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Eine große Idee - gestern wie heute
Hermann Gmeiner gründete vor über 60 Jahren das erste SOS-Kinderdorf
Manchmal sind es die kleinen Ideen, die es schaffen, die Welt zu verändern: Vor über 60 Jahren gründete Hermann Gmeiner in Imst in Tirol das erste SOS-Kinderdorf. Seitdem ist über den ganzen Globus verteilt ein Netzwerk entstanden, das Kindern, Jugendlichen und Familien in Not hilft.
Gmeiners Grundidee damals war ebenso simpel wie genial: Eine SOS-Kinderdorfmutter lebt gemeinsam mit fünf bis sieben Kindern in einer SOS-Kinderdorffamilie. In dieser familiären Umgebung erfahren die Kinder Vertrauen, Halt und Geborgenheit, bis sie irgendwann auf eigenen Beinen stehen und ein selbst bestimmtes Leben führen können.
Engagement für die gute Sache
Inspiriert wurde Hermann Gmeiner von seinem eigenen Schicksal: Im Alter von neun Jahren verliert er seine Mutter und wird gemeinsam mit seinen anderen Geschwistern von der Schwester groß gezogen. Als 30-Jähriger gibt Hermann Gmeiner sein Medizinstudium auf und engagiert sich bis zu seinem Tod im Jahr 1986 für die gute Sache.
1949 gründet Hermann Gmeiner das erste SOS-Kinderdorf. Es dauert nicht lange und seine Idee findet großen Zuspruch – nicht nur in Österreich: 1955 wird ein eigener Verein für Deutschland gegründet, ein Jahr später wird in Dießen am Ammersee der Grundstein für das erste deutsche Kinderdorf gelegt. Waren es anfangs Waisenkinder, die in einem SOS-Kinderdorf lebten, profitieren heute hauptsächlich Kinder und Jugendliche aus schwierigen Familienverhältnissen von dem Modell.
Eine Stütze für Familien, Jugendliche und Kinder
Im Laufe der Jahre kommen zu den SOS-Kinderdörfern weitere Einrichtungen hinzu: SOS-Kinder- und Jugendhilfen und SOS-Berufs-und Ausbildungszentren fördern die soziale und berufliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. In den SOS-Beratungszentren finden Familien in Schwierigkeiten eine Stütze, die SOS-Mütterzentren und von SOS-Kinderdorf geförderte Mehrgenerationenhäuser tragen dem Modell der Großfamilie Rechnung und werden zum beliebten und wichtigen Treffpunkt für alle Generationen. Auch drei SOS-Dorfgemeinschaften entstehen, in denen Erwachsene mit geistigen Behinderungen nicht nur einen Platz zum Leben, sondern auch eine Arbeit finden, die sie fördert und fordert.
Auch weltweit entstehen unzählige SOS-Gemeinschaften. Den meisten Kinderdörfern sind dort Hermann-Gmeiner-Schulen, Sozialzentren und medizinische Einrichtungen angegliedert, von denen auch die Menschen in den Nachbargemeinden profitieren. Allein der deutsche SOS-Kinderdorf e.V. unterstützt 121 Projekte in 43 Ländern.
Neue Einrichtungen in Düsseldorf und Frankfurt
Mehrere hunderttausend Kinder, Jugendliche und Familien haben weltweit in den vergangenen 60 Jahren von dem Erfolgsmodell profitiert – und es ist kein Ende in Sicht. 2005 wurde in Berlin das bundesweit erste SOS-Kinderdorf inmitten einer Großstadt eröffnet, das alle Jugend- und Familienhilfs-Angebote des Vereins unter einem Dach vereint. In Düsseldorf wurde eine neue Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtung eröffnet, weitere Hilfsprojekte sind in Frankfurt in Planung.
Finanziert wird die gute Idee hauptsächlich durch Spenden. Zwei Drittel der nötigen Geldmittel erhält der SOS-Kinderdorf e.V. aus Spendenmitteln, ein Drittel sind öffentliche Gelder, die sozialen Einrichtungen zustehen.
Viele Prominente helfen ehrenamtlich mit
Doch nicht nur Spender und Paten kann Hermann Gmeiner von Anfang an für sich gewinnen, auch viele Prominente helfen ehrenamtlich mit, für die SOS-Kinderdörfer zu werben. Damals wie heute: Schauspieler und Schauspielerinnen innen wie Uschi Glas, Dennenesch Zoudé oder Timothy Peach, Fußballnationaltrainer Joachim Löw oder die Kessler-Zwillinge tragen die Idee der SOS-Kinderdörfer in die Welt, engagieren sich für und mit den Kindern. Viele übernehmen eine eigene Patenschaft und helfen so langfristig mit, ein Kind im Ausland oder eine SOS-Gemeinschaft in Deutschland zu unterstützen und Kindern eine glücklichere Zukunft zu schenken.
Helfen auch Sie – werden Sie SOS-Pate !