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„Ohne Ehrenamtliche wäre unser Familienzentrum nicht so bunt“
Dirk Meier* legt Musik auf beim Faschingsfest im SOS-Familienzentrum Berlin. Annette Bieber arbeitet jede Woche im Treffpunktcafé, und Heike Kraft bietet Bastelstunden für Kinder an. Keiner von ihnen verlangt Geld für seine Leistung. Dirk Meier und Annette Bieber helfen einfach, weil es ihnen Spaß macht.
„Ehrenamtliche sind eine große Bereicherung für unsere Arbeit“, sagt Sabine Weskott vom SOS-Familienzentrum, das im Berliner Stadtteil Hellersdorf liegt. Sie ist erste Ansprechpartnerin für alle Menschen, die sich engagieren wollen. Zu ihr kommen Rentner, Arbeitslose, Teilzeitbeschäftigte aber auch viele Eltern, die das Familienzentrum durch ihre Kinder kennengelernt haben. „Am Anfang steht immer ein ausführliches Gespräch“, sagt Sabine Weskott. „Es ist wichtig herauszufinden, welche Vorstellung die Menschen von ihrem Ehrenamt haben, welche Fähigkeiten sie mitbringen und was ihnen besonders Spaß machen könnte. Manche Freiwillige wollen zum Beispiel Kontakt zu Menschen haben, andere möchten lieber handwerklich arbeiten.“ Passen die Vorstellungen einmal nicht richtig zueinander, vermittelt Sabine Weskott auch Kontakte zu anderen gemeinnützigen Organisationen.
Ehrenamt ist Freude und Herausforderung zugleich
Zu tun gibt es genug in Berlin-Hellersdorf – zum Beispiel in der Holzwerkstatt, im Garten, im Café sowie bei Festen und Veranstaltungen. „Besonders am Herzen liegen uns derzeit die Lesepaten und Familienfreunde“, sagt Sabine Weskott. „Lesepaten besuchen Kitas und Grundschulen, Familienfreunde unterstützen Familien.“ Aufgaben, die Freude machen, aber oft auch eine Herausforderung sind. Damit Ehrenamtliche sich dabei wohl fühlen, betreuen die Mitarbeiter vom SOS-Familienzentrum ihre Helfer intensiv. Alle sechs Wochen findet ein Ehrenamtsstammtisch statt. Dort tauschen sich Helfer und hauptamtliche Mitarbeiter untereinander aus und erzählen von ihren Erfahrungen. Die SOS-Mitarbeiter informieren zudem über geplante Projekte und Veranstaltungen. Sabine Weskott: „Zusätzlich haben alle Ehrenamtlichen feste Ansprechpartner, die ihnen jederzeit helfen können. Das ist wichtig, damit sich niemand überfordert oder allein gelassen fühlt.“ Außerdem seien bei allen Aktivitäten immer professionelle Mitarbeiter dabei, um die Qualität der Angebote zu sichern. Sabine Weskott ist überzeugt: „Die Menschen müssen gut begleitet werden, nur so können sie sich frei entfalten und tolle Ideen entwickeln.“
Ehrenamtliche als wichtige Verbindungspersonen
Die intensive Betreuung lohnt sich. Für das SOS-Familienzentrum Berlin sind die Ehrenamtlichen nicht bloß praktische Helfer, sondern auch wichtige Verbindungspersonen. „Die Menschen wohnen direkt in Hellersdorf. Meistens erfahren sie früher als wir von Veränderungen und Neuigkeiten im Stadtteil, und die geben sie an uns weiter. So wissen wir immer sehr genau, welche Bedürfnisse die Menschen haben, die zu uns kommen“, sagt Sabine Weskott. „Außerdem verteilen sie oft unsere Flyer und Broschüren in Kitas, Schulen oder im Bürgeramt. Das sind Wege, die wir allein gar nicht bewältigen könnten.“
Sie ergänzen sich also gut – Ehrenamtliche und SOS-Mitarbeiter. So gut, dass Sabine Weskott überzeugt ist: „Ohne Ehrenamtliche wäre unser Familienzentrum nicht so groß und bunt.“
*Namen von der Redaktion geändert