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SOS-Engagement in Asien
Firuza lebt mit ihren vier Kindern in einer bescheidenen Wohnung in Aserbaidschans Hauptstadt Baku. Sie ist stolz auf die drei Zimmer, die ihrer Familie zum Leben reichen müssen. Die Räume hat Firuza liebevoll hergerichtet, einiges erinnert an ihre alte Heimat. Der Krieg mit Armenien hat ihr Leben für immer verändert. Firuza gehört zu den vielen hunderttausend Flüchtlingen aus den besetzten aserbaidschanischen Gebieten. Auf der Flucht in die sicheren Landesteile haben die 40-Jährige und ihre Kinder viel Leid erlebt und konnten nur wenige Habseligkeiten retten. Die ersten Monate in Baku waren sehr schwer. Lange sah die alleinerziehende Mutter keinen Ausweg aus ihrer Situation. Dann erfuhr sie über eine Flüchtlingsinitiative in Baku von den SOS-Familienstärkungsprogrammen. Mit Hilfe der SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter fand sie schnell eine Arbeit, mit der sie genug Geld verdient, um ihre Familie zu ernähren. Die beiden großen Kinder können wieder zur Schule gehen, und Firuza hat neuen Mut gefasst, "dass es das Schicksal wieder gut meint".
Hilfe zur Selbsthilfe
So vielfältig wie der asiatische Kontinent, so unterschiedlich sind auch die Angebote, mit denen SOS-Kinderdorf in Asien hilft. Neben zahlreichen Soforthilfe- und Krisenprogrammen unterhält SOS-Kinderdorf in drei asiatischen Ländern SOS-Kinderdörfer, Kindergärten, Schulen und Jugendeinrichtungen.
In den meisten asiatischen Ländern der ehemaligen Sowjetunion hat der politische und wirtschaftliche Wandel vieles zum Positiven verändert. In einigen Bereichen hat er allerdings auch ein Vakuum hinterlassen – vor allem die Sozialsysteme sind davon betroffen. Gerade armen Familien geht es deshalb heute oft noch schlechter als vor 20 Jahren. SOS-Kinderdorf hilft diesen Menschen zum Beispiel im Rahmen von Familienstärkungsprogrammen. Dort lernen die Betroffenen, nach und nach wieder auf eigenen Füßen zu stehen. Junge Menschen finden in den SOS-Jugendeinrichtungen kompetente Ansprechpartner und Starthilfe für ihren Weg in eine selbstbestimmte Zukunft.
Schnelle und unbürokratische Unterstützung
In Südostasien hat SOS-Kinderdorf in den vergangenen Jahren gezielt die Opfer schwerer Naturkatastrophen unterstützt. Den meisten von ihnen haben Überschwemmungen, Erdbeben, Taifune und Tsunamis binnen Minuten ihr Zuhause geraubt. Um wieder in ein selbstständiges Leben zurückfinden zu können, sind sie auf schnelle und unbürokratische Hilfe angewiesen.
Die Al-Misbah-Schule an der Ostküste Sri Lankas wurde im Jahr 2004 durch den Tsunami zerstört. SOS-Kinderdorf hat die Schule in den vergangenen Jahren mit der Hilfe von Spenden wieder aufgebaut und die Inneneinrichtung finanziert. Jetzt können 1.500 Schülerinnen und Schüler endlich wieder lernen – eine gute Investition in die Zukunft.
Informationen zum Kontinent:
Asien ist der größte Kontinent der Erde. Rechnet man Russland komplett dazu, umfasst Asien mit etwa 44 Millionen Quadratkilometer ein Drittel der gesamten Landfläche der Erde. Die 52 Länder Asiens erstrecken sich von der Sinai-Halbinsel, Russland und der Türkei im Westen bis nach Japan im Osten und von Sibirien im Norden bis nach Indonesien im Süden. Um die vier Milliarden Menschen – das entspricht 60 Prozent der Weltbevölkerung – leben auf dem asiatischen Kontinent.
Aufgrund der riesigen Fläche sind auch die klimatischen Verhältnisse in Asien sehr vielfältig – von Tundra über Steppenlandschaften und tropischem Regenwald bis hin zu Wüsten (z.B. Wüste Gobi im Gebiet China/Mongolei). Asien gilt als Entstehungsort aller Weltreligionen. Der Lebensstandard ist aufgrund des riesigen Gebietes sehr unterschiedlich. So schwanken die wirtschaftlichen Verhältnisse in Asien zwischen hochentwickelten Industrienationen bis hin zu Entwicklungsländern, in denen ein Großteil der Bevölkerung unterhalb der absoluten Armutsgrenze lebt.