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Burundi
Das zentralafrikanische Burundi, eines der kleinsten Länder Afrikas, ist ein baumarmes Savannenland mit einem dank der Höhenlage gemäßigten Klima. Das Land ist für einen Agrarstaat mit etwa 8,5 Millionen Einwohnern relativ dicht besiedelt. Die Bevölkerung konzentriert sich vor allem auf den Westen des Landes und die Hauptstadt Bujumbura.
SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Burundi
- 5 SOS-Kinderdörfer
- 5 SOS-Kindergärten
- 6 SOS-Schulen
- 4 SOS-Jugendeinrichtungen
- 4 SOS-Sozialzentren
- 4 SOS-Medizinische Zentren
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Hintergrund
Der Anteil der Stadtbevölkerung ist mit acht Prozent an der Gesamtbevölkerung äußerst gering. Der Großteil der Bevölkerung lebt in meist verstreut liegenden Familiensiedlungen. Die größte Volksgruppe Burundis bilden die ackerbaubetreibenden Hutus (85 Prozent), gefolgt vom Hirtenvolk der Tutsi (14 Prozent). Amtssprachen sind Kirundi sowie Französisch. Der Großteil der Bevölkerung (etwa 65 Prozent) hängt dem christlichen Glauben an.
Aufgrund der Binnenlage des Landes, die den Export von Gütern sehr erschwert, und der weitgehend vorherrschenden Selbstversorgerwirtschaft muss man Burundi heute zu den ärmsten Ländern der Welt zählen, zwei Drittel der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. In ländlichen Gegenden beträgt das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen pro Tag weniger als 1 USD. Die Industrialisierung steckt noch in den Kinderschuhen. Die Kindersterblichkeit konnte in den letzten Jahren gesenkt werden, trotzdem sind die Überlebenschancen in dieser Region geringer als in den meisten anderen Teilen der Welt. HIV, Unterernährung und Tuberkulose stellen ein großes Problem dar. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa 50 Jahren. Die Analphabetenrate schwankte 2008 noch zwischen 38 Prozent bei den Männern und knapp 50 Prozent bei den Frauen.
Der ethnische Konflikt zwischen Hutu und Tutsi, der das öffentliche und wirtschaftliche Leben weitgehend zum Erliegen gebracht hatte, hat sich entschärft. Zwischen 1993 und 2000 hatte dieser wiederholt zu blutigen Auseinandersetzungen geführt. Eine Entspannung der Lage wird durch die im Jahr 2000 unterzeichneten Arusha-Verträge gewährleistet. Jedoch gilt es weiterhin, das gegenseitige Misstrauen zwischen den beiden Volksgruppen zu überwinden. Auch die Aufarbeitung der Bürgerkriegsereignisse ist zwingend notwendig, wobei die geplante Versöhnungskommission und entsprechende Gerichte ihre Arbeit noch nicht aufgenommen haben.
Der Friedens- und Versöhnungsprozess hat auch nach den demokratischen Wahlen 2005 höchste Priorität und wird von einer Mission der Vereinten Nationen (BINUB) unterstützt.
Unter der Führung von Präsident Nkurunziza haben sich die Lebensverhältnisse deutlich verbessert. Die wirtschaftliche Lage ist jedoch weiterhin desolat.
SOS-Kinderdorf Bujumbura
Das SOS-Kinderdorf Bujumbura wurde 1985 in der Hauptstadt Bujumbura errichtet. Neben den 13 Familienhäusern, dem Dorfleiterhaus, dem Verwaltungsgebäude und einem Haus für Familienhelferinnen und Besucher gibt es einen SOS-Kindergarten, der auch von den Kindern aus der Nachbarschaft besucht wird. Dazu kommen eine SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule, ein SOS-Hermann-Gmeiner Medizinisches Zentrum und eine SOS-Jugendeinrichtung. Eine kleine Landwirtschaft sowie Obst- und Gemüsegärten tragen zur Selbstversorgung des SOS-Kinderdorfes bei.
Für die dem SOS-Kinderdorf entwachsenen Jugendlichen wurden am Rand des SOS-Kinderdorfes fünf Jugendhäuser für Mädchen errichtet, sechs weitere Häuser wurden in der Stadt Bujumbura für männliche Jugendliche angemietet.
SOS-Sozialzentrum Bujumbura
Anfang 2004 wurde das SOS-Sozialzentrum Bujumbura ins Leben gerufen. Hier werden Familienstärkungsprogramme für bedürftige Familien durchgeführt sowie von HIV-betroffene Familien sowohl medizinisch als auch psychologisch betreut.
Hermann-Gmeiner-Sekundarschule Bujumbura
Probleme gab es bei der weiterführenden Schulausbildung der SOS-Kinderdorfkinder in Bujumbura: Viele hatten aufgrund des Platzmangels keine Chance, eine staatliche Schule zu besuchen. 1998 entstand deshalb im Stadtviertel Kamenge eine Hermann-Gmeiner-Sekundarschule mit 14 Klassenräumen sowie verschiedenen Labors, einem Computerraum und einer Bibliothek. Bis zu 500 Mädchen und Jungen zwischen 11 und 18 Jahren können in diesen Räumen eine Ausbildung bekommen. Zwei neue Sparten sind u.a. Moderne Literatur und Wirtschaft. Im Sommer 2002 konnte ein an die Sekundarschule angeschlossenes Internat seinen Betrieb aufnehmen. Es bietet Unterkunftsmöglichkeiten für 160 Schüler aus Burundi, Ruanda und dem Kongo.
SOS-Medizinisches Zentrum Bujumbura
Im Medizinischen Zentrum mit Schwerpunkt Mutter-Kind-Abteilung werden neben der medizinischen Versorgung auch Beratungen in Hygiene- und Ernährungsfragen sowie zur Familienplanung durchgeführt. Des Weiteren werden großangelegte Impfprogramme durchgeführt. Die häufigsten Erkrankungen der letzten Jahre waren Grippe-Epidemien, Malaria und Atemwegserkrankungen.
SOS-Kinderdorf Muyinga
Im Norden von Burundi wurde 1995 ein provisorisches SOS-Kinderdorf eingerichtet. In den angemieteten Notunterkünften lebten 150 Flüchtlingskinder aus Ruanda. Sie konnten im Herbst 1997 in das neue SOS-Kinderdorf Muyinga, welches aus 15 Familienhäusern sowie den üblichen Verwaltungsgebäuden besteht, einziehen. An das SOS-Kinderdorf angeschlossen ist eine aus acht Häusern bestehende SOS-Jugendeinrichtung.
Hermann-Gmeiner-Grundschule Muyinga
Zusammen mit dem Kinderdorf wurde 1997 eine 12-klassige Hermann-Gmeiner-Grundschule für über 400 Schüler und ein Kindergarten mit 75 Plätzen errichtet.
SOS-Sozialzentrum Muyinga
Anfang 2004 ging das SOS-Sozialzentrum Muyinga in Betrieb. Hier werden Familienstärkungsprogramme für bedürftige Familien durchgeführt sowie von HIV-betroffene Familien sowohl medizinisch als auch psychologisch betreut.