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SOS-Engagement in Afrika
Der 10-jährige Edward und seine zwei jüngeren Brüder aus Simbabwe haben ein schweres Schicksal: Kurz nach dem Tod ihrer Mutter stirbt auch der Vater. Nur wenige Wochen später müssen sie ihren jüngsten Bruder beerdigen. Da die drei Jungen keine weiteren Verwandten haben, die sich um sie kümmern können, lastet alle Verantwortung auf Edward. Der Zehnjährige ist nun Familienoberhaupt und muss sich um seine acht- und fünfjährigen Geschwister kümmern.
Zwar versuchen die Gemeindemitglieder in dem kleinen Dorf in Simbabwe, in dem die drei Jungen leben, so gut es geht zu helfen, aber auch sie leiden große Not: Denn die wirtschaftliche und politische Lage in Simbabwe ist ernst, 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung sind arbeitslos und leiden an Hunger. Zu Edwards großem Glück wird eine Sozialarbeiterin auf das Schicksal der drei Brüder aufmerksam und vermittelt sie in das nahegelegene SOS-Kinderdorf. Heute kann Edward wieder lachen und die liebevolle Atmosphäre einer Familie genießen. Und was das wichtigste für ihn ist – er kann wieder in die Schule gehen!
Aufwachsen in einem sicheren Zuhause
Wenn Kinder keine Eltern oder andere Verwandte haben, kümmern sich die SOS-Kinderdörfer um sie. Hier wachsen sie bis ins Jugendalter betreut von einer SOS-Kinderdorfmutter auf. Anschließend wechseln sie in eine SOS-Kinderdorf-Jugendeinrichtung und werden behutsam auf ein selbständiges Leben vorbereitet. Die Kinder wachsen trotz schwerer Schicksalsschläge in einem sicheren Zuhause auf und bekommen die Chance auf Ausbildung.
Mit Hilfe vieler Spenden unterstützt der SOS-Kinderdorf e.V. SOS-Gemeinschaften in 18 afrikanischen Ländern. Dort ermöglichen es die SOS-Kinderdorf-Projekte nicht nur Kindern und jungen Menschen aus schwierigen familiären Verhältnissen sowie Waisen, ein Zuhause in den SOS-Kinderdorf-Familien zu finden, sie bieten Kindern und Jugendlichen Schutz und Hilfe in allen Lebenslagen.
Ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen
SOS-Kinderdorf unterhält neben den SOS-Kinderdörfern auch Kindergärten, Jugendeinrichtungen, Schulen, Berufsausbildungszentren, Medizinische Zentren und Sozialzentren, um jungen Menschen alle Voraussetzungen für einen Start in ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Die meisten der von SOS-Kinderdorf e.V. geförderten afrikanischen SOS-Kinderdorf-Einrichtungen befinden sich südlich der Sahara. Die SOS-Kinderdorf-Organisation begann schon frühzeitig auch die umliegenden Gemeinden in Form von Familienstärkungsprogrammen zu unterstützen. Diese dienen dazu das Auseinanderbrechen von Familien zu verhindern. Schwerpunkt der Familienstärkungsprogramme im südlichen Afrika ist die HIV-/AIDS-Problematik. SOS-Kinderdorf unterstützt hier je nach Bedarfslage in vielfältiger Weise. Dies können Lebensmittelpakete sein, die Übernahme von Schulgebühren, Hilfe bei der Suche nach Ausbildungsplätzen, finanzielle Unterstützung, medizinische und psychologische Beratung und Betreuung und natürlich auch Aufklärungsarbeit über AIDS und wie man sich schützen kann.
Hilfe für AIDS-Waisen
Eine Besonderheit der SOS-Kinderdorf-Arbeit in Afrika ist die Unterstützung sogenannter Child-Headed-Families. Das sind Familien, in denen beide Elternteile an AIDS erkrankt oder gestorben sind und eines der Kinder, meist das Älteste, sich um die verbleibende Familie kümmert. Ein wachsendes Problem, denn die Zahl der AIDS-Waisen in Afrika wird im Jahr 2010 voraussichtlich 25 Millionen betragen.
Informationen zum Kontinent:
Der Kontinent Afrika erstreckt sich auf über 30 Millionen Quadratkilometer – das entspricht etwa einem Fünftel der gesamten Landfläche der Erde. Die Vegetation Afrikas wird geprägt von Wüste im Norden (Sahara), tropischem Regenwald in Zentral- und Westafrika, der Namibwüste im Südwesten und riesigen Savannengebieten im Südosten.Im Jahre 2006 schätzten Demografen die Bevölkerungszahl der 53 Staaten Afrikas auf 924 Millionen Menschen. Diese gehören unzähligen unterschiedlichen Stämmen und Völkern an, zwischen denen es immer wieder zu Konflikten und Kriegen kommt. Kinder sind dabei oft die ersten Leidtragenden.