenamtlich eine Spielgruppe leitet. Die Tagesmutter suchte vor gut drei Jahren eine Gruppe und erfuhr über ihre Schwägerin vom Treffpunkt MiniMax. Als eine Ehrenamtliche aufhörte, erklärte auch sie sich spontan zur Mitarbeit bereit. Nun kann sie ihr Wissen aus der Tagesmutter-Ausbildung sowie ihre langjährige Erfahrung in diesem Beruf mit einbringen und freut sich riesig über die Fortschritte, die die Kinder machen und das Vertrauen, das sie ihr entgegen bringen.
Sabine Simeone hilft aber auch im Elterncafé mit. Während ihre Kinder spielen, treffen sich dort Mütter und Väter zum gemütlichen Plausch. Hier lernen sich Menschen kennen, hier können sie aber auch einfach „ihr Herz ausschütten“, wie Vita Pennella betont. Die Kinderpflegerin gehört seit zwei Jahren zu den Ehrenamtlichen und ist berühmt für ihren guten Latte Macchiatto, bei dem schon viele Eltern sich ihre Sorgen von der Seele geredet haben. Sie hört dann einfach zu, gibt, wo es geht, handfeste Tipps oder hilft auch mal tatkräftig weiter. „Belohnt“ wird sie wie Sabine Simeone dadurch, dass sich die Mütter und Väter so wohlfühlen im Treffpunkt MiniMax, dass sie immer wieder ins Elterncafé kommen. Aber auch durch die Freude am Helfen und am Kontakt mit anderen. Denn: „Man lernt hier viele interessante Menschen kennen“, sagt Sabine Simeone.
Alle sind willkommen!
Schließlich sind im Treffpunkt alle „ganz gleich und gleich willkommen“, egal aus welchem Land sie stammen, betont Vita Pennella. So lernen nicht nur die Kleinen beim Spielen voneinander, auch die Großen tauschen sich über ihre Herkunftskulturen aus, kochen gemeinsam Spezialitäten aus ihrem Land, berichten über Gepflogenheiten und den Alltag – zum Beispiel auch beim kostenlosen Deutschkurs. „Ich habe hier viel dazu gelernt über fremde Kulturen“, freut sich Fehdija Moffa-Sedic´, die auch nach ihrem Umzug immer wieder den Treffpunkt besucht und als „Springerin“ aushilft. Denn hier fühlt sie sich zu Hause und angenommen: „Es ist so, also ob man hier eine Familie hat“.