Neubeginn dank SOS
Hilfe für Familien in Benin
In den vergangenen Jahren konnte – nicht zuletzt dank der Hilfe vieler Spender und Paten aus Deutschland – in Benin nicht nur ein Berufsausbildungszentrum, sondern auch ein Sozialzentrum eröffnet werden. Hier finden Familien Unterstützung, die alleine nicht mehr weiter wissen – wie zum Beispiel die allein erziehende Leocadie mit ihren drei Töchtern Pelagie, Valerie und Carina. Krankheit und Hunger zermürbten die Familie.
Kurz nach der Geburt ihrer dritten Tochter Carina starb 2003 Leocadies Mann – für die Familie nicht nur ein emotionaler, sondern auch ein sozialer Schicksalsschlag. Von heute auf morgen war die 35-Jährige auf sich alleine gestellt, musste sich zusätzlich zu ihren drei Kindern auch noch um die schwer kranke Großmutter kümmern. Die Familie lebte unter schrecklichen Bedingungen: Ohne richtiges Dach über dem Kopf wohnten sie in einer wackeligen Unterkunft – gebaut aus Wellblech, Supermarktverpackungen und Recycling-Material. Eine Toilette gab es nicht. Oft hatte die Familie nur jeden zweiten oder dritten Tag etwas zu essen, die Kinder waren aufgrund von Mangelernährung und schlechten hygienischen Bedingungen ständig krank.
Breitgefächerte Hilfe
Eines Tages hörte Leocadie von dem Familienstärkungsprogramm des SOS-Kinderdorfes und nahm Kontakt zu den Mitarbeitern auf. Als eine der ersten Frauen wurde sie in das geförderte Wohnprogramm aufgenommen. Nach Monaten des Hungerns wurde die Familie endlich mit dem Nötigsten – mit Essen und Medizin – versorgt. Dank Spenden und der tatkräftigen Unterstützung zahlreicher Helfer konnte die Familie bald in ein neues Zuhause einziehen. Alle drei Monate erhielt sie Essens- und Medizinpakete, bis alle wieder bei Kräften waren.
Das Ziel: Finanzielle Unabhängigkeit der Familien
Auch für die Mädchen wendete sich das Schicksal zum Guten: Dank der Unterstützung durch SOS-Kinderdorf besuchen die drei Kinder, die jahrelang im Dreck lebten und weder lesen noch schreiben konnten, nun den Kindergarten und die Hermann-Gmeiner-Schule auf dem SOS-Kinderdorfgelände. Während ihre Kinder betreut sind, versucht Leocadie, Geld für die Familie zu verdienen. Denn das langfristige Ziel des Familienstärkungsprogramms ist es, dem Familienoberhaupt zu finanzieller Unabhängigkeit zu verhelfen. Mit Hilfe eines günstigen Micro-Kredits baute sich die Jungunternehmerin ein eigenes kleines Geschäft auf, in dem sie Akassa verkauft - vergorenen Maisbrei mit frittiertem Fisch, eines der beliebtesten lokalen Gerichte.
Lernen für ein eigenständiges Leben
Nebenher besucht die junge Frau zahlreiche Kurse, die das Familienstärkungsprogramm anbietet. Leocadie hat sich für einen Alphabetisierungskurs und einen Gesundheitskurs entschieden, in dem sie lernt, wie sie sich und ihre Kinder richtig ernährt und Virusinfektionen sowie ansteckende Krankheiten vermeidet. "Ich möchte allen, die zum Erfolg dieses Projekts beigetragen haben, ein großes Dankeschön aussprechen. Das neue Haus und die finanzielle Unterstützung bedeuten einen Neubeginn für mich und meine Kinder."