30. 01. 2018

Grenzenlos-Festival: Konzert von Tunnelblick & Mike Schweizer

Tunnelblick: ein toller Auftritt vor ausverkauftem Haus

Tunnelblick: ein toller Auftritt vor ausverkauftem Haus

Tunnelblick und Les Saxofous spielen im ausverkauften SWR-Studio

Knapp 20 Musikerinnen und Musiker auf einer Bühne: das dürfte selbst im regelmäßig gebuchten Freiburger SWR-Studio eher selten vorkommen. Die sechs Mitglieder der Straßenschul-Band Tunnelblick haben am Samstagabend gemeinsam mit Mike Schweizer und seiner vierzehnköpfigen Band Les Saxofous im Rahmen des 19. Freiburg-Grenzenlos-Festivals vor ausverkauftem Haus gespielt.

Mike Schweizer und Mitglieder seiner Band „Les Saxofous“ Bild vergrößern

Mike Schweizer und Mitglieder seiner Band „Les Saxofous“

Dass die beiden Bands perfekt aufeinander eingespielt sind, merkt man sofort. Tunnelblick und Les Saxofous treten immer wieder zusammen auf – zuletzt bei der Jubiläumsfeier der Straßenschule im Freiburger Theater. Nach drei einleitenden Instrumentals von Mike Schweizer und Band, mit teils überraschenden Soundeffekten (ja, es ist möglich, Blasinstrumente unter Wasser zu spielen, ohne gleich das ganze Studio überfluten zu müssen), stimmten Tunnelblick mit ein. Den Anfang machte der Song „Tunnel der Sehnsucht“. Der Text erzählt vom Aussteigen und von Freiheit, aber auch von Trennung, zerplatzten Träumen und der Suche nach Glück im Leben. Auf dem Programm standen weitere bekannte Stücke, in denen sich die Bandmitglieder – zwei Sozialarbeiter und vier ehemals Wohnungslose – mit der Suche nach ihrem Platz in der Welt auseinandersetzen („Where is my home?“). Auch die nicht immer einfache Gratwanderung zwischen Aussteiger- und Spießertum wird thematisiert („Spießerscheiße“). Einen starken Kontrapunkt setzten Les Saxofous, die Altbekanntes im Repertoire hatten, wie etwa eine jazzig angehauchte Version des Beatles-Klassikers „Norwegian Wood“. 

Den Anfang machte der Song „Tunnel der Sehnsucht“ Bild vergrößern

Den Anfang machte der Song „Tunnel der Sehnsucht“

„Ein gutes Dutzend Blasmusikerinnen und -musiker und eine Rockband machen zusammen Musik? Wie passt das zusammen?“ Diese Frage ist dem einen oder anderen Besucher vor dem Konzert vielleicht durch den Kopf gegangen. Nach dem Auftritt dürfte es wohl keine Zweifel mehr gegeben haben: die Kombination mag ungewöhnlich sein, aber die so unterschiedlichen Musikerinnen und Musiker ergänzen sich hervorragend und versetzen dem Publikum einen musikalischen Energieschub, der Lust auf mehr macht.