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Bosnien-Herzegowina
Die seit 1992 unabhängige Republik Bosnien-Herzegowina umfasst eine Fläche von etwa 51.129 km². Etwa die Hälfte der Bevölkerung stellen Bosniaken, ein Drittel Serben und 10 Prozent Kroaten dar. Entsprechend der Bevölkerungszusammensetzung werden Bosnisch, Serbisch und Kroatisch als offizielle Landessprachen anerkannt. Eine Besonderheit Bosniens ist, dass sich die ethnische Bevölkerungszusammensetzung auch in der Präsidentschaft widerspiegelt. So setzt sich die Präsidentschaft aus je einem bosniakischen, serbischen und kroatischen Bosnier zusammen. Der Vorsitz wechselt alle acht Monate. Hauptstadt des Landes ist Sarajewo.
SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Bosnien-Herzegowina:
- 2 SOS-Kinderdörfer
- 2 SOS-Jugendeinrichtungen
- 7 SOS-Sozialzentren
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Hintergrund
Der zwischen 1991 und 1995 herrschende Krieg im ehemaligen Jugoslawien hat insbesondere Bosnien-Herzegowina nicht verschont. Vor dem Krieg lebten hier ungefähr 4,3 Millionen Menschen. Durch den Krieg haben schätzungsweise 250.000 Menschen, darunter 20.000 Kinder, ihr Leben verloren. Fast die Hälfte der ursprünglich 4,3 Millionen Einwohner wurde vertrieben bzw. musste ihr angestammtes Umfeld aufgeben und lebte als Flüchtling im Ausland. Nach Angaben der UNO und der Europäischen Union wurden ca. 30 bis 40 Prozent des Landes zerstört oder stark beschädigt. Besonders betroffen waren Schulen, Kindergärten und andere öffentliche Einrichtungen sowie Kirchen und Moscheen. Mehrere tausend Kinder im ganzen Land erlitten im Krieg bleibende körperliche als auch psychische Schäden. Schätzungen gehen heute von einer aktuellen Bevölkerungszahl von 3,9 Mio. Einwohnern aus.
Aufgrund der großen Probleme (Flüchtlingsrückkehr, Wiederaufbau von Gebäuden und Infrastruktur) direkt nach dem Krieg rückte die Wirtschaftspolitik erst in den letzten Jahren wieder in den Vordergrund. Große Anstrengungen werden unternommen, um den Übergang hin zur Marktwirtschaft zu beschleunigen. Dennoch kämpft das Land mit großen Schwierigkeiten. Auch machen sich die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise deutlich bemerkbar. Bedingt durch die gestiegenen Preise für Lebensmittel und Energie verzeichnete Bosnien-Herzegowina in 2008 eine Inflationsrate von 8 Prozent, die in 2009 jedoch wieder auf 0,9 Prozent gesenkt werden konnte. Die aktuelle Arbeitslosenquote stieg offiziellen Angaben zufolge weiter und liegt derzeit bei 42 Prozent.
Während des Krieges in Bosnien-Herzegowina zwischen 1991 und 1995 verloren zahlreiche Kinder ihre Eltern. Bereits in dieser Zeit knüpfte SOS-Kinderdorf Kontakte mit den regionalen Behörden. Im Januar 1994 wurden in Sarajevo im Rahmen eines Nothilfeprogramms die ersten Schritte unternommen. So wurde ein SOS-Patenschaftsprojekt ins Leben gerufen, in dem Pflegefamilien, die bereit waren Waisenkinder aufzunehmen, finanziell unterstützt wurden. Angesichts der hohen Zahl an Kriegswaisen beschloss die SOS-Kinderdorf-Organisation nach Ende des Krieges auch in Bosnien SOS-Kinderdörfer zu erbauen.
SOS-Kinderdorf Gracanica
Das zweite SOS-Kinderdorf, in Gracanica bei Tuzla gelegen, wurde Ende 1998 mit zwölf Familienhäusern für bis zu 78 Kinder eröffnet. Es besteht weiterhin aus einem Gemeindehaus, einem Tantenhaus, einem Dorfleiterhaus, einem Dorfmeisterhaus sowie einem Verwaltungs- und Servicebereich. Im Jahr 2002 wurde dem SOS-Kinderdorf eine SOS-Jugendeinrichtung, in der bis zu 34 Jugendliche leben können, angeschlossen. Hier werden die Jugendlichen mit Hilfe von Betreuern allmählich auf ein Leben in Selbständigkeit vorbereitet.
SOS-Sozialzentrum Gorazde
Im Jahr 2001 ging das SOS-Sozialzentrum in Gorazde in Betrieb. Es beherbergt eine Kindertagesstätte, die bis zu 100 Kinder besuchen können. An Wochenenden wird außerdem Kindern armer Familien hier die Möglichkeit geboten an einem Vorschulunterricht teilzunehmen. Des Weiteren führt das SOS-Sozialzentrum Familienstärkungsprogramme durch. Ziel dieser Maßnahmen ist es ein Auseinanderbrechen in Not geratener Familien zu verhindern. Im Rahmen dieser Familienstärkungsprogramme werden unter anderem Gesundheitsuntersuchungen für Mütter und Kinder, Hilfe bei Bildungsfragen als auch Familienberatung angeboten.