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Nach dem Erdbeben in Chile: SOS-Mitarbeiter besorgt über kritische Sicherheitslage

Landkarte von Chile Nach dem starken Erdbeben, das am 27. Februar Chile getroffen hat, bereitet den SOS-Mitarbeitern die kritische Sicherheitslage in der zweitgrößten Stadt Concepción große Sorgen. Da die Versorgung der Stadt mit Lebensmitteln und Trinkwasser nur schleppend vorangeht, beginnen Bewohner der Stadt, Geschäfte und Supermärkte zu plündern, es kam zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Auch das in Concepción liegende SOS-Kinderdorf ist betroffen: Plünderer haben mehrfach versucht, in Häuser von Kinderdorffamilien einzubrechen. „Das ist eine sehr gefährliche Situation, sowohl für die Kinder und die Familien als auch für unsere Mitarbeiter“, sagt Jessica Lange, Leiterin des Kinderdorfs. „Viele Menschen auf der Straße sind bewaffnet. Wir versuchen deshalb, Polizeischutz und die verstärkte Bewachung der unmittelbaren Umgebung durch die Armee zu erreichen, damit die Übergriffe auf unser Dorf nicht zunehmen.“

Das Kinderdorf Bulnes ist besonders betroffen

Das Beben hatte sein Zentrum 200 Meilen südwestlich der Hauptstadt Santiago. Das Epizentrum lag 70 Meilen von Concepción entfernt. Die Stadt ist schwer beschädigt, Menschen übernachten aus Angst vor weiteren Nachbeben auf den Straßen. Aus dem SOS-Kinderdorf Coyanco, berichtete Einrichtungsleiter Julio Arancibia, dass vereinzelt schwere Schäden an den SOS-Einrichtungen entstanden, besonders das Kinderdorf Bulnes ist stark betroffen. Glücklicherweise gab es in allen SOS-Kinderdörfern keine Verletzten oder Toten, alle Kinder, Familien und Mitarbeiter sind wohlauf.

Das zerstörte Büro des SOS-Kinderdorfes in Santiago Im Großraum von Concepción gibt es vier SOS-Kinderdörfer, in denen zurzeit Notunterkünfte für unbegleitete Kinder und Familien vorbereitet werden. Lieferungen mit Wasser, Decken und Zelten zur Versorgung der betroffenen Bewohner der Gebiete sind unterwegs.

Die SOS-Kinderdörfer sind seit über vierzig Jahren in Chile aktiv. 1965 wurde in Concepción das erste Kinderdorf des Landes gegründet. Heute gibt es in Chile dreizehn SOS-Kinderdörfer, elf SOS-Jugendeinrichtungen, vier SOS-Kindergärten, zwei SOS-Ausbildungszentren und zehn SOS-Sozialzentren.

Bitte spenden Sie für die SOS-Kinderdörfer in Chile und für das SOS-Nothilfeprogramm: