Direkt zum Inhalt

Startseite





"Hier fühle ich mich wohl..."

Alle Dorfbewohner winken - fotografiert aus der Vogelperspektive SOS-Hof Bockum in Rehlingen bietet seit 25 Jahren Erwachsenen mit Behinderungen ein Stück Heimat

Leben, Lernen und Arbeiten – seit 25 Jahren bietet SOS-Hof Bockum erwachsenen Menschen mit die Möglichkeit zur beruflichen Integration. Die 1985 entstandene Einrichtung in der Gemeinde Rehlingen mit ihren sieben Abteilungen bedeutet für die Betreuten aber viel mehr: Sie stellt ein großes Stück Heimat dar. "Nach vier Wochen wollte ich schon nicht mehr weg", sagt Karlheinz Eitenmüller.

Zu den "Urgesteinen" des SOS-Hofes in Bockum zählen Leiter Manfred Persy sowie die Betreuten Karlheinz Eitenmüller und Calogero Sorce (von links) Der 42-Jährige ist seit mehr als 20 Jahren in der Einrichtung und einer der ersten Bewohner. Das gilt auch für den gleichaltrigen Calogero Sorce. Er ist im Alter von drei Jahren in eine Einrichtung im Saarland gebracht worden und hat seitdem fast sein gesamtes Leben in einem SOS-Kinderdorf verbracht. Auch er hat die Anfänge in Bockum hautnah miterlebt. "Unsere Betreuten wurden von Beginn an in den stufenweisen Aufbau mit einbezogen", sagt Einrichtungsleiter Manfred Persy. Er ist vom ersten Tag an in Bockum tätig. Zuvor hat der heute 51-Jährige mit seiner Familie in der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth bei Würzburg gelebt und gearbeitet.

"Jede Woche eine Anfrage"

Da die ersten beiden Wohnhäuser erst 1987 gebaut werden, sind die Betreuten und ihre drei Betreuerfamilien – Persy, Böhm und Eyser – zunächst in angemieteten Häusern der Wohnanlage des Rehlinger Hofes untergebracht. "Das Leben in der damaligen Hausgemeinschaft hat uns viel Spaß gebracht", sagen Sorce und Eitenmüller rückblickend. Vor allem zu Persy haben sie eine enge Verbundenheit. Die gemachten Erfahrungen bei seiner ersten Station helfen Manfred Persy beim Aufbau des SOS-Hofes in Bockum. Geplant ist eine Einrichtung mit Wohn- und Arbeitsplätzen für etwa 30 bis 40 erwachsene behinderte Menschen. Mittlerweile sind es etwa 90. Und der Ruf der Einrichtung, die auch für ihre Betreuten auch unterschiedliche Freizeitangebote im sportlichen, musischen oder kreativen Bereich anbietet, und die Akzeptanz sind hervorragend. "Durchschnittlich haben wir jede Woche eine Aufnahme-Anfrage", sagt Manfred Persy.

Hausgemeinschaften und Ambulante Betreuung

Briefmarken sortieren macht Spaß Mittlerweile gibt es die Ambulante Betreuung, Wohngruppen und Hausgemeinschaften. Im letzten Fall leben bis zu sieben behinderte Menschen und deren Betreuer, die sogenannten Hauseltern, unter einem Dach auf dem SOS-Hof. Die Wohngruppen befinden sich dagegen in Amelinghausen. Dort schauen Betreuer nur zu vereinbarten Zeiten vorbei. "Alle unsere Einrichtungsteile unterstützen die Bewohner auf dem Weg in die individuelle Selbstständigkeit", erläutert Persy.

So wie bei Sorce und Eitenmüller. Die beiden in der Tischlerei beschäftigten Männer haben sich im Verlaufe der Jahre stetig weiterentwickelt. Die beiden 42-Jährigen leben mittlerweile in Amelinghausen. Sie führen ein nahezu eigenständiges Leben. Und sollte es dennoch Schwierigkeiten geben, dann helfen ihnen die Mitarbeiter der Einrichtung. "Beispielsweise bei dem ganzen Papierkram", sagt Eitenmüller. "Wir haben gelernt, die tagtäglichen Dinge des Lebens selbstständig zu bewältigen", ergänzt Sorce. Er hat zwischendurch versucht, in Lüneburg in einer eigenen Wohnung alles alleine zu meistern. "Doch das hat aber nicht funktioniert." Er ist zum SOS-Hof Bockum zurückgekehrt. "Hier fühle ich mich wohl, hier ist meine Heimat."

Wußten Sie, dass SOS-Hof Bockum früher einmal ein Rittergut war? Erfahren Sie mehr