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Unterricht hilft Müttern

Zwei Schülerinnen des Deutschkurs im mÜtterzentrum München Deutschkurse für Ausländerinnen

In den praxisorientierten Deutschkursen des SOS-Mütter- und Kindertageszentrums München lernen Migrantinnen die Grundbegriffe der deutschen Sprache und gehen damit einen einen kleinen Schritt in Richtung Unabhängigkeit.

Üblicherweise finden in der Woche an jeweils zwei Tagen drei Stunden Deutschkurse statt. Es sind keine Integrationskurse, sondern Kurse, die die Mütter freiwillig besuchen, um die deutsche Sprache zu lernen. Viele Mütter leben schon sehr viele Jahre in Deutschland, hatten aber zuvor gar keine Möglichkeit an einem Kurs teilzunehmen. "Zuerst mussten sie sich in ein komplett neues Umfeld, in einem fremden Land, einer fremden Stadt, eingewöhnen, sehr oft kamen in kurzen Abständen Kinder zur Welt und so vergeht oft viel Zeit, bis eine junge Mutter die Kraft und die Zeit aufbringt, eine neue Sprache zu lernen", erzählt Erika Rupp, Leiterin des SOS-Mütter- und Kindertageszentrums München. " In unseren Deutschkursen können die Mütter in ihrem eigenen Tempo lernen, die Kursinhalte sind auf die Lebenswelt der Familie ausgerichtet. Es geht hauptsächlich darum, sich in der Öffentlichkeit selbständig bewegen zu könen, zum Beispiel alleine zum Arzt zu gehen oder bei einem Elterngespräch zu verstehen, was der Lehrer sagt."

Heike Turner und Bilge Basal vom SOS-Mütterzentrum München Die Unterrichtssprache ist Deutsch

Das Lerntempo der Frauen ist schnell. Heike Turner, Leiterin des Fortgeschrittenen-Kurses, legt eine CD ein. In der Lektion „Guten Appetit“ wird die korrekte Aussprache von Lebensmitteln geübt. Aufmerksam hören die Frauen zu und notieren den Wortakzent der Wörterliste in ihrem Lehrbuch. „Ich mag Deutsch, aber meine Zunge und Kehle sind seit 30 Jahren daran gewöhnt andere Laute zu formen“, beschreibt die Türkin Nilüfer, die Herausforderung, die die deutsche Sprache für sie darstellt. Als ihre Tochter, eine stolze Erstklässerin, meinte: „Mama, du musst in den Kindergarten gehen, dann lernst du Deutsch“, stand es für sie fest, dass sie den Kurs machen würde. Iman hat Probleme, sich die verschiedenen Artikel, „wann verwende ich „der“, „die“ oder „das“?“, zu merken. In ihrer Heimat Irak hat sie als Handarbeitslehrerin gearbeitet, hier in Deutschland möchte sie ohne sprachliche Probleme im Alltag zurechtkommen.

Die Frauen sind ehrgeizig

Heike Turner und ihre Schülerinnen beim Deutschunterricht Über eine Freundin, die den Kurs bereits besuchte, ist Rafihatou aus Togo auf den Sprachunterricht aufmerksam geworden „Ich möchte dem Arzt erklären können, was mir fehlt und meinen Kindern bei den Hausaufgaben helfen“ – das sind für sie wichtige Beweggründe, regelmäßig am Kurs teilzunehmen.
Während die Deutschschülerinnen weiter die Lebensmittel und ihre Oberbegriffe pauken, sind ihre Kinder gut aufgehoben. „Meine Tochter geht gerne in die Kinderbetreuung hier im Mütterzentrum“, erzählt Cigdem aus der Türkei. Weitermachen möchte jede von ihnen „Ich würde so gerne eine Friseurlehre machen“, träumt die junge Sarah aus dem Libanon, „aber dazu muss ich erst einmal Deutsch können.“

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