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SOS-Engagement in Lateinamerika

Südamerikanischer Junge an der Hand einer Frau „Bevor ich ins SOS-Kinderdorf kam, ging es mir nicht sehr gut“, erzählt der kleine Juan aus Chile. „Mit meinen Eltern und meinen acht Geschwistern lebte ich in einer schlimmen Gegend. Unser Haus war aus Pappe und Plastikplanen gebaut und wir hatten nur selten genug zu essen.“

Als Juans Vater an einer schweren Krankheit stirbt, sucht seine Mutter Anita Hilfe, um sich aus der schweren Not zu befreien. Unterstützung findet sie bei einem der zahlreichen SOS-Familienstärkungsprogramme. Juans Mutter erhält finanzielle Hilfe, um sich als Näherin selbstständig zu machen und das dringend benötigte Geld zur Versorgung ihrer Familie selbst zu verdienen. Ihre Kinder werden ärztlich untersucht und medizinisch betreut. Heute geht es der Familie viel besser – Anita kann ihre Kinder selbst versorgen, Juan und seine Geschwister können bei ihr bleiben und behütet in der eigenen Familie aufwachsen.

Start in eine selbstbestimmte Zukunft

Der SOS-Kinderdorf e.V. unterstützt SOS-Projekte in 12 lateinamerikanischen Ländern. Um wie in Anitas Fall gezielt helfen zu können, setzt SOS-Kinderdorf mehr und mehr auf Hilfe zur Selbsthilfe.An fast allen lateinamerikanischen Standorten entstanden daher in den letzten Jahren zusätzlich zu den SOS-Kinderdörfern Familienstärkungsprogramme. Diese Programme unterstützen gefährdete Familien auf vielfältige Weise sollen somit ein Auseinanderfallen der Familie zu verhindern. So werden z.B. handwerkliche Kurse für alleinerziehende Mütter angeboten und Netzwerke zur Kinderbetreuung gegründet, um den Müttern die Möglichkeit zu geben, den Lebensunterhalt für die Familie selbsttätig zu verdienen.

Schnelle und unbürokratische Hilfe

In akuten und schweren Krisenfällen sowie bei Naturkatastrophen helfen die SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter schnell und unbürokratisch in Zusammenarbeit mit anderen internationalen Hilfsorganisationen. Sie versorgen betroffene Familien z.B. mit Lebensmitteln, Medikamenten und Kleidung, stellen provisorische Unterkünfte zur Verfügung und helfen bei der Suche nach Angehörigen von Kindern, die durch die Katastrophe von ihren Eltern getrennt wurden.

Informationen zur Region

Der Begriff „Lateinamerika“ umfasst Mexiko, Zentralamerika, Südamerika und die karibischen Staaten. Lateinamerika umfasst eine Fläche von rund 20 Millionen Quadratkilometer und 20 Länder, in denen etwa 500 Millionen Menschen leben. In ganz Lateinamerika wird neben indigenen Sprachen vorwiegend Spanisch gesprochen – einzige Ausnahme ist Brasilien, dort sprechen die Menschen Portugiesisch. Geografische Besonderheiten Südamerikas sind die Anden, eine Gebirgskette, die sich von Kolumbien bis zur Südspitze entlang zieht, und der Amazonas, der wasserreichste Fluss der Erde. Den nördlichen Teil Südamerikas und die Karibik prägt tropisches Klima, in den südlichen Regionen herrschen subtropische bis gemäßigte klimatische Verhältnisse. Nicht nur die Geografie Lateinamerikas ist von Gegensätzen geprägt. Großer Reichtum und unvorstellbare Armut liegen oft nur wenige Straßenzüge voneinander entfernt. Oft bestimmen soziale Probleme den Alltag.

In diesen lateinamerikanischen Ländern hilft SOS-Kinderdorf: