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Haiti
Haiti liegt im Norden der Karibik zwischen Kuba und Puerto Rico und hat rund 8,5 Millionen Einwohner. Hauptstadt der 27.750 km² großen Insel ist Port-au-Prince. Offizielle Landessprache ist Kreolisch, daneben sprechen etwa 10 Prozent der Bevölkerung auch Französisch. Etwa 85 Prozent der Haitianer sind christlichen Glaubens, aber auch der Voodoo-Kult ist weit verbreitet. 90 Prozent der Bevölkerung sind Menschen, deren Vorfahren als Sklaven aus Afrika nach Haiti verschleppt wurden.
Haiti wurde im Jahre 1804 unabhängig. 1957 kam der unter dem Namen "Papa Doc" bekannte Arzt François Duvalier an die Macht. Duvalier stützte seine Macht auf eine brutale Geheimpolizei. Während seiner Diktatur verließ der Großteil der reichen und gebildeten Haitianer das Land. Nach seinem Tod im Jahre 1971 übernahm sein Sohn die Führung. Erst 1986 konnte Jean-Claude Duvalier ("Baby Doc") durch das Militär aus dem Amt geputscht werden. Seither wechselten sich verschiedene kurzlebige Regierungen ab.
Die politische Situation des Landes ist durch die jahrzehntelange Diktatur, Staatsstreiche, gewalttätige Konflikte und Korruption stark geschwächt. Eine funktionierende Infrastruktur oder rechtsstaatliche Ordnung fehlen weitgehend. Gewalt, Drogenhandel und eine hohe Kriminalitätsrate sind weit verbreitet.
Haiti zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Der Großteil der Menschen lebt unterhalb der Armutsgrenze, rund zwei Drittel der Bevölkerung sind arbeitslos. Subsistenzwirtschaft sichert oftmals das Überleben der Familien. Die Lebenserwartung liegt bei etwa 57 Jahren. Auch die medizinische Versorgung des Landes ist schlecht.
Das verheerende Erdbeben im Januar 2010 hat die schwierigen Lebensumstände der Bevölkerung um ein Vielfaches erhöht. SOS-Kinderdorf startete daraufhin umgehend verschiedene Nothilfemaßnahmen, die darauf abzielten, den Menschen sowohl unmittelbar aber auch auf lange Sicht umfassend zu helfen.
Die SOS-Kinderdorf-Arbeit wurde in Haiti bereits im Jahre 1979 aufgenommen. Derzeit gibt es zwei SOS-Kinderdörfer und zwei SOS-Jugendeinrichtungen, zwei Berufausbildungszentren, zwei Schulen sowie diverse SOS-Sozialzentren auf der Insel.
SOS-Kinderdorf Santo
1984 wurde das SOS-Kinderdorf Santo, ca. zwölf Kilometer von Haitis Hauptstadt Port-au-Prince entfernt, errichtet. Es umfasst 19 Familienhäuser, die Platz für 190 Kinder bieten, ein Gemeindehaus, ein Dorfleiterhaus, ein Tantenhaus, eine kleine Krankenstation. Angeschlossen an das SOS-Kinderdorf ist eine Jugendwohngemeinschaft, in der die Jugendlichen auf ein eigenständiges selbstbestimmtes Leben vorbereitet werden. Viele der durch das Erdbeben verwaisten Kinder wurden in zusätzlich gebauten Familienhäusern oder in provisorischen Unterkünften aufgenommen.
SOS-Hermann-Gmeiner-Schule Santo
Auf dem gleichen Grundstück befindet sich außerdem eine SOS-Hermann-Gmeiner-Primar- und Sekundarschule. Die Schule hat eine Kapazität für 630 Schüler, die in neun Klassen unterrichtet werden. Um dem gestiegenen Bedarf nach der Erdbebenkatastrophe gerecht zu werden, werden aktuell an die 900 Schüler im Zwei-Schicht-Verfahren unterrichtet.
SOS-Sozialzentrum Santo
2005 gründete SOS-Kinderdorf des Weiteren ein SOS-Sozialzentrum. Das SOS-Sozialzentrum beherbergt eine Kindertagesstätte und bietet Programme zur Familienstärkung an. Ziel dieser Programme ist es, Kindern, die Gefahr laufen, von ihrer Herkunftsfamilie getrennt zu werden, den Verbleib in ihrer Familie zu sichern. Angesichts der nach wie vor angespannten Situation wurden über hundert weitere Familienstärkungsprogramme ins Leben gerufen, die die Menschen mit dem Notwendigsten versorgen.
SOS-Kinderdorf-Einrichtungen auf Haiti:
- 2 SOS-Kinderdörfer
- 2 SOS-Jugendeinrichtungen
- 2 SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen
- 2 SOS-Berufsausbildungszentren
- SOS-Sozialzentren