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Chris: Beharrlichkeit ist sein Erfolgsgeheimnis

Azubis machen eine Ausbildung zum Koch Ein Weg voller Hindernisse führt zum Erfolg

"Was lange währt, wird endlich gut!" Wenn dieses Sprichwort zutrifft, dann auf den frischgebackenen Jungkoch Christian Moreth. "Vor fünf Jahren startete ich als damals wohl noch etwas schüchterner und unsicherer Auszubildender in der Küche des SOS-Kinderdorfs Saarbrücken in der Seilerstraße 6", so erinnert sich der sichtlich stolze Absolvent der diesjährigen Abschlussprüfung.
Kochen ist sein Traumberuf: Christian Moreth Zunächst einmal steuerte der damalige "Lehrling" als Ziel eine Ausbildung zum Beikoch an. Sowohl die Berater bei der Agentur für Arbeit als auch Christian waren der Meinung, dass die Kochausbildung ihn überfordern würde. Schnell stellten sich aber seine Talente in der praktischen Ausbildung heraus: dass er seinen Wunsch- und Traumberuf gefunden hatte, war Christian schon früh klar.

Unstillbarer Wissensdurst

Die vielfältige fachliche und pädagogische Unterstützung traf auf einen fast unstillbaren Wissensdurst und Willen. Mit der Zeit wuchsen Christians Selbstvertrauen und Selbständigkeit, so dass er am Ende seiner ersten Ausbildung als Beikoch auch schon mal die „Neuen“ aus dem ersten Lehrjahr beaufsichtigen und in einfachen Dingen anleiten konnte. So war er schon sehr früh ein Vorbild, an dem sich viele andere auf ihrem steinigen Weg durch die eigene Reha-Ausbildungsmaßnahme orientieren und in schwierigen Zeiten aufrichten konnten.

Christian wird Landesbester!

Schließlich wunderte die zuständige Sozialarbeiterin Hiltrud Neef dann auch nicht mehr, dass Christian vor zwei Jahren in der IHK-Abschlussprüfung Beikoch/Beiköchin als Landes-bester abschnitt. Es bedurfte keiner Überzeugungsarbeit, um ihm in eine betriebliche Ausbildung als Koch in der SOS-Küche aufzunehmen. "Natürlich hätte ich auch zuerst mal richtig Geld verdienen wollen, aber ich hätte nicht gewusst, ob ich dann später noch mal die Energie zum Weitermachen aufgebracht hätte. Außerdem waren hier in der Seilerstraße die Betreuer/innen und Ausbilder, die meinen ersten Erfolg begleitet hatten." In sie hatte er großes Vertrauen und sie in ihn. Nahtlos ging es weiter. Nun dauerte für ihn die Vollausbildung als Koch nur noch 2 Jahre.

"So arbeiten wir Köche nun einmal!"

Und wen wundert es - auch diese Zeit wurde zum Erfolg. Aufgrund seiner guten Ergebnisse erhielt Christian sogar eine Einladung zu einem öffentlichen Kochduell gegen den Staatsekretär Pini aus dem Gesundheitsministerium des Saarlandes. Der Auszubildende leitete ein Team von koch-begeisterten Jugendlichen zum knappen Sieg. Was als Jux gedacht war, entwickelte sich für Christian als große Chance, denn aufgrund der Aktion erhielt er die Möglichkeit, in einem renommierten Saarbrücker Restaurant ein Langzeitpraktikum zu absolvieren.
Durch dieses Praktikum und weitere Langzeitpraktika vertiefte Christian zielstrebig seine Kenntnisse und Fertigkeiten. In der gesamten Zeit war ihm kein Dienstbeginn zu früh und kein Wochenendeinsatz zuviel. "So arbeiten wir Köche nun einmal!", ist sein Wahlspruch, den er von seinem Ausbilder Dierk Elsigk täglich hörte.
Nun sind Engagement, Beharrlichkeit und auch Leidensfähigkeit belohnt worden. Von der Prüfungskommission wurde er mit den Worten verabschiedet : "Bei Ihrem Talent sollten Sie in fünf Jahren die Meisterprüfung ins Auge fassen." Für Christian kein Problem - denn er hat bei seinem letzten Praktikumsbetrieb schon einen festen Arbeitsplatz. Langfristig möchte Christian auch außerhalb des Saarlandes und im Ausland weitere Erfahrungen sammeln und tatsächlich „seinen Meister machen“. Wer weiß, vielleicht bildet er selbst dann – genau wie sein zweiter Ausbilder Michael Rinkes - selbst einmal benachteiligte und behinderte Jugendliche aus?