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Honduras

Zwei Jungs. Der Eingang zum SOS-Kinderdorf Die 112.492 km² große zentralamerikanische Republik Honduras liegt umgeben von El Salvador, Guatemala und Nicaragua an der Karibikküste. Die rund 8 Mio. zählende Einwohnerschaft besteht überwiegend aus Mestizen. Offizielle Landessprache ist Spanisch. Wie die meisten Länder Lateinamerikas ist auch Honduras zum überwiegenden Teil katholisch. Hauptstadt des Landes ist Tegucigalpa.

SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Honduras:

  • 7 SOS-Kinderdörfer
  • 5 SOS-Jugendeinrichtungen
  • 1 SOS-Berufsausbildungszentrum
  • 6 SOS-Sozialzentren
  • 1 SOS-Medizinisches Zentrum

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Hintergrund

Honduras gehört zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas. Knapp 60 Prozent der Einwohner leben unterhalb der Armutsgrenze. Der Großteil der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig, Bananen und Kaffee sind die Hauptexportprodukte des Landes. Die wenigen Industriebetriebe in Honduras befassen sich mit der Weiterverarbeitung von Agrarprodukten.

Der wirtschaftliche Aufschwung der 90er Jahre wurde weitgehend von den Auswirkungen des Hurrikan „Mitch“ zunichte gemacht. Zahlreiche Menschen verloren dabei ihr Leben, fast 1,5 Millionen Menschen wurden obdachlos. Auch ein Großteil der Straßen und Plantagen wurde zerstört. Dank internationaler Hilfe konnte sich das Land weitgehend von den Folgen des Wirbelsturms erholen. Korruption, schlecht ausgebaute Sozialsysteme und eine extrem hohe Kriminalitätsrate erschweren jedoch die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Die offizielle Arbeitslosenquote lag 2009 bei ca. 40 Prozent.

Dank der Bemühungen seitens der Regierung, die rund ein Drittel der Staatsausgaben für den Bildungs- und Erziehungsbereich zur Verfügung stellte, konnte die offizielle Analphabetenquote auf rund 16 Prozent gesenkt werden. Dennoch leiden die Schüler und Studenten unter den häufigen Unterrichtsausfällen bedingt durch regelmäßige Streiks der Lehrerschaft.

Die soziale und wirtschaftliche Situation im Honduras der 60er-Jahre war katastrophal: Viele Kinder wurden von ihren Familien verstoßen und mussten auf der Straße leben. Um das Elend der Kinder zu lindern, setzte sich Schwester María Rosa Legoll 1968 für die Verwirklichung der SOS-Kinderdorf-Idee in Honduras ein. Das erste SOS-Kinderdorf entstand 1970 in Tegucigalpa, der Hauptstadt des Landes. Heute gibt es über das Land verteilt sieben SOS-Kinderdörfer sowie diverse Zusatzeinrichtungen.

SOS-Kinderdörfer San Pedro Sula und La Ceiba

Die beiden SOS-Kinderdörfer La Ceiba und San Pedro Sula bestehen je aus 16 Familienhäusern, die Platz für bis zu 144 Kinder bieten, Dorfleiterhaus, Unterrichtsraum, Wäscherei, Turnhalle, Lager, einem Raum für medizinische Versorgung sowie Verwaltungs- und Servicegebäuden. Für die dem Kinderdorf entwachsenen Jugendlichen gibt es in der Stadt San Pedro Sula SOS-Jugendwohngemeinschaften, in denen die Jugendlichen auf ihrem Weg in die Selbständigkeit begleitet werden.

Angeschlossen an das SOS-Kinderdorf San Pedro Sula ist außerdem ein SOS-Sozialzentrum, welches Familienstärkungsprogramme zur Vermeidung des Auseinanderbrechens von Familien durchführt. In diesem Zusammenhang gibt es auch eine Kindertagesstätte, die 60 Kinder betreuen kann.

SOS-Behindertendorf Valle de Angeles

1993 wurde in Valle de Angeles, 30 km von der Hauptstadt Tegucigalpa ein SOS-Kinderdorf speziell für Kinder und Jugendliche mit geistigen und körperlichen Behinderungen gebaut. Es befindet sich in einer vorwiegend landwirtschaftlich genutzten Gegend. Die acht Familienhäuser sind ebenso wie das gesamte SOS-Kinderdorf Valle de Angeles mit behindertengerechten Rampen, Geländern, Möbeln usw. ausgestattet, um den Kindern eine maximale Bewegungsfreiheit zu ermöglichen.

Des Weiteren wurden eine Klinik und Räume für Hydro-, Sprach-, und Physiotherapie, ein Entspannungs-, Massageraum sowie ein Raum für medizinische Versorgung eingerichtet. Außerdem wurde ein Jugendhaus für zehn junge Frauen und Männer mit angeschlossener Werkstatt gebaut. In der Nähe gibt es ein privates Krankenhaus, zwei öffentliche Volksschulen, eine Sekundarschule und mehrere Werkstätten, so z. B. eine Töpferei und eine Sattlerei.

SOS-Kinderdorf Santa Rosa de Copán

Im Westen des Landes, in der Provinzhauptstadt Santa Rosa de Copán, entstand 2006 das jüngste SOS-Kinderdorf. Es besteht aus 14 Familienhäusern, einem Dorfleiterhaus und den üblichen Verwaltungsgebäuden und kann bis zu 126 Kinder aufnehmen.

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