Bleistift

SOS-Kinderdorf hat erneuerbare Energien seit Jahrzehnten im Blick

Sonnenkollektoren auf dem Sonnenhaus Ammersee

Die Forderung nach einem raschen Ausstieg aus der Kernenergie ist in Deutschland so deutlich zu hören wie schon seit Jahren nicht mehr, der Ausbau erneuerbarer Energien wird immer dringender. Beim neuen „Haus Mosaik“, das gerade im SOS-Kinderdorf in Dießen gebaut wird, wurde von Anfang an auf nachhaltige Energien gesetzt. Und es ist nicht das einzige Öko-Haus bei SOS-Kinderdorf.

Der neue Dorfmittelpunkt in Dießen am Ammersee kommt völlig ohne herkömmliche Brennerheizung aus. Nach Süden ausgerichtete Sonnenkollektoren auf dem Flachdach sorgen für die Brauchwassererwärmung und Heizungsunterstützung in der Übergangszeit, so Wolfgang Ordon von der Abteilung Bau und EDV des SOS-Kinderdorf e.V. Rohbau Haus Mosaik Die Heizung selbst erfolgt über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die die Außenluft ansaugt und – ähnlich wie bei einem Kühlschrank – komprimiert. Die dabei entstehende Wärme fließt in die Fußbodenheizung des rund 410 Quadratmeter umfassenden Gebäudes mit Saal, Musik- und Gruppenräumen.
Laut dem beauftragten Architekturbüro erfüllt der SOS-Kinderdorf e.V. damit alle derzeitigen Energievorschriften und Standards. „Es handelt sich um ein Niedrigenergie-Effizienzhaus mit dreifach Verglasung sowie Wärmedämmverbundsystem“, erläutert Rainer Kappelar vom ausführenden Ingenieurbüro. Das Haus Mosaik ist nicht das einzige ökologische Gebäude im SOS-Kinderdorf in Dießen: Vor beinahe zwei Jahrzehnten – 1994 – entstand dort auch das so genannte „Sonnenhaus“. Es wird über eine Erdwärmepumpe und Sonnenkollektoren auf dem Dach beheizt und war damals mit dieser Technik „herausragend und innovativ“, so Ordon.
Etwa zeitgleich baute der SOS-Kinderdorf-Verein in Zwickau zwei Dorfhäuser mit Photovoltaikanlagen zur Stromgewinnung als begehbare Dacheindeckung und Sonnenkollektorflächen zur Warmwasserbereitung. Auch im nachfolgenden SOS-Kinderdorf Brandenburg wurden bereits 1996 Solarkollektoren zur Warmwassergewinnung eingebaut.
Blick von innen nach außen im Dorfhaus Grimmen Auch das vor zwei Jahren eingeweihte neue Dorfhaus der SOS-Dorfgemeinschaft Grimmen (Mecklenburg-Vorpommern) ist in der Energieversorgung völlig autark – mit einer Photovoltaikanlage, Sonnenkollektoren für die Warmwasserbereitung und einer Wärmepumpe mit dem großen Pufferspeicher.
Auch bei sämtlichen An- und Erweiterungsbauten, die nicht nur in Deutschlands ältestem SOS-Kinderdorf in Dießen zwangsläufig immer wieder anfallen, wird auf möglichst effektive Wärme- und Schallschutzdämmung und den Einsatz von regenerativer Technik zur C02-Einsparung geachtet.