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Griechenland
Der antike Mittelmeerstaat Griechenland umspannt eine Fläche von ungefähr 132.000 Quadratkilometern. Bei der insgesamt rund 10,8 Millionen starken Bevölkerung stellen die gebürtigen Griechen mit 98% den größten Anteil. Die Mehrheitsbevölkerung des in Südeuropa angesiedelten Landes gehört der griechisch-orthodoxen Kirche an, ihr Rest ist hauptsächlich dem Islam und dem Judentum zugehörig. Amtssprache ist Griechisch, die Hauptstadt des Landes ist Athen.
SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Griechenland
- 2 SOS-Kinderdörfer
- 4 SOS-Jugendeinrichtungen
- 3 SOS-Sozialzentren
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Hintergrund
Mit dem Beitritt in die EWG Anfang der Achtziger Jahre profitierte Griechenland von Wirtschafts- und Strukturhilfen, musste allerdings im Gegenzug auch auf eine nicht unerhebliche Summe an Importzöllen verzichten. Ebenso hatte auch der Zerfall Jugoslawiens ökonomische Folgen für das Land, stellte es bis dato schließlich die Nabelschnur für Waren- und Personenverkehr des Balkans zum restlichen Europa dar.
Davon konnte sich das populäre Urlaubsziel nie gänzlich erholen. Dass es sich später derart heftigen wirtschaftlichen Krisen stellen sollte, traf es trotz alldem unvorbereitet. Seine knapp an der Insolvenz vorbeigeschrammte, finanzielle Lage, stellt das Land vor neue Herausforderungen. Im Dezember 2010 betrug die Staatsverschuldung über 340 Milliarden Euro.
Während früher ein Teil national geplanter Reformen, wie die Neuausrichtung des Gesundheits- und Rentensystems am Widerstand von Interessengruppen zerschellten, fehlen heute vielmehr finanzielle Möglichkeiten. Da das Land auf zwingende Sparmaßnahmen angewiesen ist, geht dies nicht nur zu Lasten der Erhaltung seiner Infrastruktur. Betroffen sind besonders hilfsbedürftige Menschen, denen der Staat selbst keine Hilfe bieten kann, die vielmehr auf Unterstützung aus dem Ausland hoffen dürfen.
SOS-Kinderdorf-Aktivitäten im LandFür die Anfänge der SOS-Kinderdorf-Arbeit in Griechenland ist Claudia Catzaras verantwortlich. Sie war es, die im Jahre 1975 den hiesigen SOS-Kinderdorf-Verein aus eigener Initiative gründete. Bevor sich Claudia Catzaras für die Fortführung des SOS-Kinderdorf-Leitgedankens in ihrem Heimatland entschloss, hatte sie in Frankreich ihre erste Berührung mit der Arbeit des SOS. Nach einem persönlichen Treffen mit dem Gründer Hermann Gmeiner verwirklichte sie schließlich das Konzept in ihrer ehemaligen Heimat.
SOS-Kinderdorf in Vari
1979 erfolgte in Vari, im Süden Athens in der Provinz Attika, die Grundsteinlegung für den Bau des ersten SOS-Kinderdorfes in Griechenland. Bereits 1982 war es Obhut für hilfsbedürftige Kinder des Mittelmeerstaates. Eine Dekade später galt es das Hilfsangebot auch für Jugendliche auszuweiten. Es entstand eine SOS-Jugendeinrichtung, ebenfalls in der Nähe von Vari.
SOS-Kinderdorf und -Sozialzentrum bei Thessaloniki
Hinzu kamen weitere Einrichtungen - ein SOS-Kinderdorf und ein SOS-Sozialzentrum - bei Thessaloniki, Griechenlands zweitgrößter Stadt. Hier leben besonders viele Immigranten. Die Arbeit des SOS-Sozialzentrums in Griechenland ist primär auf die Arbeit von Kinder-, Jugend- und Familienproblemen fokussiert. Im Besonderen umfasst sie schulorientierte Psychotherapie für Kinder sowie Hilfestellung in allen Lebensbereichen für Eltern.
Als Athen im Jahre 1999 ein schweres Erdbeben erleiden musste, arbeitete das SOS-Sozialzentrum in zwei Hilfslagern in der Stadt. Damit half es mehr als 2000 Menschen.
Zu guter Letzt öffnete weitere zehn Jahre später 2009 in Alexandrópoulis, in der Region Thrakien, Nahe der türkischen Grenze, ein drittes SOS-Kinderdorf mit Kindertagesstätte und Beratungszentrum.
Derzeit gibt es in Griechenland drei SOS-Kinderdörfer, vier SOS-Jugendeinrichtungen und drei SOS-Sozialzentren.