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Historie, Philosophie und Arbeitsansatz
Die Freiburger StrassenSchule wurde 1997 von dem Freiburger Pädagogen Uwe von Dücker für junge Menschen auf der Straße als Pilotprojekt gestartet.
Uwe von Dücker war von 1985 bis 1987 in Cusco/Peru als Straßensozialarbeiter und Lehrer in dem von Kindern selbstverwalteten Straßenkinderprojekt "Huchuyrunas“ (kleine Männer).
Anschließend führte er Studien der Straßenkinder-Sozialarbeit in zehn lateinamerikanischen Ländern durch und veröffentlichte dazu mehrere Bücher. Nach zwanzig Jahren in Lateinamerika kam er Ende der 90er Jahre nach Freiburg zurück und fand dort ebenfalls junge Menschen auf der Straße vor. Gemeinsam mit anderen Fachleuten übertrug er seine Konzeption des partizipativen Lernens auf die Freiburger Verhältnisse.Von Dücker hatte beobachtet, dass alle Straßenkinder mangelnde oder sehr schwierige Beziehungen zu Erwachsenen hatten. Daher sah er in den jungen Leuten Suchende nach vertrauenswürdigen Erwachsenen, nach neuen Perspektiven ihres Lebens und nach Bewältigung ihrer Vergangenheit.
Die MitarbeiterInnen der Freiburger StrassenSchule handelten deshalb nach dem Grundsatz, den jungen Menschen auf Augenhöhe zu begegnen, sie vorbehaltlos anzunehmen und vor allem erst einmal eine tragfähige Beziehung zu den jungen Wohnungslosen aufzubauen. Auf dieser Basis konnten sich die jungen Leute einerseits wieder orientieren, und als gleichberechtigter Partner, Suchender und Lernender einen Lebensweg entwickeln. Andererseits lernten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie eine hilfreiche Begleitung dieser jungen Menschen aussehen muss.
Das Konzept ging auf. Bald machten einige der jungen Straßenmenschen sogar ihren Schulabschluss oder begannen eine Ausbildung.
Gleichzeitig begann Uwe von Dücker die präventive Arbeit mit schulmüden oder von der Schule ausgeschlossen Kinder und Jugendlichen an mehreren Freiburger Grund- und Hauptschulen. Denn unregelmäßiger Schulbesuch und schwierige häusliche Hintergründe sind häufig der erste Schritt zu einer Karriere auf der Straße. Auch hier war die Arbeit erfolgreich.
Einzig, die finanzielle Situation des Projektes blieb ungesichert, obwohl 1999 das Pilotprojekt in einen eingetragenen Verein überging. Daher übernahm nach einer zweijährigen Kooperationsphase das SOS-Kinderdorf 2009 die Trägerschaft der Freiburger StrassenSchule, um die wertvolle Arbeit mit den jungen Menschen erhalten zu können.
Gemeinsam wurde ein Leitbild für die Freiburger StrassenSchule erarbeitet, an dem bis heute die Arbeit ausgerichtet wird.