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Bolivien
Die 1,1 Millionen km² große Republik Bolivien liegt im Nordosten Lateinamerikas, umgeben von Argentinien, Brasilien, Chile, Paraguay und Peru. Hauptstadt des Landes ist Sucre. Die 10 Millionen umfassende Bevölkerung setzt sich zu 55 Prozent aus Indigenen sowie 45 Prozent Mestizen und Weißen zusammen. Offizielle Landessprachen sind Spanisch, Quechua und Aymara. Wie die meisten Länder Lateinamerikas ist auch die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung katholisch.
SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Bolivien:
- 9 SOS-Kinderdörfer
- 9 SOS-Jugendeinrichtungen
- 3 SOS-Schulen
- 3 SOS-Berufsausbildungszentren
- 16 SOS-Sozialzentren
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Hintergrund
Bolivien gilt als ärmstes und am wenigsten entwickeltes Land Südamerikas mit einer hohen Kriminalitätsrate. Mangelnde industrielle Infrastrukturen sowie eine hohe Arbeitslosigkeit stehen einem Reichtum an natürlichen Ressourcen (Bodenschätze, Erdöl und Erdgas usw.) gegenüber. Die wirtschaftliche Nutzung dieser Gegebenheiten lässt bisher auf sich warten, das Land kämpft zudem mit großen sozialen Problemen und der ungleichen Einkommensverteilung. Die indigene Bevölkerung, die etwa zwei Drittel der Einwohner stellt, ist sozial und politisch weitgehend an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Ein weiteres Problem Boliviens ist die mangelhafte Infrastruktur. Weite Teile des Landes sind verkehrsmäßig unerschlossen. Dies beruht vor allem auf der Unwegsamkeit des Geländes mit Passhöhen bis zu 5.000 Meter, engen Tälern und extremen klimatischen Verhältnissen.
Die amtierende Regierung Evo Morales, der im Dezember 2005 als erster Indigener Boliviens zum Staatspräsidenten gewählt wurde, verfolgt eine stärker durch den Staat kontrollierte Wirtschaftspolitik. So wurden im Mai 2006 die bolivianischen Erdgasressourcen verstaatlicht. Weitere Schwerpunkte seiner Politik sind neben der Bekämpfung der Armut die Gleichstellung aller Indigene im öffentlichen Leben.
SOS-Kinderdorf Potosí
1967 wurde in Bolivien mit der SOS-Kinderdorf-Arbeit begonnen. Die Zeit zwischen 1964 und den frühen 80er-Jahren war geprägt von zahlreichen Militärputschen. Die Folge waren große Armut und soziales Elend, wovon besonders die Schwächsten der Bevölkerung, die Kinder, betroffen waren. Deshalb beschloss SOS-Kinderdorf International, weitere SOS-Kinderdörfer mit angeschlossenen Nebeneinrichtungen zu errichten. Mittlerweile gibt es neun SOS-Kinderdörfer sowie diverse Zusatzeinrichtungen.
Die Stadt Potosí befindet sich in einer Höhe von 3.960 Metern über dem Meeresspiegel. Das Klima dieser Hochlandregion ist ausgesprochen kühl. Die Wirtschaft in dieser Region war seit jeher auf den Bergbau ausgerichtet, jedoch führten fallende Rohstoffpreise zur Schließung zahlreicher Bergbauunternehmen, was Arbeitslosigkeit, Armut und zunehmende Abwanderung ins Landesinnere nach sich zog. Bettelnde Kinder und Kinderarbeit gehören zum alltäglichen Bild dieser Region.
Das SOS-Kinderdorf Potosí, dessen Bauarbeiten im Jahr 2000 abgeschlossen wurden, besteht aus 14 Familienhäusern, Dorfleiterhaus, Tantenhaus, Verwaltungs- und Servicebereich. Angeschlossen an das SOS-Kinderdorf ist eine SOS-Jugendeinrichtung, in der die Jugendlichen auf ein eigenständiges Leben vorbereitet werden.
SOS-Sozialzentrum Potosí
Seit 2002 gibt es ein SOS-Sozialzentrum mit Tagesmütterprogramm und 2003 wurde am Rande des Kinderdorfes ein weiteres SOS-Sozialzentrum eröffnet. Zielsetzung ist es, hauptsächlich Kindern von alleinerziehenden Müttern eine gute Kindergarten- bzw. Schüler-Betreuung, einschließlich medizinischer Versorgung und Verpflegung zu bieten. 180 Kinder, im Alter von 4 Monaten bis 6 Jahren, können hier ganztägig betreut werden.