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Auf dem Weg zur Festanstellung

Ein Koch schneidet Rucula klein Nach zahlreichen Misserfolgen hat Boris es endlich geschafft!

Daumen drücken, fragende Blicke, dann Erleichterung und großer Jubel: Boris hat es tatsächlich geschafft! Der Azubi mit der bewegten Lebensgeschichte, der im SOS-Ausbildungs- und Beschäftigungszentrum Saarbrücken eine Ausbildung zum Koch absolvierte, hat alle Prüfungen bestanden. Seinem Berufswunsch steht nun nichts mehr im Wege: Er ist endlich Koch!

"Die Geschichte von Boris ist eine schöne Erfolgsgeschichte auf dem Weg zum Berufsabschluss," erzählt Hiltrud Neef aus dem SOS-Ausbildungs- und Beschäftigungszentrum. "Boris hat 2006 bereits eine Ausbildung als Koch in einem Restaurant abgebrochen. Der übliche Werdegang, Fehlzeiten, Streit mit den anderen Auszubildenden, schlechte Leistungen im Betrieb und in der Schule – und am Schluss: alles hinwerfen und abhauen. So sah sein bisheriger Lebensweg oft aus. Letzenendes war es keine Überraschung, als der Ausbildungsvertrag platzte." Bei seiner Familie fand Boris nur wenig Rückhalt. Zu Hause hatte kaum jemand registriert, wie seine Ausbildung verlief. Alle waren zu sehr sich selbst beschäftigt und auch Boris lebte damals in einer Gedankenwelt, die weit weg von beruflicher Zukunftsgestaltung angesiedelt war. "Party, Musik und leichte Drogen waren angesagt.", erinnert sich die Ausbilderin.

Eine zweite und eine dritte Chance

Geschafft - Sven hat seine Ausbildung geschafft! Auszubildene lernen, wie man eine Torte fachgerecht verziert. Boris bekam von der ARGE Saarbrücken eine zweite Chance und durfte seine Ausbildung in einer Ausbildungsmaßnahme bei der SOS-Einrichtung in Saarbrücken fortsetzen. Damit waren die Probleme aber noch lange nicht verschwunden. "Es begann vielmehr ein langatmiges Tauziehen zwischen den Ausbildern, Sozialpädagogen und Boris selbst," erinnern sich die Ausbilder. "Boris liebte zwar seinen Beruf, aber konzentrieren konnte er sich nicht. Zunächst sah es so aus, als ob seine Probleme wieder am längeren Hebel sitzen würden. Seine Prüfungsvorbereitungen waren trotz beharrlichen Bemühungen zu schlampig und unkonzentriert, und es kam, was kommen musste. "In der Sommerprüfung 2008 fiel er nicht zuletzt wegen Prüfungsangst durch", erzählt Hiltrud Neef. Doch die Mitarbeiter im SOS-Ausbildungs- und Beschäftigungszentrum gaben nicht auf: Dank der Ermutigungen und der Beharrlichkeit machte Boris trotz seines Misserfolges weiter und wurde in vielen Übungseinheiten trainiert. Allmählich erkannte Boris, dass er tatsächlich eine reale Chance haben würde. Und er setzte sich ein – für sich selbst.

Scheitern als Basis des Erfolgs

Dass Boris die Prüfung doch geschafft hat und nun seinen Gesellenbrief von der IHK in Händen hält, macht ihn stolz: "Es ist so gut zu wissen, dass immer noch jemand da ist, auch wenn man mal Blödsinn gemacht hat. Das ist bei SOS anders als sonst wo. Da waren die Ausbilder, die mir aufgeholfen haben, als ich gefallen war – die mich aber auch getrieben haben, wenn ich es dringend nötig hatte. Beides zusammen hat mir zum Erfolg verholfen." Und Boris' persönliche Erfolgsstory geht weiter: Ganz nach dem SOS-Kinderdorf-Motto "Wir sind Familie" meldete sich per Zufall ein ehemaliger Auszubildender und berichtete, dass in seinem Betrieb eine Stelle als Koch vakant sei. Boris absolvierte das Vorstellungsgespräch mit Bravour - und hat jetzt die Aussicht auf eine Festanstellung.