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Den Wiedereinstieg in den Beruf erleichtern

Karida ist eine Teilnehmerin des Projekts "FachWerk" SOS-Kinderdorf Niederrhein startet das Projekt „FachWerk“


Karida ist 23 Jahre alt. Die junge Frau aus Togo lebt seit 9 Jahren in Deutschland, hat in Deutschland ihren Realschulabschluss gemacht und wollte eigentlich nach der Schule eine Ausbildung zur Krankenschwester machen. Die Gründe, warum das dann doch nicht geklappt hat, sind vier und zwei Jahre alt: Tochter Farida und Sohn Faril. Karida muss für ihren Lebensunterhalt sorgen, denn seit einiger Zeit lebt sie mit ihren Kindern allein.

"Ich kenne jetzt meinen Weg"

Karida lernt an der Tafel Der größte Wunsch der jungen Mutter ist es, trotz ihrer noch kleinen Kinder so schnell wie möglich eine Ausbildung zur Altenpflegerin zu bestehen, um regelmäßig eigenes Geld zu verdienen. Seit einigen Monaten krempelt die 23-Jährige ihr Leben um, um ihr Ziel zu erreichen. Karida hat sich um eine Tagesmutter gekümmert und jobbt am Wochenende, um die knappen Finanzen aufzubessern. Unter der Woche, wenn die Kinder in der Kita sind, wird gebüffelt. Karida lässt sich im Fachseminar für Altenpflege zur "Alltagsbegleiterin für Senioren und behinderte Menschen" fortbilden.

Wie Karida gibt es viele Frauen, die nach einer Familienzeit zurück in den Beruf zurück wollen. "Leider funktioniert der Wiedereinstieg oftmals nicht so reibungslos", weiß Gabriele Coché-Schüer, die im SOS-Kinderdorf Niederrhein das Projekt "FachWerk" betreut. "Unzureichende oder teure Kinderbetreuung, mangelnde Mobilität, unflexible Arbeitszeiten oder mangelnde Teilzeitangebote sind Gründe dafür, dass es teilweise bis zu zehn Jahre dauern kann, bis selbst gut ausgebildete Frauen wieder 'voll eingestiegen' sind."

Familienfreundliche Ausbildungszeiten

Gemeinsam mit einem weiteren Bildungsträger, dem IMBSE e.V., hat das SOS-Kinderdorf Niederrhein ein Programm für Berufsrückkehrerinnen entwickelt. "Die Frauen können neben PC-, und Sprach-Trainings auch Seminare aus dem kaufmännischen Bereich belegen. Auf die von der Arbeitsagentur anerkannten Qualifizierungen 'Kindertagespflege' und 'Alltagsbegleiter für Senioren und behinderte Menschen' hat es einen richtigen Run gegeben. Eine ganz spannende Sache ist die Fortbildung zur Pädagogischen Mitarbeiterin in der Offenen Ganztagsschule", erklärt Gabriele Coché-Schüer.

In Vorgesprächen werden gemeinsam mit den Frauen Stärken und Schwächen herausgearbeitet, mögliche Berufschancen aufgezeigt und dann die nächsten Schritte oder Fortbildungen geplant. Um besonders jungen Müttern den Wiedereinstieg zu erleichtern, sind die Unterrichtszeiten familienfreundlich.

"Es tut einfach nur gut"

"FachWerk" wird vom Land Nordrhein-Westfalen und der EU gefördert und findet im Kreis Kleve und Wesel großen Zulauf. "Gerade für allein erziehende Frauen ist ein schneller Wiedereinstieg in den Beruf wichtig, um wieder ein eigenes regelmäßiges Einkommen zu haben. Das in der Region bestehende gut funktionierende Netzwerk leistet gute Dienste. Neben den Arbeitsagenturen sind auch die Kreise Kleve und Wesel mit im Boot, zahlreiche Unternehmen und Einrichtungen stellen betriebliche Praktikumsplätze zur Verfügung stellen.", fügt die ebenfalls im Projekt arbeitende Sozialpädagogin Rosita van der Heusen hinzu.

"Nach so vielen Komplikationen in meinem Leben, tut es mir einfach so gut. Ich werde wieder wahrgenommen. Im Praktikum merke ich jeden Tag, dass ich gebraucht werde. Und in meinem Kurs sind viele Frauen, die die gleichen Probleme haben. Man kann über alles sprechen, der Kontakt untereinander ist so wichtig", erzählt Kadira. "Wenn ich hiermit fertig bin, bewerbe ich mich um einen Ausbildungsplatz in der Altenpflege. Ich kenne jetzt meinen Weg und ich werde es schaffen."