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Benin
Die 112.620 km² große westafrikanische Republik Benin liegt zwischen Nigeria im Osten und Togo im Westen. Im Norden stößt es an Burkina Faso und Niger. Das Klima wechselt zwischen trocken-heißem Sahel-Klima im Norden und tropisch-feucht an der Atlantikküste im Süden.
Offizielle Landessprache ist Französisch. Daneben werden noch zahlreiche lokale Sprachen gesprochen. Ca. 60-70 Prozent der rund 9 Millionen zählenden Bevölkerung gehört verschiedenen animistischen Religionen an, gefolgt von etwa 35 Prozent Christen und 25 Prozent Moslems.
Benin gehört zu den ärmsten Ländern der Welt und ist wegen seiner katastrophalen Wirtschaftslage auf ständige Hilfe aus dem Ausland angewiesen. Es ist heute noch ein reines Agrarland, wobei die Landwirtschaft vorwiegend der Selbstversorgung dient. Der Mangel an abbauwürdigen Bodenschätzen, eine kaum entwickelte Industrie, die rückständige Landwirtschaft und ein weitmaschiges Verkehrsnetz machen die wirtschaftliche Entwicklung bei einer gleichzeitig rasch anwachsenden Bevölkerung äußerst schwierig. Im Jahre 2010 lag das Pro-Kopf-Einkommen bei 500 Euro. Ein Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze.
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 57 Jahren. 12 Prozent der Bevölkerung leiden an Mangelernährung, die Kindersterblichkeit ist nach wie vor hoch. Um auf lange Sicht eine 100-prozentige Schulbesuchsrate zu erreichen, ist seit 2007 der Besuch der Grundschule kostenlos. Das staatliche Bildungswesen leidet jedoch aufgrund der insgesamt schlechten finanziellen Lage unter einer Vielzahl von Problemen wie Mangel an qualifizierten Lehrkräften und ungenügende Ausstattung der wenigen Schulen. Die Analphabetenrate bei den Erwachsenen liegt bei ca. 55 Prozent.
SOS-Kinderdorf Abomey-Calavi
Seit 1987 ist die SOS-Kinderdorf-Organisation auch im Benin vertreten. So entstand das erste SOS-Kinderdorf in Calavi, 17 km von der Hauptstadt Cotonou entfernt. Viele Menschen in dieser Region leben noch in Pfahlbauten, Arbeitsplätze sind rar.
Das SOS-Kinderdorf besteht aus elf Familienhäusern und einem Kindergarten, der auch von Kindern aus der Umgebung besucht wird. Darüber hinaus wurde eine Hermann-Gmeiner-Grundschule errichtet, die überwiegend von Kindern aus der Nachbarschaft besucht wird und eine Kapazität von 480 Schülern hat. Die musisch ausgerichtete Sekundarschule mit 14 Klassen wurde Mitte 2002 fertig gestellt. Sie besteht aus 14 Klassenräumen, 2 Labors, 1 Mensa, 1 Bibliothek und konnte im Herbst 2002 den Schulbetrieb aufnehmen.
SOS-Berufsausbildungszentrum Abomey-Calavi
Aufgrund des großen Bedarfs an geeigneten Ausbildungsplätzen in der Region West- und Zentralafrika wurde im März 2006 an diesem Standort ein SOS-Berufsausbildungszentrum eröffnet, das SOS-Müttern und Mitarbeitern aus der gesamten Region eine Ausbildung offerieren kann. Das Ausbildungszentrum besteht aus Wohnhäusern für Studenten und Personal, Schulungsräumen, einem Verwaltungsgebäude und einer Kantine.
SOS-Sozialzentrum Abomey-Calavi
Gleichzeitig mit dem Bau des SOS-Berufsausbildungszentrums wurde auf demselben Grundstück ein SOS-Sozialzentrum errichtet. Es umfasst einen Beratungs- /Administrationsbereich, eine Kinderbetreuungsabteilung mit einer Kindertagesstätte und Beratungs-/Betreuungsräumen sowie einen Selbsthilfe-Schulungsbereich. Das Sozialzentrum steht von HIV betroffenen Familien zur Seite und hilft Frauen aus sozial schwachem Umfeld mit theoretischen und praktischen Ratschlägen, ihre Lebensverhältnisse zu verbessern.
SOS-Kinderdorf Natitingou
Aufgrund der großen Armut und der Problematik von verstoßenen Kindern wurde 1999 das SOS-Kinderdorf Natitingou errichtet. Es besteht aus 12 Familienhäusern, einem Kindergarten und einer Mehrzweckhalle und kann über 100 Kindern ein neues Zuhause bieten. Angeschlossen an das SOS-Kinderdorf ist auch eine SOS-Jugendeinrichtung.
Gleichzeitig mit dem Kinderdorf wurde eine Hermann-Gmeiner-Grundschule für 210 Schüler gebaut. Wie die meisten SOS-Kinderdorf-Einrichtungen steht der SOS-Kindergarten als auch die Hermann-Gmeiner-Grundschule den Kindern der Nachbarschaft offen.
Wie auch im SOS-Kinderdorf Abomey-Calavi werden in Natitingou Familienstärkungsprogramme für von HIV-/AIDS-betroffene Familien durchgeführt.
Medizinisches Zentrum
Angesichts der schlechten medizinischen Versorgung in der Region wurde im Frühjahr 2009 ein medizinisches Zentrum bestehend aus einem Beratungs- und einem Untersuchungszimmer, Labor, Apotheke, einem kleinen Operationssaal, zwei Krankenzimmern sowie den notwendigen Sanitäranlagen eröffnet.
SOS-Kinderdorf-Einrichtungen im Benin:
- 3 SOS-Kinderdörfer
- 3 SOS-Kindergärten
- 3 SOS-Jugendeinrichtungen
- 4 SOS-Schulen
- 1 SOS-Ausbildungszentrum für Mitarbeiter
- 4 SOS-Sozialzentren
- 2 Medizinische Zentren