19. 01. 2015Quelle: Von Gisela Zimmer

100.000 Euro für die SOS-Kinderdorfkinder!

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LINKE spendet wie versprochen 100.000 Euro aus der Diätenerhöhung an die SOS-Kinderdörfer und die Kinder sollen mitentscheiden, was damit gemacht wird.

Manchmal gibt es Zufälle, die – wenn sie denn passieren und auch noch aufeinandertreffen - einfach schön sind. Zum Beispiel der Geburtstag der SOS-Kinderdörfer. Anfang Februar dieses Jahres feiern die insgesamt 43 bundesweiten Einrichtungen den 60. Geburtstag ihres Kinderdorfvereins. Ein rundes Jubiläum, zu dem die Fraktion DIE LINKE nicht nur herzlich gratulieren, sondern auch noch ein ganz besonderes Geschenk machen wollte. Dafür legten die 64 Abgeordneten im wahrsten Sinne des Wortes viele, viele Euros zusammen - insgesamt 100.000. Geld, das gedacht ist für diejenigen Kinder und Jugendlichen, die nicht wie andere in ihrem Alter bei den leiblichen Eltern leben und aufwachsen können, sondern in einer SOS-Familie ein neues Zuhause finden oder schon gefunden haben. Egal, ob in  Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg oder Bayern. Von der Spende profitieren die SOS-Kinderdörfer und SOS-Familienzentren in allen Bundesländern. Was sie allerdings „damit anstellen, entscheiden die Kinder ganz allein“, betonten Gregor Gysi und Petra Pau, die ihren Wahlkreis in Hellersdorf hat, bei der Scheckübergabe am Mittwoch in Berlin. Die Entscheidungen der Kinder seien fast „immer schlau“, lächelte Gysi.

Viele Wünsche können erfüllt werden

Das SOS-Kinderdorf  in Berlin Moabit zählt zu den jüngsten des Vereins und ist „das einzige städtische“, erzählt die Leiterin. „Ihre Kinder“ haben einen Traum: eine Wagenburg draußen vor den Stadttoren. Ein Waldgrundstück sei bereits vorhanden, jetzt sollen nach und nach Wohnwagen gebaut werden. Die unerwartete Spende stillt die Sehnsucht nach Natur ein wenig schneller, und gebaut wird natürlich gemeinsam mit den Kindern.  Andere gemalte und aufgeschriebene Wünsche hat Thomas Walter dabei. Er leitet das SOS-Familienzentrum Berlin Hellersdorf und packt Bilderrahmen aus, in denen hinter Glas und auf buntem Papier herzerwärmende Dinge stehen. Hasen für einen Hasenstall beispielsweise. Oder Fahrräder beziehungsweise Roller für draußen. Bausteine aus „richtigem“ Material, Anziehsachen und Schuhe, eine Reise ans Meer und „Ich will nach Amerika fliegen“. Unterschrieben von Leonie, Vanessa, Joshua und John und anderen Kindern.

Dass den großen und kleinen SOS-Kindern bundesweit Spenden zugute kommen sollen, beschlossen die Abgeordneten der Linksfraktion bereits vor einem Jahr. Am 21. Februar 2014 hatte die Große Koalition als eine ihrer ersten Amtshandlungen höhere Diäten gesetzlich durchgesetzt. DIE LINKE stimmte dagegen, keine und kein Abgeordneter wollte das Geld für sich persönlich. Und so kam es in einen Topf, wurde über die Monate hinweg bis zum Jahresende gesammelt – und nun gehört es den Kindern. Ein Geschenk – Zufall oder nicht – pünktlich zum Jubiläum der SOS-Kinderdörfer.

Der Vorstandsvorsitzende des SOS-Kinderdorf e.V., Prof. Dr. Johannes Münder erklärt:  „SOS-Kinderdorf freut sich sehr über die Spende der Fraktion DIE LINKE, im Namen aller unserer Betreuten ein herzliches Dankeschön. Unsere Einrichtungen entscheiden nun vor Ort über die Verwendung der Spendengelder, dabei werden die von uns betreuten Kinder und Jugendlichen eng eingebunden und aktiv beteiligt. Beteiligung ist stark – und macht stark! Diesen Ansatz verfolgt SOS-Kinderdorf e.V. seit 60 Jahren. Ob durch kindgerechte Beteiligungsgremien, auf unserer Kinder- und Jugendkonferenz oder durch eine gelebte Kultur des ständigen Ermutigens und Ernstnehmens – bei SOS-Kinderdorf wird das Recht auf Beteiligung großgeschrieben.“