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Tag der gewaltfreien Erziehung
Das SOS-Familienzentrum Weimar machte auf die Rechte der Kinder aufmerksam
Während die kleine Marie das vorgedruckte Din A3-Blatt mit bunten Stiften und Glitzersteinen gestaltet, sitzt ihre Mutter neben ihr und bastelt eine goldene Brille. Diese darf sie dann aufsetzen und ihr Kind beobachten: Was fällt ihr auf? Welche positiven Eigenschaften entdeckt sie an ihrem Kind? „Das ist der Moment, der die Mütter und Väter sehr berührt – zu sehen, was für ein einzigartiges Wesen ihr Kind ist, das erfüllt sie mit Freude und Stolz“, erzählt Sozialpädagogin Katrin Glätzner von der Kreativwerkstatt des Familienzentrums.
Spielerisch die Kinderrechte erfahren
Wie jedes Jahr beteiligte sich das SOS-Familienzentrum Weimar am „Tag der gewaltfreien Erziehung“, der international begangen wird.
Zusammen mit anderen Trägern der Jugendhilfe und Martin Bollmann vom SOS-Beratungszentrum Weimar verwandelten die Mitarbeiter des SOS-Familienzentrums den Weimarer Theaterplatz in einen bunten Veranstaltungsort für Kinder und ihre Eltern.
Farbige Stolpersteine auf dem Pflaster, die mit den Kinderrechten beschrieben waren, luden zum Innehalten ein. Zahlreiche Spielstationen, Bastelaktionen und ein Bücherflohmarkt zogen die Kleinen magisch an. „Man muss etwas für die Kinder bieten, sonst laufen die Eltern vorbei“, weiß Katrin Glätzner. Und die Eltern waren es, die ebenfalls gefordert werden sollten:
„Eine Ohrfeige hat noch niemand geschadet“ hieß es provokativ auf einem Plakat – was halten Eltern heute von diesem Spruch, wie sieht die Wirklichkeit aus? Die Eltern waren aufgerufen, über die Rechte der Kinder nachzudenken und konnten sich informieren, welche Angebote für Familien das SOS-Familienzentrum bietet. Neben Stellwänden diente der über und über mit Zeichnungen und Plakaten beklebte Transporter des Familienzentrums als Informationsquelle.
Wenn ich ein König wär …
… was würdest du Dir dann wünschen? lautete die Frage, die das Team der Kreativwerkstatt den kleinen Besuchern gestellt hatte. „…würde ich in der Zeit der Drachen und Ritter leben…“, „… würde ich dafür sorgen, dass alle Kinder etwas zu essen haben…“, würde ich mir wünschen, dass unsere Praktikantin einen Wunsch frei hat…“ kamen die Antworten der Kinder.
Mit dieser Aktion wollten wir den Kindern vermitteln, dass sie ein Recht auf Mitbestimmung haben“, erzählt Katrin Glätzner. Ihr selbst liegt das „Recht auf gewaltfreie Erziehung“ besonders am Herzen und sie betont, dass es neben körperlicher Gewalt auch seelische Misshandlungen gibt, die die Würde des Kindes verletzen.
Die Sozialpädagogin weiß aber auch, dass, „der Familienalltag hin und wieder stressig sein kann. Das führt manchmal dazu, dass das, was nicht so gut funktioniert wie mit einem Vergrößerungsglas in den Vordergrund rückt. In solchen Fällen hilft ein Blick durch „die goldene Brille", um die positiven Seiten der Kinder nicht aus den Augen zu verlieren."