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Vielfalt ist unsere Chance
Prof. Dr. Hanjo Sauer betont, wie sehr es SOS-Kinderdorf um eine Erziehung zum Frieden und zur Achtsamkeit gegenüber Unrecht und Gewalt geht.
Für Hermann Gmeiner, den Gründer der SOS-Kinderdörfer, waren Krieg und Gewalt, Uniformität und Denkverbot ein zutiefst prägendes Erlebnis. Uniformität erscheint vielen als Stärke, besonders im militärischen Gewand. Alle in Uniform und gleichem Schritt – wie schnell sich diese angebliche Stärke in Gewalt und Brutalität ent laden kann, hat Gmeiners Generation auch in Europa schmerzlich erleben müssen.
Ein friedvolles Miteinander
Die SOS-Kinderdörfer sollten ein Kontrastprogramm dazu sein. Immer wieder bewegte Gmeiner der Gedanke, wie Erziehung zum Frieden möglich sei, um verschiedene Kulturen, Religionen und Völkern miteinander zu versöhnen. Diese Vielfalt bedeutet einen unersetzbaren Reichtum an Erfahrungen, Lebensweisen und Werten – auch für die noch kleine Welt eines Kindes. Mit seinem Engagement weiß sich der deutsche SOS-Kinderdorfverein seinem Gründer Herrmann Gmeiner und der Visionen einer Erziehung zum Frieden verpflichtet. So beteiligt er sich als Mitglied der internationalen SOS-Kinderdorffamilie seit Jahrzehnten weltweit in erheblichem Ausmaß an Aufbau und Unterhalt der Einrichtungen. Zukünftig wird die vielerorts schwierige wirtschaftliche Entwicklung unsere Kräfte in noch größerem Maß als bisher herausfordern.
Diesen Aufgaben gilt es sich Zur Tätigkeit des Verwaltungsrates Im Rahmen seiner Tätigkeit hat der Verwaltungsrat (VWR) drei Ausschüsse gebildet: den Leitungs-, den Finanz- und den Strategieausschuss. Der Leitungsausschuss plant die VWR-Sitzungen, führt sie durch und bereitet sie nach. Der Finanzausschuss analysiert und bewertet den Vorjahresabschluss, die mittelfristige Finanzplanung und verabschiedet den Etat. Er nimmt Stellung zu den Wirtschaftsprüfungsberichten, bewertet die Qualität der Planungsprognose und begutachtet die strategische Gesamtplanung des Vereins aus finanzpolitischer Sicht. Zudem befasst er sich mit finanzieller Vorsorge, Risikomanagement, interner Revision und Anlagepolitik. Der Strategieausschuss begleitet die strategische Entwicklung des Vereins. Er prüft und diskutiert alle strategischen Planungen sowie Papiere, bewertet neue haushaltsrelevante Projekte und Maßnahmen aus fachlicher Sicht. Die Ausschüsse erarbeiten Beschlussempfehlungen für den VWR, und es finden regelmäßige Koordinationssitzungen statt.
Themen und Beschlüsse 2012
Um seinen satzungsgemäßen Auftrag zu erfüllen, kam der VWR am 1./2. März 2012 zu einem Klausurtag in Berlin zusammen sowie zu zwei ordentlichen Sitzung am15./16. Juni in Bremen und am 29./30. November in München. Beim Klausurtag ging es um grundsätzliche Überlegungen zur vom Vorstand beschlossenen neuen Organisationsstruktur. Diese wurde zum Teil bereits umgesetzt, um die Arbeit der Einrichtungen und der Geschäftsstelle effektiver zu verzahnen und die Vereinsführung gemäß des "Deutschen Corporate Governance Kodex" zu organisieren.
Ausbau der Frühen Hilfen
Orientiert an diesen Richtlinien sollen im nächsten Schritt entsprechende Arbeitsstrukturen geschaffen werden. Zu dem stimmte der VWR einstimmig der vom Vorstand beantragten Bestellung von Dr. Birgit Lambertz als Geschäftsführerin für den Geschäftsbereich Personal und Pädagogik zu. In der Sitzung des VWR in Bremen ging es unter anderem um die weitere Organisationsentwicklung mit Bildung von vier Regionen, den Ausbau der Frühen Hilfen in den Einrichtungen, die Bewertung der neuen Projekte in Düsseldorf (Auf- und Ausbau), Frankfurt-Sossenheim (Aufbau) und Berlin (Weiterentwicklung des SOS-Berufsausbildungszentrums) sowie die pädagogische Entwicklung in den SOS-Kinderdörfern. In Frankfurt-Sossenheim soll zum Aufbau einer neuen Einrichtung ein Grundstück erworben werden. Zur Sprache kam auch die wirtschaftliche Situation des Vereins. Der negative Effekt des Dollar-Euro-Wechselkurses und die Kostensteigerungen (teils um 8 Prozent) erfordern ein größeres finanzielles Engagement gegenüber den Auslandseinrichtungen. Die Spendenzunahme um drei Prozent kann dies allein nicht ausgleichen. Es wurde jedoch darauf hingewiesen, dass die in der Vergangenheit gebildeten Reserven es dem Verein ermöglichen, auch diesen Verpflichtungen nachzukommen.
In der Sitzung am 29./30. November in München ging es vor allem um die Verabschiedung des Etats für 2012. Am 30. November stellte der Vorsitzende des VWR der Mitgliederversammlung seinen Rechenschaftsbericht vor. Außerdem stellte sich der Verwaltungsrat für die kommenden vier Jahre (2012–2016) erneut zur Wahl.
Prof. Dr. Hanjo Sauer
Vorsitzender des Verwaltungsrates
des SOS-Kinderdorf e.V.