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Überleben - gegen alle Widerstände
Estery Milanzis Kiosk sollte eigentlich nur einen kleinen Zusatzverdienst einbringen. Der Hauptverdiener der Familie war Esterys Mann. Doch er starb 2002 an den Folgen der Malaria. Seitdem versuchte Estery sich selbst und ihre vier Kinder mit dem Laden zu ernähren. Schon bald musste sie immer mehr arbeiten und ihr kleines Geschäft länger und länger öffnen. Die Kinder blieben alleine zuhause. Das Schulgeld brauchte die Familie für Nahrungsmittel.
Die Verzweiflung war schnell sehr groß
Aber es nützte nichts. Bald schon konnte Estery keine Waren mehr für ihren Kiosk kaufen, immer öfter gingen sie und die Kinder hungrig zu Bett. Estery konnte noch so lange arbeiten – sie verdiente so gut wie nichts. Die Mutter war verzweifelt.
Zufällig traf sie einen Mitarbeiter des Dorfentwicklungs-Komitees, dem sie ihre Situation schilderte. Dann ging alles recht schnell: Die Milanzis wurden in das Familien-Stärkungs-Programm des SOS-Social-Centers Lilongwe aufgenommen – es ging wieder aufwärts.
Eine Zukunft aus eigener Kraft aufbauen
Das SOS-Programm garantiert die Grundversorgung, damit sich die Familien aus eigener Kraft eine Zukunft aufbauen können. Zunächst finanzierte SOS die Nahrungsmittel für die Familie und übernahm die Schulgebühren für Estery Milanzis vier Kinder. Das half der Familie schon sehr weiter. Estery wusste nun, dass ihre Kinder gut versorgt sind und gleichzeitig eine gute Ausbildung bekommen, um die Familie später finanziell unterstützen zu können.
Und es ging weiter aufwärts: Estery baute das Sortiment in ihrem Kiosk nach und nach wieder aus, und Grace, Esterys älteste Tochter, konnte mit Hilfe des Familien-Stärkungs-Programms eine Schneiderlehre im SOS-Berufsausbildungszentrum Lilongwe machen. Nach ihrem Abschluss eröffnete die junge Frau eine Schneiderei – darin steht sogar eine Nähmaschine, die sie sich gegen eine geringe Gebühr geliehen hat.
Endlich wieder auf eigenen Beinen stehen
Durch Graces Arbeit in der Schneiderei und die Einnahmen aus Esterys kleinem Laden war die Familie nicht mehr auf die Nahrungsmittelpakete des SOS-Social-Centres angewiesen. Gemeinsam unterstützten die beiden Frauen Diskson, Esterys Sohn, der eine Ausbildung zum Elektrotechniker abgeschlossen hat, und bald ein geregeltes Einkommen nach Hause bringen möchte. Wenn das klappt, ist die Familie Milanzi auch nicht mehr auf das Schulgeld für die beiden Jüngsten angewiesen, sondern steht wieder komplett auf eigenen Beinen.
„Ich verdanke alles, was ich erreicht habe, dem SOS-Projekt", sagt Estery Milanzi. Aaron Ntakati vom Entwicklungs-Komitee muss lächeln: „Ich weiß, wie sehr sie darüber erleichtert ist, sich nicht mehr darum sorgen zu müssen, ob das Geld reicht, um in der kommenden Woche genug zu Essen für ihre Kinder kaufen zu können. Dabei vergisst sie oft, dass ihr Erfolg auf ihrer eigenen Arbeit beruht.“ Die Hilfe von außen sei nur sehr gering gewesen. Oft reiche schon sehr wenig, um viel zu bewirken.