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Frühe Förderung in interkulturellen Spielgruppen

Drei Mädchen aus unterschiedlichen Nationen Schon seit geraumer Zeit wird das SOS-Mütterzentrum/ Mehrgenerationenhaus verstärkt von jungen Familien mit Migrationshintergrund (persischer, iranischer, irakischer, türkischer und afghanischer Herkunft) und deren Kindern zwischen 0-6 Jahren besucht. Die Familien wünschen sich Förderung ihrer Kinder beim Spracherwerb und Unterstützung beim Sich-Einleben in der Stadt.

Sprachliche Kompetenzen fördern

Gemeinsames Backen Für die größeren Kinder bieten wir bereits Hausaufgabenhilfe unter Einbeziehung der Eltern an. Aus diesem Bedarf heraus entstanden im August 2010 zwei interkulturelle Frühfördergruppen, in denen jeweils 8-10 Mütter und Väter und ihre Kleinkinder gemeinsam singen, spielen und einfache Geschichten hören oder selbst erzählen. Die Eltern beziehen Anregungen, wie sie die Freude an der Sprache und den Umgang mit dem Kind zu Hause fördern können. Die Hälfte der Teilnehmer sind dabei Menschen mit Migrationshintergrund.

Seit November 2010 haben sich zwei weitere Sprachspielgruppen gebildet mit jeweils acht Teilnehmern und deren Kindern. Hier wird den Zuwandererfamilien mit kleinen Kindern eine Möglichkeit der Elternbildung und der frühen Förderung geboten, in der neben dem Spiel mit Sprache auch Raum für Austausch über Themen rund um Erziehung, über eigene Erfahrungen im und außerhalb des Herkunftslandes gegeben ist. Die Gruppen finden einmal wöchentlich für jeweils 1,5 Stunden statt.

Um ein Kind zu Erziehen, braucht es ein ganzes Dorf

Kinder mit Puppenwagen Beide Projekte zielen auf die aktive Einbindung, die Herstellung von Kontakten und die gegenseitige Unterstützung zwischen Familien aller sozialen Schichten mit und ohne Migrationshintergrund. Sie fördern nicht nur die sprachlichen Kompetenzen von Kindern ab etwa 12 Monaten bis zum Eintritt in die Kindertagesstätte, sondern ebenso auch die Deutschkenntnisse der Eltern. Familien profitieren von der Niedrigschwelligkeit der Angebote, die auf einfache Weise zur Erweiterung des sozialen Netzwerkes beitragen.
Die Eltern werden darüber hinaus bestärkt, mit ihren Kindern in der Familiensprache zu sprechen. Es wird damit signalisiert, dass die Erstsprache oder die Erstsprachen, welche in der Familie gesprochen werden, wichtig sind für die Identitätsentwicklung und als Grundlage für den Erwerb weiterer Sprachen.

Damit diese Zielsetzungen erreicht werden können, bedarf es koordinierter, intensiver und kontinuierlicher Förderung. Das bekannte afrikanische Sprichwort, dass es zur Erziehung – und wohl auch zur Bildung und Integration – eines Kindes ein ganzes Dorf braucht, bringt diesen Anspruch an die frühe Förderung sehr treffend zum Ausdruck. Neben der jeweiligen Gruppenleiterin gibt es aus diesem Grund für jede Familie mit Migrationshintergrund eine ehrenamtliche Patin, die durch die enge Beziehung zu „ihrer Familie“ weiterführende Bedarfe, die sich im Alltag ergeben, frühzeitig erkennt und unterstützt.

Gefördert werden die Projekte durch den Landkreis Zwickau und die Robert Bosch Stiftung.