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Vom Gast zum Gastgeber - ehrenamtlich helfen
Brigitte: Das SOS- Mütterzentrum hat mir auf die Beine geholfen
Vor zwei Jahren kam Brigitte zum ersten mal ins SOS-Mütterzentrum Saarbrücken. Hilfesuchend. "Ich war damals gerade Mutter geworden und fühlte mich oft alleine zu Hause. Mein Mann war den ganzen Tag zur Arbeit und ich hatte kaum Jemanden mit dem ich mich unterhalten konnte." Für die 34-Jährige kam als besondere Last hinzu, dass sie an Multiple Sklerose erkrankt ist. Brigitte hatte Angst, die eigenen Aufgaben nicht mehr bewältigen zu können. Als eine gute Bekannte den Besuch des Mütterzentrums im SOS-Kinderdorf Saarbrücken vorschlug, änderte sich vieles im Leben von Brigitte. „Ich kam rein und wurde richtig herzlich begrüßt. Die Menschen gingen sehr liebevoll mit mir und Aline, das ist meine Tochter, um. Wir beide waren von der ersten Stunde immer unter Freunden zu Hause!“
Offenheit, Wertschätzung und Herzlichkeit
Ein Konzept, das sich bewährt hat: Von der ersten Minute an, versuchen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den neuen Besuchern den Gedanken des Mütterzentrums näher zu bringen. Das gehört zum Konzept dieses offenen Treffs. "So erfahren unsere Neuen gleich die gelebte Kultur und freundschaftliche Atmosphäre, die durch Offenheit, Wertschätzung und Herzlichkeit geprägt ist", erklärt Traudel Prassol-Breier. "Selbst wenn hier Streit aufkommt, was ja ganz normal ist, bei so vielen unterschiedlichen Frauen und Kindern, dann wird das ohne gegenseitige Verletzungen schnell geklärt.“
Brigitte ist mittlerweile fast jeden Tag in der Seilerstraße 6 in Saarbrücken - nicht nur als Gast. Im Laufe der Besuche wollte Brigitte selbst mithelfen und anderen unter die Arme greifen. Brigitte kümmert sich nun regelmäßig um die Geschirrberge und hilft in der Kinder-Kleidertauschbörse mit. „Hier brauchen wir jede Menge hilfreiche Hände, um die Tauschware und Kleiderspenden zu sichten, zu waschen und einzusortieren“, sagt Sonja Backes, als Verantwortliche für dieses Mütterzentrumsangebot.
Heute helfe ich den "Neuen"!
Dass Brigitte heute, als eine Besucherin mit ständig guter Laune auch in der Organisationsgruppe für Feste mitarbeitet, war an ihrem ersten "Müze-Tag" nicht zu erwarten. Ihre Freude schlägt nun auf andere über, die neu sind. "Heute sehe ich, mich sozusagen im Spiegel, wenn neue BesucherInnen bei uns reinschauen und ziemlich am Boden sind. Wie schön ist es, dass ich es bin, die ihnen heute das Gefühl vermitteln darf "dazu-zu-gehören". Das klingt nach Freude an der Sache und es braucht keine anderen Worte um "genießen" zu umschreiben. Das gilt auch für die Tage an denen das Mütterzentrum stark besucht ist und an denen es um "Chaosverhinderung bzw. –bewältigung" geht, ebenso wie an ruhigeren Tagen. „Dann tut es einfach richtig gut, sich auch mal mit ihr in Ruhe zu unterhalten und das Mütterzentrum als Ort zu erleben, in dem "die Seele baumeln" darf.“ So denken viele der anderen ehrenamtlichen Helferinnen und Besucherinnen.
Mit der Aussage von Tanja Duttlinger ist man schnell einig: „Ehrenamt ist etwas Besonderes und muss auch als solches gesehen und wertschätzend behandelt werden. – Danke Brigitte – danke allen Anderen.“